Lehren mit digitalen Medien - Zwei Erfahrungsberichte aus der Praxis ELO

Gültigkeitsprüfungen dieses ELOs

Pflichtdaten: Sprache

Sprache: deutsch

Pflichtdaten: Aufgabenaktivität

Aufgabenaktivität: Verständnis-/ Zuordnungsaufgabe

Pflichtdaten: Level

Level: niedrig

Pflichtdaten: Gesamte Bearbeitungszeit in Minuten

Gesamte Bearbeitungszeit in Minuten: 20

Platzhalter - Teaser-Bild
Teaser-Text:
Digitale Bildung bedeutet, Lehrsituationen zeitgemäß zu gestalten und neue Medien gezielt einzusetzen, um Kursinhalte besser zu vermitteln und Lernziele effizienter zu erreichen. Doch welche Möglichkeiten habe ich, digitale Werkzeuge in meinen Kursen zu nutzen? Wie verändert sich mein Unterricht dadurch und was muss ich beachten? Zwei Lehrende berichten von ihren Erfahrungen. 
Achtung: H5P-Inhalte können hier nicht korrekt dargestellt werden. Stattdessen erscheint ein grauer Balken. Um den Inhalt mit H5P-Elementen zu sehen, klicken Sie auf den folgenden Link.
Lehren mit digitalen Medien - Zwei Erfahrungsberichte aus der Praxis

Die Auswahl an digitalen Medien für den Unterricht ist groß. Die Frage, wo Lehren und Lernen mit digitalen Medien überhaupt beginnt und wie es in der Praxis aussehen kann, ist berechtigt. Im folgenden Abschnitt kommen eine angestellte Dozentin und ein freiberuflicher Weiterbildner zu Wort. Sie schildern, für welche digitalen Tools sie sich in ihren Kursen entschieden haben, wie sie sie einsetzen und welchen Nutzen sie in ihnen sehen.

Interaktive Whiteboards

Das Bild zeigt die Dozentin aus dem Fallbeispiel.

Merve Deniz arbeitet als angestellte Dozentin für Internationales Verhandlungstraining bei einem regionalen Bildungsanbieter. Sie ist medienaffin, gehört zwar nicht zur Gruppe der „digital natives,“ nutzt das Internet in den Kursen aber bereits, seitdem sie unterrichtet. Sie hat eine eigene Homepage, auf der sie wertvolle Infos und Links zusammenstellt und ist auch bei diversen Social Bookmarking Tools aktiv. Seit etwa einem Jahr arbeitet sie mit interaktiven Whiteboards und ist mittlerweile begeistert. Doch der Weg dahin war holprig.


„Ich arbeite total gerne mit den interaktiven Whiteboards. Am wichtigsten für meine Kurse ist der direkte Zugang zum Internet, die Möglichkeit, Videos gemeinsam anzuschauen und selbst erstellte Videos hochzuladen – bei mir wird viel mit Rollenspielen und Feedback-Übungen gearbeitet. Ich kann die Teilnehmer aber auch sehr gut in die Arbeit mit der Tafel einbinden, vor allem, seitdem wir Tablets zur Verfügung haben. Damit können Gruppen ihre Arbeitsergebnisse direkt auf die Bildfläche aufspielen - das ist unheimlich inspirierend und motivierend für alle, denn es zeigt noch einmal die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten.


