Strichzeichnung: Dozent Sebastian Lehmann

Kursleiter Sebastian Lehmann steht vor einer großen Herausforderung. Das Thema seines Kurses kann er eigentlich aus dem Ärmel schütteln, so gut kennt er sich damit aus. Leider hat er in diesem Kurs aber Schwierigkeiten, alle Teilnehmenden ins Boot zu holen. Sie sind so verschieden, haben unterschiedliche Vorkenntnisse und völlig andere Wünsche. Aber nicht nur die Aufgabe, allen Teilnehmenden als Dozent gerecht zu werden, empfindet Sebastian Lehmann als Herausforderung. Dazu kommt, dass es zwischen den Teilnehmenden selbst brodelt und er nun entscheiden muss, ob und wie weit er eingreift.

Emoticon: Zwei sprechende Gesichter sind einander zugewandt

Treffen zwei oder mehr Personen aufeinander und treten in Interaktion miteinander, spricht man bereits von einer Gruppe. Die Gruppe innerhalb eines Weiterbildungsangebots trifft mit dem Zweck aufeinander, gemeinsam zu lernen. Die Ziele und Bedürfnisse der einzelnen interagierenden Gruppenmitglieder beeinflussen sich gegenseitig. So entstehen unausweichlich ein Gruppenprozess und eine Gruppendynamik, die das Lernen beeinflussen.

Die womöglich größte Herausforderung für eine Lehrkraft in der Erwachsenenbildung besteht darin, die Lernenden, die alle aus unterschiedlichen beruflichen oder sozialen Richtungen kommen, unterschiedliche Lernerfahrungen gesammelt haben oder unterschiedliche Ansichten vertreten, in einem Kurs so zusammenzubringen, dass alle ihr Lernziel erreichen und eine positive Lernerfahrung erleben können. Man nennt diese Unterschiedlichkeit auch heterogene Gruppenzusammensetzung.

Jedes Kursmitglied nimmt einen fördernden, neutralen oder hemmenden Platz im Gruppenlernprozess ein. Die Wahrnehmung der Rolle der Teilnehmenden kann ganz unterschiedlich sein. Fragen einzelne Teilnehmende zum Beispiel bei jeder Kleinigkeit die Kursleitung, um das eigene Verständnis zu sichern, so kann das auf Kursteilnehmende, welche die gleichen Fragen haben, förderlich und auf jene, die bereits alles verstanden haben, hemmend wirken.

Emoticon: muskelspielender Arm

Für die Lehrkraft ist der Gruppenunterricht gleichzeitig Alltag und besondere Herausforderung: Es ist der Lehrkraft nur eingeschränkt möglich, auf die Bedürfnisse und Lernwünsche jedes einzelnen Kursmitglieds einzugehen. Der eigentliche Lernprozess gestaltet sich daher vor allem als Kompromiss zwischen allen geäußerten Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmenden und den Möglichkeiten der Lehrkraft innerhalb des Weiterbildungsrahmens.

 

Emoticon: Person mit Doktorhut

Die Lehrperson nimmt darüber hinaus eine Sonderrolle in der Lerngruppe ein: Sie ist auf der einen Seite Teil der Gruppe, steht der Gruppe auf der anderen Seite aber auch vor und muss sie koordinieren, zum Lernziel führen und auf dem Weg auftretende Probleme lösen.

 

Emoticon: Drei angedeutete Personen, die in einem Kreismodell miteinander verbunden sind.

Zwischen allen Gruppenmitgliedern inklusive der Lehrperson besteht ein komplexes Beziehungsgeflecht. Die einzelnen Kursmitglieder nehmen bestimmte Rollen in der Gruppe ein - diese können aber auch dynamisch wechseln.

Im besten Fall ergänzen sich die Gruppenmitglieder mit ihren individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Fähigkeiten und erreichen dadurch ein höheres oder umfassenderes Lernziel. Im schlechtesten Fall kollidieren die verschiedenen Erwartungen, Ziele und Fertigkeiten miteinander und hemmen oder blockieren den individuellen Lernprozess. 

