Soziale Orientierung - ohne Beziehungsarbeit geht es nicht ELO

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In die Köpfe der neuen Teilnehmenden schauen – damit wären Lehrende schon einen guten Schritt weiter. Denn vieles spielt sich in der Anfangsphase unbewusst ab. Wie kann es trotzdem gelingen, dass sich alle Lernenden in der Gruppe wohl und angenommen fühlen?

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Soziale Orientierung - ohne Beziehungsarbeit geht es nicht
Das Bild zeigt den Kursleitenden aus dem Fallbeispiel.

    Kursleiter Klaus Müller

Kursleiter Klaus Müller hat als Teilnehmer die Erfahrung gemacht, dass er große Vorurteile gegenüber Kursleitenden und anderen Lernenden hatte, weil diese ihn an andere Menschen erinnert haben. So hatte er zum Beispiel Schwierigkeiten, einem Kursleiter konzentriert zu folgen, der ihn an seinen nervigen Cousin erinnerte. Eine andere Trainerin hat ihn an eine strenge Lehrerin aus der Schule erinnert und er war stets darauf bedacht, nichts falsch zu machen. Mit einem Teilnehmer fiel es ihm schwer, in einem Team zu lernen, weil er ihn an einen Bekannten erinnerte, den er nicht leiden mag. Klaus Müller weiß, dass es seinen Teilnehmenden vermutlich ähnlich gehen wird und möchte ihnen deshalb zu Beginn Gelegenheit geben, sich gegenseitig kennenzulernen und etwas mehr übereinander zu erfahren. Müller geht davon aus, dass in seinem in Kürze startenden Kurs zum Thema Arbeitsplatzmanagement sehr unterschiedliche Teilnehmende sitzen werden. Er möchte deshalb direkt die erste Kursstunde nutzen, um sich selbst vorzustellen und dann mit einer Methode zum Kennenlernen den Teilnehmenden Zeit zum Austauschen geben. Er hat sich überlegt, dass die Lernenden sich in Kleingruppen darüber austauschen sollen, aus welchem Grund sie jeweils in den Kurs gekommen sind, was sie ganz besonders interessiert und wo sie das Gelernte anwenden wollen. Anschließend sollen sich die Teilnehmenden gegenseitig in der großen Gruppe vorstellen. So hofft Müller, dass er mehr über die Teilnehmenden und ihre Erwartungen erfährt und sich die Teilnehmenden gleichzeitig besser kennen lernen können. In Kleingruppen, so hofft er, trauen sich auch die ruhigeren Teilnehmenden etwas zu sagen und alle merken, dass es keine allzu großen Unterschiede bei den Vorkenntnissen gibt.

Besonders in der unsicheren Anfangsphase liegt die große Herausforderung darin, dass vieles, was das Handeln beeinflusst, im Unbewussten liegt. Menschen, die anderen ablehnend oder skeptisch entgegentreten, können selber oft gar nicht sagen, warum sie so reagieren.

Erst wenn Raum zum gegenseitigen Kennenlernen vorhanden ist, können solche oder ähnliche Eindrücke mit der Realität abgeglichen werden. Neben einem thematischen Einstieg ist deshalb auch die Beziehungsarbeit von zentraler Bedeutung, um ein Kennenlernen zu ermöglichen, soziale Unsicherheiten abzubauen und ein gemeinsames Lernen anzustoßen.
 

Wie funktioniert Beziehungsarbeit?

Lehrende können die Teilnehmenden nicht dazu zwingen, Beziehungen aufzubauen, aber sie können sich selbst auf die Lernenden einlassen und ihnen im Kursgeschehen immer wieder die Möglichkeit geben, sich gegenseitig besser kennen und einschätzen zu lernen.

Laut dem Psychologen Pio Sbandi kann es hilfreich sein, sich die im folgenden dargestellten Fragen vor Augen zu halten, mit denen Lernende zu Beginn einer Weiterbildung beschäftigt sind. 

 

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Bilder in den Karten: Eigene Darstellung, CC BY-SA 3.0 DE

 

Über die Suche nach Antworten nähern sich die Beteiligten einander an. Das kostet in der Anfangssituation die meiste Energie und bedeutet im Umkehrschluss, dass für das eigentliche Ziel der Weiterbildung, die Aneignung von Lerninhalten, in dieser Phase nicht viel Energie zur Verfügung steht.

Lehrende sollten also im Hinterkopf haben, dass sich Lernende mit den oben genannten Fragen beschäftigen und ihnen Raum geben, einander kennen zu lernen. Dadurch werden die Rollen und Positionen für das gemeinsame Lernen ausgehandelt. Außerdem entsteht so eine Situation, in der gemeinsame Regeln des Miteinander-Umgehens geklärt und entwickelt werden können.

Ein erster, wichtiger Schritt der Orientierung und Beziehungsarbeit ist es für Lehrende, ihre Rolle als Leitende zu kennen und auszufüllen.


Referenzen

Geißler, K. (2016). Anfangssituationen. Was man tun und besser lassen sollte. Weinheim: Beltz.

Pörksen, B. & Schulz von Thun, F. (2016). Kommunikation als Lebenskunst. Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens (2. Auflage). Heidelberg: Carl-Auer.

Sbandi, P. (1973). Gruppenpsychologie. München: Pfeiffer.

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Aufgabe zu "Soziale Orientierung - ohne Beziehungsarbeit geht es nicht"

„Kursleiter Klaus Müller hat sich überlegt, dass die Lernenden sich in Kleingruppen darüber austauschen sollen, aus welchem Grund sie jeweils in den Kurs gekommen sind, was sie ganz besonders interessiert und wo sie das Gelernte anwenden wollen. Anschließend sollen sich die Teilnehmenden gegenseitig in der großen Gruppe vorstellen. So hofft Müller, dass er mehr über die Teilnehmenden und ihre Erwartungen erfährt und sich die Teilnehmenden gleichzeitig besser kennen lernen können. In Kleingruppen, so hofft er, trauen sich auch die ruhigeren Teilnehmenden etwas zu sagen und alle merken, dass es keine allzu großen Unterschiede bei den Vorkenntnissen gibt.“

 

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