Wenn Teilnehmende nicht richtig wollen oder können ELO

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Wer im Bildungsbereich tätig ist und Lernprozesse der Teilnehmenden unterstützen soll, ist sicher schon in Situationen gekommen, die weniger angenehm sind: Lernende zeigen wenig Interesse am Thema, Gruppen weigern sich, Rollenspiele zu machen, Teilnehmende beschäftigen sich nicht mit der Aufgabe, die die Lehrkraft vorgibt. Widerstand macht sich breit. Doch was hat es mit diesem Widerstand eigentlich auf sich? Und lohnt hier ein Blick auf die Wissenschaft?
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Wenn Teilnehmende nicht richtig wollen oder können

Definition Lernwiderstand

Lernwiderstand wird als Ablehnung einer Lernaufforderung definiert. Das bedeutet, dass Lernende bewusst oder unbewusst den Lernweg verlassen.

Für Lernwiderstände sind meistens diverse Ursachen und Auslöser verantwortlich. Genauso können Lernwiderstände sich auf vielfältige Weise ausdrücken. Die eine Teilnehmerin bringt ihren Unmut über Probleme laut zum Ausdruck, während der andere Lerner still aus dem Lernprozess aussteigt und mit Passivität reagiert. Auch die Folgen von Lernwiderständen reichen von Kursabbruch über Aufmischen und Beeinflussen der gesamten Kursgruppe bis hin zu einem eigenständigen Wiedereinsteigen in den Lernprozess.

Lernwiderstand ≠ Lernstörung

Der Begriff Lernwiderstand ist nicht gleichzusetzen mit Lernstörungen. Störungen sind äußere Einflüsse positiver oder negativer Art, die den Lehr- und Lernprozess beeinflussen. Störungen können aber je nach Intensität zu Lernwiderständen führen. Andersherum können aus Lernwiderständen auch Störungen entstehen, wenn das betroffene Kursmitglied extrovertiert den eigenen Frust über den nicht gelingenden Lernprozess nach außen trägt und damit zum Störfaktor für Kursleitung oder Kursgruppe wird.

Lernen-Wollen vs. Lernen-Sollen

Lernen kann freiwillig erfolgen oder aufgetragen werden. Es macht in vielerlei Hinsicht einen Unterschied, ob ein Kurs  aus persönlichem Interesse besucht wird oder der Arbeitgeber die Mitarbeitenden zu einer Fortbildung verpflichtet. Nicht nur Motivation und Leistungsbereitschaft sind beim Lernen-Wollen höher, auch die Gefahr von Lernwiderständen und Lernabbrüchen sind deutlich geringer. Wer etwas lernen möchte, der kann auch über kleinere Störungen im Lernprozess hinwegsehen, weil die Erreichung des Lernzieles höher wiegt als der Drang, einer Ablenkung nachzugeben.

Lernwiderstände im wissenschaftlichen Diskurs

Die Lernbereitschaft ist Kernpunkt der wissenschaftlichen Diskussion um Lernwiderstände. Es gibt unzählige Lerntheorien, die auf den grundlegenden Konstrukten von Behaviorismus, Konstruktivismus oder Kognitivismus aufbauen. Aber jede Lerntheorie stößt in Bezug auf den Menschen alleine betrachtet an ihre Grenzen. Menschen weisen ihrer Aktivität Sinn zu und unterscheiden sich damit grundlegend von anderen Organismen. Lernen ist nicht nur passive Reaktion auf einen Reiz. Lernen ist viel mehr als nur eine Verhaltensänderung – das Warum ist entscheidend für die Bewertung von Lernen oder Nicht-Lernen. Und grundsätzlich wird die Bedeutung der Lehre innerhalb von Lerntheorien stark vernachlässigt – Bildung ist nur bedingt herstellbar!

