Beim Feedback von Teilnehmenden an Lehrende geht es darum, die Erwartungen, Wünsche, Bedürfnisse, Ziele und die Zufriedenheit der Kursgruppe oder Einzelner zu klären, um die Weiterbildung im Verlauf entsprechend anpassen und später evaluieren zu können.  

Warum Lerner-Lehrer-Feedback?

Das so genannte Lerner-Lehrer-Feedback bietet hier eine ganze Reihe an Vorteilen für den gemeinsamen Lernprozess. Klicken Sie in der folgenden Grafik auf die Kreuze, um zu sehen, welche Punkte für die Lehrenden  im Vordergrund stehen:

 

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Machen sich Lehrende diese Vorteile zu Nutze, fördern sie dadurch außerdem die Auseinandersetzung der Lernenden mit dem eigenen Lernprozess und ihren Lernergebnissen. Für die Lernenden hat das Lerner-Lehrer-Feedback ebenfalls Vorteile. Klicken Sie auch hier auf die Kreuze, um die Inforamtionen zu lesen:

 

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In seinen Studien bezog sich der neuseeländische Pädagoge Hattie zwar vorwiegend auf das Lernen in der Schule, seine Aussage lässt sich aber auch auf

das Lernen Erwachsener in Weiterbildungen beziehen: „Wenn Lehrer danach fragen, oder zumindest offen sind für Feedback von den Schülern über das, was sie wissen, was sie verstehen, wo sie Fehler machen, wann sie etwas missverstehen, wann sie nicht interessiert sind – dann können Lehren und Lernen aufeinander abgestimmt werden und wirkungsvoll sein. Feedback an Lehrer hilft, Lernen sichtbar zu machen.“ (Hattie-Studie 2009, S. 173)

Fokus und Ebenen beim Lerner-Lehrer-Feedback

Der Fokus beim lernförderlichen Lerner-Lehrer-Feedback liegt in erster Linie auf dem Lernprozess der Teilnehmenden. Er liegt nicht auf einem bestimmten Verhalten (oder Nicht-Verhalten), sondern konzentriert sich auf Wissenszuwachs und Kompetenzerwerb im kognitiven Bereich. Feedback im hier besprochenen Sinne enthält lernrelevante Informationen, es bezieht sich auf den Weg oder die Lücke, die zu überwinden ist, um ein bestimmtes Lernziel zu erreichen.  

Bei Feedback geht es also nicht vorrangig um ein Lob, das sich auf das Selbst bzw. die Person des Lernenden bezieht: Lob enthält keine lernrelevanten Informationen und sollte nicht mit Feedback vermischt werden. Jedoch können sowohl das Feedback als auch das personenbezogene Lob ihre volle positive Wirkung entfalten, wenn sie von Lernenden an die Lehrkraft gerichtet werden.

Lernförderliches Feedback wirkt auf drei Ebenen: Feedback zur Aufgabe, Feedback zum Lernprozess und Feedback zur Selbstregulation. Die folgenden lernrelevanten Fragen können Ihnen als Anhaltspunkt für die inhaltliche Gestaltung und Umsetzung konkreter Feedback-Methoden dienen.

  • Was ist das Ziel (dieser Weiterbildung, dieser Lerneinheit, dieser Übung,…)?
  • Wie geht es voran?
  • Was kommt als nächstes? Wie geht es weiter?
Ebenen des Lerner-Lehrer-Feedbacks

Drei Ebenen von Feedback nach John Hattie, eigene Darstellung

Geeignete Feedbackmethoden sollten alle lernrelevanten Fragen auf diesen drei Ebenen beantworten: Achten Sie also darauf, sich nicht nur am laufenden Lernprozess auszurichten, sondern daneben auch Abfragen zur Aufgabe (Anbindung ans Lernziel) einzubinden und den Blick auch in die Zukunft zu richten (Selbstregulation). 


Referenzen

Hattie, J. (2013). Lernen sichtbar machen. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Hattie, J. (2009). Visible Learning: A Synthesis of Over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement. London: Taylor & Francis Ltd.

