Cognitive Apprenticeship als Ansatz aktivierenden Lernens ELO

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Wie kann die Aufmerksamkeit der Lernenden trainiert werden? Wie können Lernende für innere Prozesse, die bei der Lösung eines abstrakten Problems ablaufen, sensibilisiert werden? In diesem Lernschritt erfahren Sie, wie anhand des Cognitive Apprenticeship die Aneignung problemlösender Strategien gelingen kann. 
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Cognitive Apprenticeship als Ansatz aktivierenden Lernens

Definition

Cognitive Apprenticeship („kognitive Meisterlehre“) stellt ein interaktives Modell der Unterrichtsgestaltung dar, das im Sinne von Meister-Lehrlings-Verhältnissen kognitive Prozesse für den Lernenden sichtbar machen soll. 

Der von Collins, Brown und Newman 1989 entwickelte Cognitive Apprenticeship-Ansatz betont und expliziert die Anleitung und Unterstützung der Lernenden bei der Lösung von Problemen. In Anlehnung an die Handwerkslehre werden hierbei ablaufende Lernprozesse aufgegriffen und deren methodische Schritte auf den Erwerb von kognitiven Kompetenzen übertragen.

Cognitive Apprenticeship kann aufgrund seiner Methodik dazu dienen, Aufmerksamkeit zu trainieren und den Umgang mit metakognitivem Wissen einzuüben. Die inneren Prozesse, die bei der Lösung eines abstrakten Problems ablaufen, sollen dabei sichtbar gemacht und reflektiert werden. Wichtig ist hierbei, dass die Lernenden ein Modell durch die Lehrperson  bekommen und diese dabei auch ihre eigenen Denkprozesse deutlich macht. Das Wissen von Expertinnen und Experten und deren problemlösende Strategien sollen den Lernenden als Vorbild für die Entwicklung einer heuristischen Strategie dienen, mit der anschließend auch unbekannte Aufgaben angegangen und bewältigt werden können.
 

Theoretische Begründung

Cognitive Apprenticeship steht in enger Verbindung zum Ansatz situierten Lernens. Dem Cognitive Apprenticeship liegt die Annahme zugrunde, dass Wissen von den Lernenden in sozialen Situationen aktiv konstruiert wird bzw. werden muss. Der Ansatz des Cognitive Apprenticeship geht davon aus, dass bei einer eher theoretischen und überwiegend abstrakten Wissensvermittlung insbesondere metakognitive Fähigkeiten vernachlässigt werden. Dies sind Fähigkeiten, die die Lernenden befähigen, sich selbst mittels bestimmter Vorgehensweisen Informationen und Wissen zu beschaffen oder zu verwenden, selbstständig auf Lösungen zu kommen, indem Metaperspektiven eingenommen werden, und damit auch vor praktischen Schwierigkeiten der Anwendung theoretischen Wissens nicht zu verzweifeln.
 

Aufbau des Modells

Die Charakterisierung „learning through guided experience“ kennzeichnet den Kern dieser Methode, die nach folgendem Grundprinzip aufgebaut ist: Eine Expertin oder ein Experte macht modellhaft etwas vor, die Lernenden versuchen probeweise, das, was ihnen vorgemacht wird, nachzumachen. Hierdurch sollen sie eine spezifische Handlungskompetenz erwerben.

Im Wesentlichen lassen sich in der methodischen Umsetzung des Cognitive Apprenticeship vier Phasen unterscheiden:

Klicken Sie auf die Fragezeichen im Bild, um sich die vier Phasen anzeigen zu lassen.

 

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Stufen des Cognitive Apprenticeship, Bild: Eigene Darstellung

 

Über die genannten Prinzipien hinaus, die vornehmlich an die Lehrenden gerichtet sind, müssen nach dem Cognitive-Apprenticeship-Ansatz aber auch die Lernenden über spezifische Einstellungen und Fähigkeiten verfügen, um komplexe Aufgaben angemessen lösen zu lernen. Dazu gehören die folgenden drei:

Artikulation

Das Bild zeigt, wie eine Kursteilnehmerin von Herrn K. dem Dozenten und anderen Kursteilnehmenden einen Lösungsweg beschreibt.