Die Anforderungen an eine angemessene Lerntheorie sollten folgende Bedingungen erfüllen:

  • Das Handeln, nicht das Verhalten sollte im Vordergrund stehen.
  • Die Offenheit und Freiheit menschlichen Handelns sind zu berücksichtigen.
  • Eine Anschlussfähigkeit zur bildungstheoretischen Diskussion muss möglich sein.
  • Jede Lerntheorie braucht ein passendes Konzept von Lehre.

Die Subjektwissenschaftliche Lerntheorie um den Psychologen Klaus Holzkamp vereint einige der geforderten Bausteine und hilft, die Existenz von Lernwiderständen zu verstehen und zu akzeptieren: Auf der einen Seite gibt es das Mit-Lernen. Beim Arbeiten oder in unserer Freizeit - im Alltag lernen wir ständig etwas Neues, ohne uns dessen bewusst zu sein und ohne uns aktiv dafür entscheiden zu müssen. Auf der anderen Seite steht das Intentionale Lernen. Wir stoßen auf eine Handlungsproblematik, also auf ein Problem, dass wir mit unseren Erfahrungen und Fähigkeiten nicht lösen können. Wir haben ein persönliches Interesse daran, Kompetenzen zu erwerben, die uns helfen, die überfordernde oder herausfordernde Situation zu bewältigen. Wir entscheiden uns aktiv dazu, etwas zu lernen, das uns persönlich weiter bringt. Diese Art des Lernens wird auch expansives Lernen genannt.

Natürlich kann man auch lernen wollen, ohne ein persönliches Interesse am Inhalt oder an der Weiterentwicklung zu haben. Man nennt es defensives Lernen, wenn das Lerninteresse sich zum Beispiel auf das Bestehen einer Klausur beschränkt oder darauf, ein Zertifikat zu erlangen.

Je geringer aber der expansive Part am Lernprozess ist, desto höher wird die Gefahr, dass Lernen nicht erfolgreich oder nachhaltig ist. Je weniger wir uns mit den Lerninhalten identifizieren, je weniger uns der Lernerfolg persönlich weiterbringt und je höher der Druck des Lernens ist, desto häufiger entstehen Lernwiderstände.

Erwachsene Lernende wollen:

  • nicht erzogen werden,
  • sich keinen Zeitzwängen unterwerfen,
  • wissen, wofür sie etwas lernen,
  • an Planung und Auswertung einer Veranstaltung beteiligt werden
  • einen Beleg für ihren Lernfortschritt.

Diese Punkte können selten in Gänze berücksichtigt werden, jedoch sollten sich Lehrende diese vor Augen führen, wenn sie Weiterbildungen planen. Berücksichtigt ein Lernangebot einen oder mehrere dieser Punkte nicht oder nicht ausreichend, können Lernwiderstände entstehen.


Referenzen

Faulstich, P. & Bayer, M. (Hrsg.). (2008). Lernwiderstände. Anlässe für Vermittlung und Beratung. Hamburg: vsa.

Faulstich, P. & Grell, P. (2003). Lernwiderstände aufdecken – Selbstbestimmtes Lernen stärken. Verfügbar unter: http://www.die-bonn.de/esprid/dokumente/doc-2003/faulstich03_01.pdf   (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)

Huber, A. (2003). Möglichkeiten des konstruktiven Umgangs mit Widerstand in erwachsenendidaktischen Veranstaltungen. Gruppendynamik und Organisationsberatung, 2003 (2), 133 - 145. Tröster, M. (2000). Lernwiderstände. DIE Zeitschrift, 2000 (2), 41.

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Wenn Teilnehmende nicht richtig wollen oder können

In der Schule und meist auch in der beruflichen Bildung sollen wir lernen. Auch Erwachsene kommen häufig in Weiterbildungskontexte, weil sie aus unterschiedlichen Gründen dazu angehalten werden.

Lehrende stehen dann vor der Herausforderung, Lernen möglich zu machen, wo Widerstände vorhanden sind.