Klein, I. (2017). Gruppen leiten ohne Angst. Themenzentrierte Interaktion (TZI) zum Leiten von Gruppen und Teams. Augsburg: Auer.

Vertiefende Inhalte

Warum spielt Feedback in der Erwachsenenbildung eine wichtige Rolle?

Feedback ist vor allem in Schule (Lernstandsgespräche) und Arbeitswelt (Mitarbeitergespräche) verortet. Auf diese Weise bekommen Schülerinnen und Schüler sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Beurteilung über bisherige Leistungen und Empfehlungen, was sie in Zukunft ändern oder verbessern sollten. Feedback ist aber auch in der Erwachsenenbildung sinnvoll und notwendig.

In der Erwachsenenbildung findet Feedback bisher noch relativ wenig Beachtung. Es kommt vor allem dann in Weiterbildungen zum Tragen, wenn es für die Lernenden am Ende darum geht, eine Prüfung zu bestehen oder ein Zertifikat zu erwerben. Ein Feedback für die Lehrenden wird am Ende einer Weiterbildung von den Lernenden eingeholt, wenn es für eine Bildungseinrichtung um Evaluationsfragen geht. In beiden Fällen geht es eher um ein summatives Feedback, also ein Feedback, das dazu dient, eine Leistung abschließend zu bewerten.

Durch negative Erfahrungen in der Schule und dadurch, dass häufig rein summative Feedbackmethoden angewendet werden, hat Feedback einen eher schlechten Ruf bei Lehrenden und Lernenden. Dabei bietet Feedback gerade im Weiterbildungskontext eine große Chance, die Qualität der Veranstaltung, den individuellen Lernerfolg und die Motivation der Lernenden zu verbessern.

Feedback, um auf unterschiedliche Erwartungen reagieren zu können

Lernende kommen mit unterschiedlichen Erwartungen in eine Weiterbildung und haben ein mehr oder weniger klares Ziel, was sie am Ende erreicht oder gelernt haben wollen. Um den unterschiedlichen Erwartungen gerecht werden zu können und ein lernförderndes und motivierendes Klima zu schaffen, ist es zunächst wichtig, diese unterschiedlichen Lernziele zu kennen und offen zu legen. Durch ein regelmäßiges, individuelles Feedback werden Teilnehmende befähigt, ihre Fortschritte besser wahrzunehmen und selbstgesteuert an ihren Lernzielen zu arbeiten. Auf der anderen Seite können Lehrende ihre Weiterbildung, vor allem Inhalte und Methoden, besser an die Voraussetzungen und Erwartungen der Kursgruppe anpassen.

Feedback kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden

Feedback in der Erwachsenenbildung lässt sich in drei Bereiche unterteilen:
• Individuelles Feedback
• Peer-Feedback
• Feedback der Teilnehmenden an den Lehrenden (Lerner-Lehrer-Feedback)

Feedback ist dabei der Schlüssel, um den wechselseitigen Austausch zwischen Lehrkräften und Lernenden zu ermöglichen – und eine mögliche „Einbahnstraßenkommunikation“ zu vermeiden. Feedback erlaubt es Lehrenden außerdem, den Unterricht mit den Augen der Lernenden zu sehen. Auf der anderen Seite stärkt Feedback die Identifizierung der Teilnehmenden mit dem Lernprozess und fördert ihre Autonomie sowie ihre Reflexions- und (Selbst-) Bewertungsfähigkeiten.

Referenzen

Stellamans, A. & Baeijaert, L. (2015). The Art of Giving Feedback: Continuously adapting and improving our collaboration. Ilfaro.

Brookhart, S. (2008). How to Give Effective Feedback to Your Students. Alexandria, VA: ASCD.

Boud, D. & Molloy, E. (2013). Feedback in higher and professional education. Routledge. London and New York: Roudledge.

Entscheidungen für Feedback auf der Makro- und der Mikroebene

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