Nicht bloß Selbstzweck: digitale Medien im Kurs ELO

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Lehrszenarien mit digitalen Werkzeugen können bewährte Kurs- und Lernkonzepte auf den Prüfstand stellen: Digitale Medien bieten eine Fülle neuer Möglichkeiten, erfordern aber gleichzeitig eine angepasste und zeitgemäße Didaktik für Lehrende, Medienkompetenz bei Lehrenden wie Lernenden und neue Kurskonzepte. Kurz: Während die technische Entwicklung rast, hinkt die Didaktik hinterher. Digitale Bildung braucht passende pädagogische Konzepte. Was bedeutet das für meine Rolle? 
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Nicht bloß Selbstzweck: digitale Medien im Kurs

Bei der Auseinandersetzung mit den Potentialen internetgestützter Lehre stehen häufig die technischen Möglichkeiten digitaler Lernmedien im Fokus und weniger die denkbaren didaktischen Szenarien. Zentral ist aber stets die Frage, wie Medien die Qualität der Lehre verbessern können.

 

 Der Digitalzauberer, eigene Darstellung.

 

Dabei geht es nicht vorrangig darum, ob Lehrende digitale Lernmedien kompetent verwenden oder ein Bildungsanbieter mit der neuesten Technik ausgestattet ist. Vielmehr geht es darum, dass Sie für Ihre Weiterbildungen passende didaktische Konzepte entwickeln und (digitale) Medien in Ihren Weiterbildungen dann so einplanen, dass ein pädagogischer Mehrwert zu erwarten ist und die Lernziele besser erreicht werden. Medieneinsatz dient also nicht dem Selbstzweck. Teilnehmende werden Ihre Veranstaltung nicht weiterempfehlen, weil sie im Kurs Übungen auf dem eigenen Smartphone machen oder besonders viele Videos anschauen durften, sondern weil sie die Gelegenheit hatten, Gelerntes situativ und konkret anzuwenden, weil selbstgesteuertes Lernen gefördert wurde und weil sie neue kollaborative Lernformen ausprobieren konnten.

Im Zeitalter der Digitalisierung kommt dem Medieneinsatz aber eine verstärkte Bedeutung zu, weil neue Anwendungen vor allem die gemeinsamen sowie die individuellen Lernprozesse grundlegend verändern (können) und auch Lehrende teils vollkommen neue Rollen einnehmen müssen.

Welche Medien – wie, wofür und wann?

Lehrende haben die Aufgabe, didaktisch begründete Entscheidungen für den Medieneinsatz in ihren Kursen zu treffen. Diese Entscheidungen beziehen sich auf inhaltliche, methodische und organisatorische Dimensionen von Lehr-Lern-Arrangements.  
Wenn Sie mediengestützte Lehre planen, steht also die Frage im Mittelpunkt, wie sich das Internet/digitale Lernmedien didaktisch begründet in Ihre Lehr-Lernszenarien einbinden lässt/lassen. In Anlehnung an den Hirnforscher Gerald Hüther haben die Pädagogen Claudia de Witt und Thomas Czerwionka folgende Leitfragen zusammengestellt, die Lehrkräften dafür als Orientierung dienen können.  Wenden Sie die Karteikarten, um sich die Rückseite anzeigen zu lassen.

 

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Neue Aufgaben, neue Rollen

Mit dem Einsatz digitaler Medien in der Weiterbildung ergeben sich nicht nur neue Aufgaben, sondern auch neue Rollen für Lehrende. Kompetenzen, die schon hinsichtlich der Anwendung herkömmlicher Medien wichtig waren, spielen im Hinblick auf digitale Lernmedien in der Folge eine noch größere Rolle, denn:

  • Sie als Lehrende müssen Ihre Kursgruppe in Technik und Systeme einführen, Support leisten, in Webinaren oder Chats präsent sein, Foren betreuen, Lernende in geschlossenen Gruppen oder offenen Netzwerken aktivieren und motivieren, Feedback geben.
  • Sie müssen dafür über die nötige Computer Literacy, Digital Literacy oder Information Literacy verfügen, also die Kompetenzen, Computer, digitale Unterrichtswerkzeuge und Informationstechnologien sicher und effizient zu beherrschen und entsprechend versiert zum Einsatz bringen.
  • Ihnen kommt darüber hinaus auch die Aufgabe zu, Lernende fit im Umgang mit digitalen Medien zu machen, sie auch über räumliche Distanzen hinweg ins Kursgeschehen einzubinden und sie zu motivieren, diese Medien auch selbständig zu nutzen. 
     

Es sind nicht spezifische Features eines einzelnen Mediums, die den Lernprozess fördern, sondern das gut durchdachte Medienkonzept Ihres Lehr-Lern-Arrangements in Kombination mit anderen Faktoren. Über die Lehrperson hinaus gehören dazu die Kompetenzen der Lernenden und die Rahmenbedingungen der Weiterbildung sowie die technischen Voraussetzungen in der Lernumgebung. Ein unreflektierter Einsatz von Medien und Technik bringt also weder Ihnen noch Ihren Lernenden Vorteile. Im schlimmsten Fall kann er das Lernen sogar behindern. 


Referenzen

De Witt, C./Czerwionka, T. (2013): Mediendidaktik. 2. Aktualisierte und überarbeitete Auflage. Bielefeld: Bertelsmann

Brandt, P. (2018): Ein guter Tag für die Digitalisierung der Weiterbildung. Verfügbar unter  https://wb-web.de/aktuelles/ein-guter-tag-fur-die-digitalisierung-der-weiterbildung.html  (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) (2018): Monitor Digitale Bildung. Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter. Verfügbar unter https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/monitor-digitale-bildung-13/ (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)

Gundermann, A./Klante, S.: Nicht bloß Selbstzweck: Medien beim E-Learning. Verfügbar unter https://wb-web.de/material/methoden/nicht-bloss-selbstzweck-medien-beim-e-learning.html (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)

Netzwerk Digitale Bildung (2018): Wegweiser Digitale Bildung. CC-BY-SA 3.0

Hattie, J. (2008): Visible Learning. Routledge. London  

Mekwep-Test: Medienpädagogische Kompetenz des beruflichen Weiterbildungspersonals zur Unterstützung des Einsatzes digitaler Medien in formalen, non-formalen und informellen Lernsettings Verfügbar unter https://wb-web.de/aktuelles/wb-web-webinar-mekwep-testet-medienkompetenz.html  (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)
 

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Aufgabe zu "Nicht bloß Selbstzweck: digitale Medien im Kurs "

Wie schätzen Sie sich und  Ihre digitale Medienkompetenz ein? Notieren Sie für  sich einmal Ihre persönliche "digitale Komptenz", also Ihre Stärken und Interessen, aber auch die Punkte, bei denen Sie noch Ausbaupotential sehen.  Machen Sie anschließend den MekWeP-Test und legen Sie die beiden Ergebnisse nebeneinander. Stimmen Sie mit dem Ergebnis überein? Gibt es Überraschungen?

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Primäre KSF

Einsatz von Arbeits- und Sozialformen

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

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Sekundäre KSF

Gestaltung von Lernmaterialien

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