Artikulation, Bild: Eigene Darstellung

Für den Lernerfolg ist es wichtig, dass die Lernenden bestimmte Prozesse, die intern ablaufen, externalisieren bzw. verbalisieren. Indem die Lernenden ihre Handlungsschritte artikulieren, in eigenen Worten oder Darstellungen die Aufgaben und Probleme kommentieren oder Lösungswege beschreiben, erhält die Lehrperson einen Zugang zu ihren kognitiven Aktivitäten  und gleichzeitig die Möglichkeit, darauf regulierend Einfluss zu nehmen.

Reflexion

Das Bild zeigt vier Teilnehmende am Ende einer Wegstrecke.

Reflexion, Bild: Eigene Darstellung

Eine Reflexion der Handlungen und Lösungen sichert zwischendurch und am Ende eines Lernprozesses die kognitiven Fortschritte. Hier geht es vor allem um den gemeinsamen Rückblick über die ausgeführten Handlungen und den Vergleich derer mit den Vorgaben der Lehrperson und deren idealtypischer Lösung. Expertenhandlungen und Lernerhandlungen sollen angenähert werden. Es kommt dabei darauf an, zu betonen, was die Lernenden sich bereits als Lösungen erarbeitet haben und wie sehr dies einer Musterlösung für die Aufgabe entsprechen kann.

Exploration

Das Bild zeigt Herrn K. und seine Kursteilnehmenden bei einer Sternenerkundung.

Exploration, Bild: Eigene Darstellung

In weiteren Explorationen sollen Lernende ihr Wissen bzw. ihre Pro­blemlösungskompetenz auf andere Bereiche übertragen bzw. in Variationen und Vertiefungen ausprobieren können. Dabei sollte bewusst werden, dass Expertenlösungen für bestimmte Aufgaben wichtig sind, aber in der Eindeutigkeit der Lösung stets zu erkunden ist, auf welche weiteren Probleme sie passen oder nicht passen können.

Rahmen zur Gestaltung von Lernumgebungen

Wie im situierten Lernen insgesamt so spielt auch bei dieser Methode der Kontextbezug eine entscheidende Rolle. Im Mittelpunkt des Ansatzes steht der Anspruch einer praxisnahen Einbettung von Problemstellungen in Anwendungskontexte, die von Lernenden mithilfe geeigneter Anleitung durch die Lehrenden gelöst werden können.

Im Sinne des Cognitive-Apprenticeship-Ansatzes sind Lernumgebungen dann ideal, wenn sie die Möglichkeit der Förderung unterschiedlicher kognitiver Strategien zum Inhalt haben, wenn sie vielfältige Methoden zum Einsatz bringen, wenn sie angemessen sequenziert sind und wenn sie angemessen sozial eingebettet sind.


Referenzen

Collins, A., Brown, J. S. & Newman, S. E. (1989). Cognitive Apprenticeship: Teaching the Crafts of Reading, Writing, and Mathematics. In L. B. Resnick (Hrsg.), Knowing, Learning and Instruction. Essays in Honour of Robert Glaser (S. 453-494). Hillsdale: Erlbaum. 

Collins, A. (1991). Cognitive Apprenticeship and Instructional Technology. In L. Idol & B. F. Jones (Hrsg.), Educational Values and Cognitive Instruction: Implications for Reform (S. 121-138). Hillsdale: Erlbaum.

Straka, G. A. & Macke, G. (2006). Lern-Lehr-Theoretische Didaktik (4. Aufl.). Münster u. a.: Waxmann.

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Cognitive Apprenticeship als Ansatz aktivierenden Lernens

Meister-Lehrlings-Methoden haben sich seit langem in der Praxis bewährt. Insbesondere in den Bereichen Textverständnis und Schreiben zeigt sich Cognitive Apprenticeship als recht effektiv einsetzbar. 

Für das Erlernen einer effektiven Lesestrategie beispielsweise wurde von J. S. Brown ein Leitfaden im Sinne des Cognitive Apprenticeship erstellt. Dieser Ansatz heißt „Reciprocal Teaching“ („wechselseitiges Unterrichten“) und stellt vier grundlegende Fähigkeiten in den Vordergrund: Auf der Basis eines gelesenen Textes Fragen formulieren, Textzusammenfassung, Vermutungen über den Fortgang des Textes anstellen und Probleme mit dem Text klären.


Ordnen Sie den einzelnen Arbeitsschritten des „Reciprocal Trainings“ die entsprechenden Phasen und Einstellungen der Lernenden gemäß dem Cognitive Apprenticeship zu.

Wenn alle Zuordnungen richtig sind, erhalten Sie insgesamt 1 Punkt für die Aufgabe.

 

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Primäre KSF

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