Die Mischung macht‘s: Blended Learning ELO

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Die Idee vom Blended Learning ist nicht neu: Die Kursmitglieder absolvieren einen Teil der Lerneinheiten im Selbststudium und einen Teil im Präsenzseminar. Mit digitalen Medien gibt es aber die Möglichkeit, beide Phasen neu zu gestalten.
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Die Mischung macht‘s: Blended Learning

Im Kontext von Online-Lernen ist mit Blended Learning die geeignete Verbindung von Präsenz- und Online-Lernszenarien gemeint. To blend something bedeutet im Englischen etwas vermischen.  Es werden also verschiedene Lernmethoden, Medien und Lernformen miteinander kombiniert. Vereinzelt wird das Konzept auch als integriertes oder hybrides Lernen bezeichnet. Das Ziel von Blended Learning ist, elektronische Formen des Lernens mit den sozialen Aspekten von Präsenzveranstaltungen zu verbinden, um möglichst flexible und effiziente Lehr-Lernangebote zu kreieren.

Online-Anteile beim Blended Learning

Insbesondere folgende Teile können internetgestützt stattfinden: 

  • die Bereitstellung von digitalen Kursmaterialien
  • die Bereitstellung von digitalen Selbstlernmaterialien
  • die Bereitstellung von Aufgaben über Online-Anwendungen
  • Online-Prüfungen oder Online-Tests
  • einzelne E-Learnings zur Kursbegleitung oder als Vor- oder Nachbereitung einer Weiterbildung
  • einzelne Seminarbausteine oder Kurseinheiten als Online-Lerneinheiten: eine Vorlesung oder ein Lehrvideo auf Youtube, Gruppenarbeiten über Groupware, eine Sitzung als Webinar oder eine Videokonferenz, individuelle Betreuung, individuelle oder Gruppenarbeitsräume im Internet, Foren

Wichtig beim Konzept Blended Learning ist, dass die eine Komponente nicht ohne die andere funktioniert: Das bedeutet, dass Präsenzphasen und Online-Phasen genau aufeinander abgestimmt sein müssen, um aus jeder Methode das Beste herauszuholen und die Nachteile so gering wie möglich zu halten.

Schieben Sie den Regler in der Mitte des Bildes nach rechts oder links, um sich die beiden Kursbeispiele anzeigen zu lassen.

 

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Eigene Darstellung mithilfe des Tools Linoit https://en.linoit.com/. CC-BY-SA 3.0

Die Online-Elemente können unterschiedliche Funktionen erfüllen: beim Blended Learning-Beispiel zum Kurs "Deutsch als Fremdsprache" dienen die Online-Module vor allem der Übung und Anwendung des im Kurs vermittelten Wissens. Das Beispiel Vertrieb verdeutlicht hingegen, wie die E-Learnings als vorbereitendes Lernangebot für die Präsenzphasen eingesetzt werden können. 

Auf den Kopf gestellt: Flipped Classroom

Eine Blended-Learning-Variante der jüngeren Zeit ist der so genannte flipped classroom

Hier handelt es sich um ein didaktisches Konzept, bei dem Lerninhalte vor der Präsenzveranstaltung zum Selbststudium zur Verfügung gestellt werden und die gemeinsame Zeit im Seminar für Praxis und Anwendung genutzt wird. To flip something bedeutet im Englischen etwas umdrehen – vereinzelt wird das Konzept des Flipped Classroom daher auch als inverted classroom, also umgedrehte Lehre bezeichnet. Häufig werden die vorbereitenden Lerninhalte als Video zur Verfügung gestellt. Dies hat seinen Ursprung darin, dass viele Kursleitende ihre eigenen Vorlesungen abfilmten, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, über ein Video das Thema noch einmal zu wiederholen. 

Die Idee vom Flipped Classroom ist also, die klassischen Erklär-Phasen der frontalen Lehre aus dem Seminarraum heraus in Form von Selbstlerneinheiten in die Vorbereitungszeit der Lernenden zu verlagern. So können sich Lehrende und Lernende in der Präsenzphase ganz auf die praktische Anwendung und Problemlösung konzentrieren. 

Das hat den Vorteil, dass die Kursmitglieder im Selbststudium ihrem persönlichen Lerntempo folgen können. Wer schnell vorankommt, überspringt Inhalte oder erarbeitet zusätzliches Material. Wer etwas noch einmal bearbeiten möchte, wiederholt. Flipped Classroom ist eine probate Methode, um individuelle Lernprozesse zu fördern. 

Auf diese Weise bleibt in den Präsenzveranstaltungen mehr Zeit für die Vertiefung eines Themas und gemeinsame Transferleistungen – und zwar dort, wo Lehrende präsent sind, um dies zu begleiten. Daher ändert sich insbesondere beim Konzept des Flipped Classrooms die Rolle der Lehrenden von „Wissensvermittelnden“ hin zu „Beratenden“, „Lernbegleitenden“ oder „Coaches“. 