Hilfreich ist es hier, wenn Lehrende sich mit den verschiedenen Phasen einer Gruppe und den verschiedenen Rollen in Gruppen sowie ihren Vor- und Nachteilen auseinandersetzen. Sie finden im vertiefenden Inhalt Informationen zu diesen Themen.


Vertiefende Inhalte

Rollen in der Gruppe

Gruppen, die für eine bestimmte Zeit zusammen lernen oder arbeiten, müssen erst zusammen finden. Das läuft jedoch keineswegs zufällig ab. Jede Gruppe versucht, sich so schnell wie möglich zu strukturieren, denn zum Funktionieren einer Gruppe ist die Verteilung und die Übernahme von Rollen notwendig. Dabei sind emotionale Erfahrungen der einzelnen Mitglieder von entscheidender Bedeutung. Durch positive oder negative Erfahrungen und Charakter übernimmt daher das Gruppenmitglied unbewusst bestimmte Rollen. Die einzelne Rolle beinhaltet Erwartungen und Verpflichtungen.

Es gibt viele Verhaltensmuster der Mitglieder, die auf wundersame Weise in verschiedenen Gruppen – und seien sie noch so unterschiedlich – wieder finden lassen. Im sozialen Geflecht einer Gruppe haben alle Teilnehmenden eine oder sogar mehrere Rollen, die ihnen zum einen von den anderen Mitgliedern zugeordnet werden, die sie sich zum anderen aber auch selber suchen.

Verschiedene Rollen in Gruppen

 

Es gibt keine wissenschaftlich einheitliche und allgemein anerkannte Typisierung von Gruppenmitgliedern.  Es können psychologische, gruppendynamische und funktionale Gruppenrollen betrachtet werden.

Psychologische Rollengruppen beschreiben das Verhalten des jeweiligen Rollenträgers aus seiner psychologischen Veranlagung heraus. Sie werden auch als Charakterrollen bezeichnet.   Typische psychologische Rollen sind der Gerechte, der Fleißige, der Versager, der Clown, der Vielsager, der Streitsüchtige.

Gruppendynamische Rollen  beschreiben, wie einzelne Gruppenmitglieder im konkreten Kontext die Ziele, Werte und Themen einer Gruppe prägen. Diese Rollen werden innerhalb der Dynamik der Gruppe sichtbar und beeinflussen das Arbeiten in der Gruppe. Sie machen zum Beispiel deutlich, wer in der Gruppe Einfluss nimmt oder wer Aufmerksamkeit erhält.  Typische gruppendynamische Rollen sind der Anführer, Mitläufer, Sündenbock, Außenseiter, Unterstützer, Moderator.

Funktionale Rollen beschreiben die konkreten Funktionen, die das jeweilige Gruppenmitglied innerhalb der Gruppe einnimmt. Diese Rollen sind eine Kombination aus Sozialverhalten und Aufgabenbewältigung, allerdings werden diese häufig vorab festgelegt beziehungsweise zugeordnet.  Typische funktionale Rollen sind der Organisierer, Entwickler, Beobachter, Analyst.

Da es  in Trainings und Weiterbildungen meistens keine funktionalen Rollen gibt, sind hier die psychologischen und gruppendynamischen Rollen relevant. Zu diesen gibt es ein paar wichtige Punkte:

