Wie können Werte von Teilnehmenden in den Kurs integriert werden? ELO

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Das Thema Werte kann auf vielfältige Weise  aufbereitet werden, um Teilnehmenden den Zugang dazu zu ermöglichen. Einige Methoden, die sich besonders eignen, werden in diesem Lernschritt vorgestellt.
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Wie können Werte von Teilnehmenden in den Kurs integriert werden?

Arbeit mit Werten, Bild: DELPHI, CC BY SA 3.0

Von den Kursleitenden fordert der Umgang mit Werten einiges an Moderationskompetenz ab. Diskussionen müssen gut angeleitet werden, ein Abdriften sollte verhindert werden und wenn es hitzig wird, sollte die Lehrperson in der Lage sein, die Gruppe gut einzufangen.  Zusätzlich muss der Prozess gut abgeschlossen werden, so dass die Teilnehmenden sich darüber bewusst werden, was sie von der Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Werten lernen können.

Dieser Lernschritt hat nicht den Anspruch, die Moderationsfähigkeiten fundiert weiterzuentwickeln. Er soll aber Anregungen geben, wie sich Lehrende dem Thema nähern können.  Durch wiederholtes und reflektiertes Anwenden der unten vorgestellten Methoden stellt sich mit der Zeit das richtige Gespür ein und die Routine verleiht die nötige Sicherheit. 

Wichtige Punkte für die Wertearbeit

Taucht ein Wertekonflikt ungeplant auf, ist es hilfreich, sich im Vorfeld bereits Gedanken gemacht zu haben, wie man damit umgehen kann und welche Methoden einem liegen. Die Beachtung der folgenden Punkte kann einen Rahmen schaffen, der es erlaubt, ein Thema zielführend im Kurs aufzugreifen:

  • Seien Sie sensibilisiert für das Thema Werte, um dieses beim Auftreten auch wahrnehmen zu können.
  • Signalisieren Sie der Gruppe, dass Sie das Thema aufgreifen möchten.
  • Machen Sie der Gruppe klar, wie viel Zeit Sie dem Thema einräumen möchten.
  • Formulieren Sie eine klare Fragestellung oder Einladung zur Bearbeitung der gewählten Methode.
  • Beziehen Sie die Gruppe in die Entscheidung mit ein, um festzustellen, ob das Aufgreifen des Themas auf Interesse stößt.

Die folgenden Methodenvorschläge bieten einen möglichen Umgang mit dem Thema an, ganz unabhängig davon, ob ein Thema implizit während eines laufenden Kurses auftaucht oder bewusst  als Teil des Kurses geplant ist.  Selbstverständlich handelt es sich hier nur um eine begrenzte Auswahl. Sie kann allerdings eine gute erste Orientierung für die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema bieten.  Für eine weitere vertiefende Beschäftigung mit den Methoden, sowie für beispielhafte Anleitungen können die unter "Referenzen" genannten Quellen (teils sind diese nur in englischer Sprache verfügbar) zur Inspiration herangezogen werden. 

Aufstellung

Im gesamten Raum werden verschiedene Wertepositionen markiert. Dafür eignen sich beschriftete Moderationskarten, die auf den Boden geklebt werden. Die Teilnehmenden verteilen sich anschließend entsprechend ihrer persönlichen Einstellung auf den Positionen. Nachdem alle Teilnehmenden einen Platz gefunden haben, geht die oder der Kursleitende die Positionen ab und fragt die Teilnehmenden nach den Gründen der gewählten Positionierung und der Abgrenzung zu anderen Positionen. Erst nach dem Gespräch verlassen die Teilnehmenden die Positionen wieder.

Gegensätzliche Positionen

Tauchen gegensätzliche Positionen auf, kann die Übung „Aufstellung“ dazu genutzt werden, um die Teilnehmenden zu bitten, die Positionen zu tauschen. Ziel ist es, dass sie in die Rolle des Gegenübers schlüpfen und sich in ihn oder sie hineinversetzen. Die Teilnehmenden brauchen hierfür etwas Zeit und ggf. Unterstützung. Im Anschluss soll die Ansicht aus der Perspektive der neuen Position in einer Diskussion vertreten werden.