Je nach Thema und Zielsetzung eines Seminars kann das Verhältnis zwischen Präsenz- und Onlineeinheiten sehr unterschiedlich ausfallen. Lehrkräfte können einzelne Stunden oder ganze Lehr-/Lerneinheiten mit Flipped Classroom gestalten oder einen Kurs noch viel umfassender darauf ausrichten. Wenn Sie die Methode anwenden möchten, müssen Sie also nicht gleich Ihre gesamte bisherige Kursplanung verwerfen, sondern können sich – gemeinsam mit den Teilnehmenden – auch langsam an das Konzept herantasten.

Es geht auch ohne Video!

Häufig erstellen Lehrende eigene Videos. Beim „flippen“ muss aber nicht immer das Video das zentrale Element sein. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit der Produktion von Lehrvideos oder multimedialen Inhalten haben, können Sie auch auf Material fremder Autorinnen und Autoren zurückgreifen. Mögliche Formen sind

  • Videos/Lehrvideos fremder Autorenschaft (unter Berücksichtigung des Urheberrechts)
  • PowerPoint Präsentationen, die mittels Screencast abgefilmt werden
  • Texte aus eigener Hand oder fremder Autorenschaft (unter Berücksichtigung des Urheberrechts)
  • Videos, die mithilfe von Animationsprogrammen oder Anwendungen für die Erstellung von Online-Lehrmaterialien erstellt werden, ohne dass Sie als Lehrkraft auftreten müssen

Wenn Sie zum "flippen" Material, verwenden möchten, das Sie nicht selbst erstellt haben, dann müssen Sie die Rechte des Erstellers oder der Erstellerin dieser Materialien berücksichtigen und die Vorschriften zur dessen Nutzung beachten. Auch wenn es sich um „offene Bildungsmaterialien“ (OER) handelt, gibt es unterschiedliche Vorgaben zur weiteren Verwendung und Bearbeitung dieser Medien. 


Referenzen

Nimmerfroh, M.-C. (2016). Flipped Classroom. Verfügbar unter www.die-bonn.de/wb/2016-flipped-classroom-01.pdf (zuletzt abgerufen am 18.09.2019) 

Nimmerfroh, M.-C. (2016) Flipped Classroom ohne Videoeinsatz. Verfügbar unter https://wb-web.de/material/methoden/flipped-classroom-ohne-videoeinsatz.html (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)   

Witt, S. Recht in der Weiterbildung. Folge 3: Urheberrecht.  Verfügbar unter https://wb-web.de/dossiers/recht-weiterbildung/folge-3-urheberrecht.html (zuletzt abgerufen am 20.09.2019) 

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Aufgabe zu "Die Mischung macht‘s: Blended Learning"

Wenn die Lernenden nicht vorbereitet sind

Gerade beim flipped oder blended Learning ist es eine wichtige Voraussetzung für die Präsenszeit, dass sich die Teilnehmenden gut vorbereiten und die Selbstlernphase genutzt haben. Gegeben ist es jedoch nicht immer. Dennoch muss nicht zwangsläufig die gesamte Kursplanung über den Haufen geworfen werden, wenn Einzelne das Material nicht bearbeitet haben. Überlegen Sie einmal, welche Möglichkeiten Sie haben, um mit dieser Situation umzugehen?

Wenn Sie ein paar Ideen gefunden haben, können Sie sich im Folgenden Hinweise dazu und zwei Videos zum Thema anschauen.

Im folgenden Video lassen wir hierzu Prof. Dr. Christian Spannagel mit Tipps zu Wort kommen. Er lehrt Mathematik  an und ihre Didaktik an der PH Heidelberg und ist in der Anwendung der Methode Flipped Classroom sehr erfahren. 

 

Quelle: Prof. Dr. Christian Spannagel Flipped Classroom: Was tun, wenn viele Studierende unvorbereitet sind? 

In einem weiteren Video antwortet Prof. Jürgen Handke von der Philipps-Universität Marburg auf die Frage „Wie motiviere ich Lernende im Flipped Classroom sich vorzubereiten?“ in einem Interview mit wb-web.de.

 

Quelle: Prof. Jürgen Handke Wie motiviere ich Lernende im Flipped Classroom, sich vorzubereiten? 

Beispiellösung

Es gibt also unterschiedliche Wege, an dieses Problem heranzutreten. Welcher gangbar ist, hängt sehr von der Kurszusammensetzung ab, insbesondere, wenn es sich um erwachsene Lernende handelt. Wichtig ist, dass bei den Kursmitgliedern ankommt, dass sie dem Kursgeschehen nicht weiter folgen können, wenn sie den Selbstlernteil verweigern. 
Deshalb sollten Sie es in den ersten Sitzungen nach der Vorbereitung im Selbststudium besser vermeiden, selbst die Inhalte der Vorbereitung zusammenfassen: denn damit vermitteln Sie Ihrem Kurs, dass die Vorbereitung gar nicht notwendig gewesen wäre.

Im folgenden Video lassen wir Christian Spannagel mit Tipps zu Wort kommen, der an der PH Heidelberg Mathematik lehrt und in der Anwendung der Methode Flipped Classroom sehr erfahren ist. 

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Primäre KSF

Einsatz von Arbeits- und Sozialformen

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

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(Achtung: Änderungen der Kompetenz-Referenzen werden alle 1-2 Stunden aktualisiert und sind erst dann sichtbar!)

 

Sekundäre KSF

Gestaltung von Lernmaterialien

Säule →

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Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

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