  • Jeder Typ einer Gruppe findet sich nie in „reiner“ Form. Alle aufgezählten Eigenschaften sind pauschalisiert.
  • Bei den Rollen handelt es sich nicht um zugeordnete oder verliehene Aufgaben oder Titel, sondern vielmehr um die Zuordnung von Eigenschaften durch die Gruppe mit entsprechenden Erwartungen, die daraus resultieren. Entspricht einer den Erwartungen nicht, kommt es zu Störungen.
  • Wichtig ist zu bedenken, dass diese Typen sich meistens nur in der jeweiligen Gruppe wieder finden lassen. Eine Person „spielt“ mehrere Rollen, je auch Umfeld. So ist der „Anführer“ vielleicht in einem Training der „Null-Bock-Typ“, genauso aber auch der „Fachmann“ im Fußball-Verein oder der "Moderator" bei Familienfeiern.
  • Die Einteilung in verschiedene Typen birgt die Gefahr des Verurteilens und dient nicht der Festlegung in Schubladen. Vielmehr soll es hilfreich sein, Gruppenmitglieder und Gruppendynamiken über die Typisierung in seiner Ganzheitlichkeit leichter zu erfassen und entsprechend handeln zu können.
  • Der Umgang mit bestimmten Rollen und Dynamiken ist nicht immer einfach. Das Wissen darüber aber ein Anfang.
  • Beim Umgang mit Typen gibt es keine Rezepte, da jeder Gruppenleiter mit seiner Vorgeschichte, seinen Qualitäten, seinen Eigenarten unterschiedlich reagiert und leitet. Aber es gibt Tipps im Umgang mit Typen, die es sich lohnt auszuprobieren.

Verschiedene Rollen in der Weiterbildung

 

Rollen haben jeweils in Gruppen unterschiedliche Aufgaben. Der Psychologe und Trainer Eberhard Stahl beschreibt es wie folgt: Grundsätzlich haben Rollen die Aufgabe, das gesamte Gruppengeschehen zu vereinfachen, da sie eine Art Erwartungssicherheit schaffen und dadurch das überaus komplizierte Geschehen reduzieren. Dies spiegelt sich in den folgenden vier Hauptfunktionen wieder:

  1. Rollen verleihen den Rollenmitgliedern eine Identität. Dadurch wird die Selbstunsicherheit und die Angst der Einzelnen reduziert, jedoch wird  die Chance für anderes (nicht-rollenkonformes) Verhalten massiv eingeschränkt.
  2. Rollen erleichtern die Kommunikation.  Rollenkonformes Verhalten trägt dazu bei, dass der Umgang miteinander beschränkt und definiert wird. Andernfalls würde jede Kommunikation Ungewissheiten hervorrufen, wie das Gegenüber zum Beispiel reagiert.
  3. Die Gruppendynamik bleibt durch eine Rollenverteilung im Gleichgewicht. Jedes nicht-rollenkonforme Verhalten löst den Gleichgewichtszustand der Gruppe auf und reißt alle anderen Mitglieder mit, da sich diese in dem nun herrschenden Ungleichgewicht neu positionieren und sich die gesamte Gruppe neu ausbalancieren muss.
  4. Eine Rollenverteilung sorgt für eine thematische  Orientierung. Das bedeutet zum Beispiel, dass Rolleninhaber während eines Konflikts für bestimmte Themen stehen. Für Menschen ist es  einfacher, sich mit einer Person auseinanderzusetzen als mit einem Thema.

 Rollen bringen also viele Vorteile, jedoch auch Nachteile mit sich. In der folgenden Grafik sind einige davon aufgeführt. Wenn Sie auf die Kreise klicken, können Sie lesen, was für die jeweiligen Typen typisch ist und wie man als Weiterbildnerin und Weiterbildner mit ihnen umgehen kann. 

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Referenzen

Langmaack, B;  Braune-Krickau, M. (2010). Wie die Gruppe laufen lernt: Anregungen zum Planen und Leiten von Gruppen.  Beltz, Weinheim

Stahl, E. (2017). Dynamik in Gruppen: Handbuch der Gruppenleitung. Beltz, Weinheim

Die fünf Gruppenphasen 

Eine Gruppe ist ein für die Einzelnen überschaubares soziales Gebilde, das sich von anderen sozialen Gebilden (anderen Gruppen, der Gesamtgesellschaft) durch spezifische Merkmale abhebt. Eine Gruppe identifiziert sich über eine feste und begrenzte Anzahl von Personen, die sich zu einem bestimmten Zweck (ein gemeinsames Ziel) regelmäßig und persönlich trifft. Dies ist zum Beispiel bei Weiterbildungen der Fall.