Werte-Gespräch

Aktuelle gesellschaftliche oder politische Debatten eignen sich gut, um ein Gespräch über Werte zu führen. Dabei greift die oder der Kursleitende verschiedene Positionen auf. Diese können zur Unterstützung zum Beispiel an einer Moderationswand festgehalten werden. Die Teilnehmenden werden anschließend eingeladen, ihre Meinungen zu den Standpunkten zu äußern und argumentativ zu belegen. Ein Ziel kann es sein, dass die Teilnehmenden im Gespräch versuchen, die hinter den Standpunkten befindlichen moralischen Aspekte herausarbeiten.

Arbeit mit Kulturgegenständen

Mit Hilfe von Kulturgegenständen können ebenfalls Wertkonzepte herausgearbeitet und diskutiert werden.  Dafür eigenen sich zum Beispiel Bilder eines Denkmals eines  Kolonialherren, von  Burgen, historischen Grenzverläufen, Traditionen, usw. Die Teilnehmenden sollen zunächst ihre Assoziationen wiedergeben und anschließend interpretieren, welche Werte sie mit dem Gegenstand verbinden. Gerade im Rahmen von politischer Bildung kann das Gespräch dadurch erweitert werden, dass auch ein europäischer Bezug hergestellt wird. Dafür können die Teilnehmenden herausarbeiten, welche Bedeutung ein bestimmtes Objekt für eine Region, eine Nation und schließlich für Europa haben kann.

Rollenspiele

Eine weitere Methode, die sich gut zum Initiieren ethischer Lernprozesse eignet, ist das Rollenspiel.  Die Lehrperson erstellt dafür Beschreibungen von Personen, die unterschiedliche Positionen vertreten oder aus bestimmten definierten Kontexten stammen (z. B. unterschiedliche soziale Herkunft).  Die Teilnehmenden werden diesen unterschiedlichen Positionen zugeteilt und haben  im Anschluss Zeit, sich in ihre Rollen einzuarbeiten und wesentliche Standpunkte herauszuarbeiten.  Anschließend wird die eigentliche Aufgabe vorgestellt. Die Parteien müssen zu einem bestimmten Sachverhalt eine Lösung finden, idealerweise zu einem Konsens kommen.  Als Aufgabenstellung eigenen sich etwa anstehende (kontrovers diskutierte) politische Entscheidungen oder eine Abstraktion davon. Bei dieser Methode ist die Reflexion der eigenen Rolle im Anschluss an die Übung wichtig.  In dieser Phase sollten auch die Empfindungen während des Rollenspiels geäußert werden können.

Ziel der Methoden soll es sein, dass sich die Teilnehmenden der eigenen Standpunkte bewusst werden, sich befähigt fühlen, diese zu erkennen und auszudrücken und schließlich lernen mit anderen Standpunkten konstruktiv umzugehen.  Ein weiterer Aspekt ist das Wahrnehmen, wie sich eigene Standpunkte durch die Auseinandersetzung mit den Positionen der anderen Teilnehmenden verändern können.  Zusätzlich sollen die Methoden dazu beitragen, dass ein möglichst breites Meinungsspektrum ausgeleuchtet wird und die Teilnehmenden diesem argumentativ begegnen können. 


Referenzen

Delphi Toolkit for Heritage Interpretation Planning,  Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (2020). Verfügbar unter: https://delphi-eu.org/the_delphi_toolkit/  (zuletzt aufgerufen am:  14.12.2020)

Evive European Sharde Values Curriculum, University Paderborn (2015). Verfügbar unter: http://evive.eduproject.eu/wp-content/uploads/European-Shared-Values-Curriculum-Final-Version.pdf (zuletzt aufgerufen am : 14.12.2020)

Hohmann, R. (2010). Wie kann ethisches Lernen gefördert werden? In Gisbertz, H., Kruip, G. et al.  (Hrsg.), Ethisches Lernen in der  allgemeinen Erwachsenenbildung (S.  85-112). Bielefeld: wbv media.

Wert(voll). Tool-Kit für die interkulturelle Jugendarbeit, Europäische Akademie Otzenhausen, 2018.  Verfügbar unter:  https://www.mll-saar.de/wp-content/plugins/download-attachments/includes/download.php?id=1940 (zuletzt aufgerufen am: 14.12.2020)

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Aufgabe zu Wie können Werte von Teilnehmenden in den Kurs integriert werden

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Primäre KSF

Einsatz von Arbeits- und Sozialformen

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

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Sekundäre KSF

Gestaltung der Lernatmosphäre

Säule →

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Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
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