Mittlerweile fühle ich mich sicher im Umgang mit der neuen Präsentationsform des Whiteboards. Zunächst hatte ich große Sorge, mir vor der Kursgruppe eine Blöße zu geben, weil etwas nicht klappt. Die Herausforderung ist ja, dass es kaum Möglichkeiten gibt, zu Hause zu üben oder „heimlich“ vor Ort etwas auszuprobieren, weil die Räume ständig besetzt sind. Das hätte bei der Umstellung besser berücksichtigt werden sollen. Bei uns wurde von der pädagogischen Leitung vor etwa einem Jahr beschlossen, die herkömmlichen Whiteboards durch interaktive Tafeln zu ersetzen, was dann übereilt und unüberlegt in die Tat umgesetzt wurde. Ich glaube, es war niemandem bewusst, dass wir nun neue Kursmaterialien und digitale Vorlagen erstellen müssen. Für viele von uns war das eine enorme Herausforderung, zumal die Unterschiede in der Medienkompetenz im Kollegium recht groß sind: Einige hatten vorher noch nie eine Präsentation erstellt, geschweige denn einen Beamer benutzt. In manchen Kursen ist das auch einfach nicht erforderlich. Allein der neue „Tafelanschrieb“ auf einer Touch-Oberfläche will geübt sein. Nicht zuletzt müssen wir ja auch die Kursmitglieder überzeugen, selbst mal an der Tafel aktiv zu werden – und das ist sehr schwierig, wenn wir selbst gehemmt sind.


Was die Materialien betrifft, so habe ich die Gelegenheit zum Anlass genommen, ganz neue Visualisierungen für Inhalte und Aufgaben zu wagen. Ich nutze jetzt Learning Apps und H5P. Beide sind sehr nutzerfreundlich und auch einfache Vorlagen machen eine Menge her. So kann ich Schwung in den Unterricht bringen, insbesondere, wenn die Inhalte mal sehr theoretisch sind. Im Kollegium haben wir inzwischen eine Arbeitsgruppe gegründet, in der wir uns gegenseitig fortbilden, neue Kniffe und Nutzungsmöglichkeiten der Tafel erklären und uns gegenseitig Tipps für die Visualisierung geben. Das hilft mir eigentlich am meisten.“

Kollaborative Tools 

Das Bild zeigt den Weiterbildner aus dem Fallbeispiel

Jan Feldkamp ist Trainer mit dem Schwerpunkt „Bilanzen und Geschäftsberichte überzeugend formulieren und präsentieren“.  Seine Zielgruppe besteht überwiegend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bereichen Controlling, Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung. Er ist freiberuflich für verschiedene Unternehmen tätig und erteilt an zwei Abenden pro Woche Kurse bei einer Akademie für Fort- und Weiterbildung. Jan ist viel unterwegs und führt darüber hinaus eine Fernbeziehung. Sein Smartphone bezeichnet er deshalb als sein Büro. 
„In meinen Veranstaltungen trainiere ich mit den Teilnehmern, Statistiken und Bilanzen für andere verständlich und lesbar zu formulieren. Ein großer Teil findet über praktische Übungen in Gruppenarbeit statt – aber nicht während der Präsenzphasen, sondern anstelle einzelner Sitzungen oder kursbegleitend als Projekt. Dafür nutze ich Google Docs oder Etherpad, weil über beide Programme mehrere Personen gemeinsam an Dokumenten arbeiten und innerhalb dieses Dokuments auch miteinander kommunizieren können, mich eingeschlossen. Es ist wie ein Arbeitsraum innerhalb eines Dokuments. Ich habe Zugriff auf jede Arbeitsgruppe und kann Hilfestellung geben, Fragen beantworten. In der Regel reagiere ich innerhalb von 24 Stunden, aber wenn ich sehe, dass viele Benachrichtigungen einlaufen, reagiere ich, wenn möglich, sofort. Bevor ich auf diese Art der Gruppenarbeit umgestiegen bin, habe ich ausgiebig alle möglichen Szenarien mit meinem Freundeskreis durchgespielt: Zugriff von verschiedenen Geräten, Betriebssystemen oder offline.
Was digitale Tools angeht, so arbeite ich aus Prinzip nur mit Anwendungen, die von überall und jederzeit zugänglich sind: also über Smartphone, Tablet oder den PC. Zur Not ginge auch ein öffentlicher Rechner. Das hat auch mit meiner persönlichen Lebenssituation zu tun: Für mich ist das wichtig, weil ich als Freiberufler mit mehreren Auftraggebern viel unterwegs bin und die Kursvorbereitung dann z.B. auch im Zug machen muss. Flexibilität ist auch wichtig für meine Kursgruppen: Einzelne sind ebenfalls mal auf Dienstreise und erledigen die Aufgaben dann von unterwegs. So können sie unabhängig von Ort und Zeit auf die Gruppendokumente zugreifen. Aus diesem Grund nutze ich auch das Moodle-Klassenbuch für jeden Kurs und werde zu verpassten Kurssitzungen und Aufgaben zum Glück kaum noch kontaktiert, das spart viel Zeit. In Moodle stelle ich auch weiterführende Materialien zur Verfügung. Da arbeite ich viel mit Offenen Bildungsressourcen, die die Teilnehmenden auch ergänzen dürfen. Davon profitieren dann auch meine anderen Kursgruppen. 
Für mich liegt der Vorteil bei diesen digitalen Tools ganz klar auch darin, dass ich meine Kursstruktur und die Materialien mehrfach verwerten kann. Die Vorbereitungszeit für die Kurse wird mir ja kaum vergütet- außerdem habe ich teils schlicht keine, weil der Großteil der Seminare im Herbst und im Frühjahr geballt parallel läuft.
Klar, es kostet in jedem neuen Seminar zu Beginn einiges an Überzeugungsarbeit, um bei allen die Akzeptanz für die Gruppenarbeit im Netz zu schaffen und die Bereitschaft, sich aktiv zu beteiligen. Wir steigen aber zunächst mit einfachen Anwendungen ein und ich kümmere mich in den ersten beiden Sitzungen darum, dass bei allen die technischen Voraussetzungen gegeben und alle mit dem Umgang vertraut sind. Die Anwendungen wie Tabellenkalkulation oder Textbearbeitung an sich sind ja nichts Neues. Neu ist nur, wie wir damit arbeiten: nämlich jeder für sich und doch alle gemeinsam. Ich gebe zu, dass ich zwischendurch immer wieder motivieren muss. Aber am Ende lohnt es sich doch.
Nicht alle, aber die meisten machen eigentlich gut mit – warum auch nicht? Sie werden zukünftig genau diese Arbeiten ja alleine erledigen müssen. Zu „faulen“ Teilnehmern kann ich nur sagen: die können Sie in jedem Kurs haben. Hier maßregeln sich die Kolleginnen und Kollegen gegenseitig, wenn sie sehen, dass wesentliche Teile der Arbeit sonst an ihnen hängen bleiben. Kurz gesagt: meine Tools werden gut angenommen. Sie passen aber auch einfach zur Zielgruppe… und zu mir - wahrscheinlich ist das die wichtigste Voraussetzung.“


