In einigen Weiterbildungen ist es üblich oder sogar notwendig, dass ein Feedback in schriftlicher Form (auf Papier oder in elektronischer Form) gegeben wird. Es kann immer wieder gelesen und nachvollzogen werden und ist dann besonders sinnvoll, wenn es nicht darum geht, sofort eine Rückmeldung zu geben. Es ist auch dann sehr sinnvoll, wenn es sich auf eine emotional sehr aufgeladene Situation bezieht und der Lernende das Feedback mit etwas Abstand braucht.

Die Sprache und der Ton sind beim schriftlichen Feedback von ganz besonderer Bedeutung. Freundlichkeit und eine eher distanzierte Sprache sind hier hilfreich.

Wichtige Punkte für ein schriftliches Feedback sind:

  • Schriftliches Feedback sollte verständlich sein. Es sollte in einer Sprache verfasst sein, die die Lernenden verstehen.
  • Um den Lernenden nicht zu überfordern, ist es sinnvoll, Feedback zu ausgewählten Punkten zu geben, die der Lernende ganz konkret angehen kann.
  • Feedback sollte rechtzeitig gegeben werden, so dass der Lernende Zeit hat, um sich bis zur nächsten Feedbackschleife zu verbessern.
  • Das Feedback sollte kontextbasiert sein. Es soll sich auf die Bewertungskriterien beziehen und auf das, was der Lernende geleistet hat.
  • Es sollte beschreibend, nicht bewertend, sein.
  • Wichtig ist außerdem, dass das Feedback ausgewogen ist, Positives genauso aufgezeigt wird wie die Punkte, die verbessert werden können.
  • Es sollte auf Verbesserung ausgelegt sein, also Hinweise geben, was der Lernende verbessern kann.
  • Der Fokus sollte nicht nur auf dem Ergebnis liegen, sondern auch den Prozess, Fähigkeiten und die Entwicklung berücksichtigen.

Wann eignet sich schriftliches Feedback nicht?

  • Wenn es darum geht, in komplexen Situationen Entscheidungen zu hinterfragen, zu unterstützen oder zu verändern.
  • Auch wenn es darum geht, etwas praktisch auszuprobieren, eignet sich schriftliches Feedback nicht, da bei praktischen Übungen Rückmeldungen zeitig erfolgen und leicht verständlich und schnell umsetzbar sein müssen.
  • Wenn mehrere Lernende zusammen arbeiten/beteiligt sind.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Lernende die Möglichkeit haben, auf ein schriftliches Feedback zu reagieren: nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben oder weitere Informationen brauchen und äußern können, wenn sie Punkte anders sehen.


Referenzen

David J. Nicol & Debra Macfarlane‐Dick (2006): Formative assessment and self‐regulated learning: a model and seven principles of good feedback practice, Studies in Higher Education