Überlegen Sie einmal konkret für Ihren Weiterbildungskontext, ob beziehungsweise wie Sie die folgenden Punkte vermeiden oder umsetzen können:

Erwachsene Lernende wollen...

  • nicht erzogen werden,
  • sich keinen Zeitzwängen unterwerfen,
  • wissen, wofür sie etwas lernen,
  • sich an Planung und Auswertung einer Veranstaltung beteiligen
  • einen Beleg für ihren Lernfortschritt.

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Primäre KSF

emotionale Grundlagen des Lernens

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch Die Lehrkraft kann verschiedene emotionale Prozesse und Zustände integriert betrachten und bewerten. Die Lehrkraft kann verschiedene<br /> emotionale Prozesse und Zustände integriert betrachten und bewerten sowie in (neue) situationsadäquate Vorgehensweisen überführen. Die Lehrkraft kann (neue) situationsadäquate Vorgehensweisen entwickeln und umsetzen, die verschiedene emotionale Prozesse und Zustände im Rahmen von Lehr-Lernsituationen berücksichtigen.
Mittel Die Lehrkraft kann verschiedene emotionale Prozesse und Zustände unterschieden. Die Lehrkraft kann verschiedene emotionale Prozesse und Zustände unterscheiden und bei der Gestaltung von Lehr-Lernsituationen berücksichtigen. Die Lehrkraft kann verschiedene emotionale Prozesse und Zustände bei der Gestaltung von Lehr-Lernsituationen berücksichtigen.
Niedrig Die Lehrkraft kann verschiedene emotionale Prozesse und Zustände benennen. Die Lehrkraft kann verschiedene emotionale Prozesse und Zustände benennen und unter Anleitung auf diese reagieren. Die Lehrkraft kann unter Anleitung auf verschiedene emotionale Prozesse und Zustände reagieren.

Eine blaue Markierung bedeutet, dass das ELO dieser Säule & Niveau-Kombination zugeordnet ist.

(Achtung: Änderungen der Kompetenz-Referenzen werden alle 1-2 Stunden aktualisiert und sind erst dann sichtbar!)

 

Sekundäre KSF

motivationale Grundlagen des Lernens

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch Die Lehrkraft kann verschiedene motivationale Prozesse und Zustände integriert betrachten und bewerten. Die Lehrkraft kann verschiedene<br /> motivationale Prozesse und Zustände integriert betrachten und bewerten sowie in (neue) situationsadäquate Vorgehensweisen überführen. Die Lehrkraft kann (neue) situationsadäquate Vorgehensweisen entwickeln und umsetzen, die verschiedene motivationale Prozesse und Zustände im Rahmen von Lehr-Lernsituationen berücksichtigen.
Mittel Die Lehrkraft kann verschiedene motivationale Prozesse und Zustände unterscheiden. Die Lehrkraft kann verschiedene motivationale Prozesse und Zustände unterscheiden und bei der Gestaltung von Lehr-Lernsituationen berücksichtigen. Die Lehrkraft kann verschiedene motivationale Prozesse und Zustände bei der Gestaltung von Lehr-Lernsituationen berücksichtigen.
Niedrig Die Lehrkraft kann verschiedene motivationale Prozesse und Zustände benennen. Die Lehrkraft kann verschiedene motivationale Prozesse und Zustände benennen und unter Anleitung auf diese reagieren. Die Lehrkraft kann unter Anleitung auf verschiedene motivationale Prozesse und Zustände reagieren.

Eine blaue Markierung bedeutet, dass das ELO dieser Säule & Niveau-Kombination zugeordnet ist.

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Tertiäre KSF

Gestaltung der Lernatmosphäre

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

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Verwendung

Node Typ Lernpfad
Hauptinhalt Hauptinhalt Lernwiderstände - Was hat es mit ihnen auf sich?

ID dieses ELOs: 87121df7-c8aa-4916-a7a6-cb252bb25ee9

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