Referenzen

Demuth, U. (2016). Kollaboratives Schreiben. Verfügbar unter www.die-bonn.de/wb/2016-kollaboratives-schreiben-01.pdf (zuletzt abgerufen am 23.10.2019)

Demuth, U. (2016). Interaktive Whiteboards – mehr als nur Beamer und Tafel! Ein Fallbeispiel mit Ute Demuth. Verfügbar unter https://wb-web.de/material/medien/interaktive-whiteboards-mehr-als-nur-beamer-und-tafel.html (zuletzt abgerufen am 23.10.2019)

Achtung: H5P-Inhalte können hier nicht korrekt dargestellt werden. Stattdessen erscheint ein grauer Balken. Um die Aufgabe mit H5P-Elementen zu sehen, klicken Sie auf den folgenden Link.
Aufgabe zu "Lehren mit digitalen Medien - Zwei Erfahrungsberichte aus der Praxis"

This H5P content cannot be shown right now.
Did you just move this element? Reload the page to attempt to fix the problem.

Primäre KSF

Einsatz von Arbeits- und Sozialformen

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

Eine blaue Markierung bedeutet, dass das ELO dieser Säule & Niveau-Kombination zugeordnet ist.

(Achtung: Änderungen der Kompetenz-Referenzen werden alle 1-2 Stunden aktualisiert und sind erst dann sichtbar!)

 

ID dieses ELOs: 1c3c15e7-e809-490d-94f0-33e2c5eb5e9a

Generierungsdatum Gültig? Generierungsfehler Validierungsfehler Link

Hinweis: Links auf das XML müssen mit Rechtsklick und "Link in neuem Tab öffnen" geöffnet werden.