Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele für Rückmeldemöglichkeiten in digitalen Weiterbildungen und Punkte, die dabei wichtig sind. Klicken Sie die Beispiele an, um sich Informationen dazu anzeigen zu lassen. 

Automatische Rückmeldungen

Gibt es Aufgaben in einem Lernmanagementsystem oder findet das komplette Training online statt, ist meistens eine automatische Auswertung der Antworten möglich. Das heißt, dass direktes Feedback zur gestellten Frage gegeben werden kann, zum Beispiel ob die gegebene Antwort richtig oder falsch ist. Je kürzer die Zeit zwischen Beantwortung und Rückmeldung ist, umso wirksamer ist das Feedback.

Das folgende Beispiel stammt aus einem Englisch-Kurs:

 

Beispiel für eine Aufgabe mit automatischem Feedback, Bild: Eigene Darstellung

 

Ergänzend zu dem Balken und der erreichten Punktzahl könnte auch eine kurze schriftliche Rückmeldung erfolgen. Ein automatisches Feedback sollte abwechslungsreich formuliert sein, vor allem aber möglichst klar und genau – so kommt es nicht zu Missverständnissen und die Kursteilnehmenden können die Rückmeldung klar einordnen. „Richtig“ oder „falsch“ sind eindeutig formulierte Antworten, genau wie „Treffer“, „daneben“, „neuer Versuch“ oder „gut gemacht“.

Damit das Feedback für den Teilnehmer oder die Teilnehmerin nachvollziehbar ist, sollte es eine Begründung liefern. Also neben der Rückmeldung „richtig oder falsch“ noch ein „Wieso“ enthalten. War die Antwort perfekt oder hat vielleicht nur ein bestimmter Aspekt gefehlt? Zusatzinformationen helfen den Teilnehmenden, das Feedback genauer zu verstehen. Das kann eine Erklärung sein oder ein Hinweis, wie er oder sie zur richtigen Antwort kommt.

Kurze persönliche Rückmeldungen

Kurze Rückmeldungen können ganz unterschiedlich aussehen: Von dem Hinweis, dass das Mikrofon beim Sprechen noch ausgeschaltet ist, über eine kurze Rückmeldung zum Vorgehen oder den Lernfortschritt bis hin zu einer sanften Fehlerkorrektur, kann es ganz unterschiedliche Anlässe geben. Die Rückmeldung kann so das gemeinsame Arbeiten ermöglichen, die Relevanz der Inhalte verdeutlichen oder das Lernen verbessern und die Teilnehmenden motivieren. Die Rückmeldungen können direkt mündlich gegeben werden oder aber auch schriftlich zum Beispiel über einen Chat erfolgen.

Wichtig ist, dass das gemeinsame und effektive Lernen im Vordergrund steht und niemand durch eine Rückmeldung bloßgestellt wird.

 Ausführliche und individuelle persönliche Rückmeldungen 

Ausführliche Rückmeldungsgespräche sollten vorher abgesprochen und gut vorbereitet sein und können zum Beispiel mit Videokonferenztools durchgeführt werden.

Damit diese Gespräche für die Teilnehmenden lernförderlich sind, sollten ein paar Punkte berücksichtigt werden:

  • Sie sollten als Gespräch und nicht als Monolog gestaltet werden.
  • Im Idealfall können Lernende zunächst ihre eigene Einschätzung wiedergeben.
  • Lehrende sollten beschreiben und erklären, jedoch auf Interpretationen verzichten.
  • Feedback sollte sich auf Verhaltensweisen beziehen, die Lernende verändern können.
  • Wichtig ist, Pausen zu machen und auf die Reaktion der Lernenden zu achten und zu prüfen, ob alles richtig verstanden wurde.
  • Feedback sollte Möglichkeiten und Wege aufzeigen. Im Idealfall werden Lösungen gemeinsam mit der oder dem Lernenden entwickelt.

Ausführliche und individuelle schriftliche Rückmeldungen

Schriftliches Feedback kann immer wieder gelesen und nachvollzogen werden und kann somit sehr lernförderlich sein. Es kann von der Lehrperson oder auch von anderen Teilnehmenden (Peer-Feedback) kommen.

Schriftliches Feedback ist eher sachlich und kann vor allem in emotionalen Situationen eine Hilfe sein. Wichtig ist, dass es sachlich und gut verständlich ist und im Idealfall nur zu ausgewählten Punkten gegeben wird, um die Lernenden nicht zu überfordern. Für Gruppenarbeiten und praktische Übungen eignet es sich nicht so gut.

Eine Feedbackkultur etablieren

Eine gelebte Feedbackkultur ermöglicht es, dass sich Teilnehmende leichter tun, Feedback für das eigene Lernen zu nutzen und gegebenenfalls selbst um ein Feedback zu bitten.

Wichtige Voraussetzungen hier sind:

  • Erwartungen, Wünsche, Erfahrungen und Befürchtungen zu Kursbeginn abfragen
  • Feedbackrunden auf Bedürfnisse der Teilnehmenden anpassen
  • durch einen klaren und sicheren Rahmen ein offenes und ehrliches Feedback ermöglichen
  • Feedback-Methoden nach dem Ziel des Feedbacks auswählen

Referenzen

Boud, D., Molloy, E. (2013). Feedback in Higher and Professional Education. London and New York: Routledge. 

Brookhart, Susan (2008). How to Give Effective Feedback to Your Students. ASCD.

Kompass Prinzip: Feedback. Verfügbar unter: http://www.kompass-prinzip.de/methoden/feedback (zuletzt abgerufen am 24.09.2019)

Prohaska, Sabine (2021). Der Mensch im Mittelpunkt. Praxis Kommunikation, Angewandte Psychologie in Coaching, Training und Beratung, Heft Neue Realität. Digitale Kompetenz im Coaching. 1. Februar bis März 2021, S. 16-18.

Stangl, W. Gutes Feedback – Was ist das? Verfügbar unter: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Feedback.shtml (zuletzt abgerufen am 24.09.2019)

Stellamans, A., & Baeijaert, L. (2015). The Art of Giving Feedback: Continuously adapting and improving our collaboration. Ilfaro.