In ihrer Entwicklung durchlaufen (Lern-)Gruppen im Allgemeinen fünf Phasen, die sich idealtypisch charakterisieren lassen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass es sich bei Gruppen um dynamische Systeme handelt, d.h., dass bei Veränderungen und jedem Konflikt erneut Standpunkte geklärt, Konflikte gelöst und neue Spielregeln ausgehandelt werden müssen.

Es gibt verschiedene Modelle zu den Gruppenphasen. Eines der bekanntesten ist von Bernstein und Lowy:

Abbildung zu dem Kreislauf der Gruppenphasen

Die verschiedenen Phasen einer Gruppe nach Bernstein und Lowy, eigene Darstellung

Die Orientierungsphase

 

Sie ist die erste Phase in einem Gruppenprozess. Sie ist „das Ankommen“ in der Gruppe. In dieser Phase sind die Gruppenmitglieder eher unsicher und zurückhaltend. Die einzelnen Mitglieder gehen noch keine festen Bindungen ein, da sie oft nicht wissen, welches Verhalten in dieser Gruppe angemessen ist. Hier ist es Aufgabe der Lehrenden, die Teilnehmenden behutsam zu empfangen und dabei zu berücksichtigen, dass einige Mitglieder noch Distanz benötigen. Lehrende sollten hier bestenfalls Angebote eines Kontaktes machen und nicht dazu zwingen. Besonderheiten dieser Phase sind:

  • Gedanken, wie: „Neugierig bin ich schon, aber lieber ein bisschen vorsichtig!“
  • Es besteht der Wunsch nach Kontakt
  • Die Gruppenleiterin oder der Gruppenleiter ist Bezugsperson
  • Anderen Gruppenmitgliedern gegenüber reagieren Einzelne zurückhaltend
  • Die Gruppenmitglieder verhalten sich noch unsicher
  • Es gibt noch kein Gemeinschaftsgefühl
  • Man prüft: „lohnt es sich, mit diesen Menschen zusammen etwas zu tun?“
  • Das „Ich“ – Denken herrscht vor

 

Die Machtkampfphase

 

In dieser Phase werden die Rollen der späteren Gruppe verteilt. Vielen Teilnehmenden ist es wichtig, Einfluss auf das Gruppengeschehen zu nehmen und Macht auszuüben. Dies geschieht zum Teil dadurch, dass sich die Gruppenmitglieder gegen die Leitung auflehnen. Einigen Gruppen gelingt es nur schwer, diese Phase jemals zu überwinden, andere Gruppen fallen zum Teil immer dann in diesen „Machtkampf“ zurück, wenn es darum geht, neue Entscheidungen zu treffen.

In dieser Phase haben Lehrende die Aufgabe, negative Rollen Einzelner zu erkennen und, wenn möglich, gegenzusteuern. Beispielsweise müssen sie einen in die Außenseiterrolle geratenen Teilnehmenden wieder in die Gruppe einbinden oder sehr dominante Personen bremsen. Am wichtigsten ist es in dieser Phase jedoch, dass Lehrende erkennen, dass kleinere Konflikte und ein Kräftemessen dazugehören und nicht unterbunden werden sollten – jedenfalls nicht, so lange niemandem Schaden zugefügt wird. Besonderheiten dieser Phase sind:

  • „Wer bestimmt hier eigentlich?“
  • Rivalität steht im Vordergrund.
  • Es bilden sich Sympathien und Aggressionen.
  • Die Gruppenleitung wird in den ,,Kampf“ hineingezogen.
  • Es wird von den Gruppenmitgliedern eine Rangordnung in der Gruppe erkämpft.
  • „Ich“- Denken steht weiterhin im Vordergrund.
  • Beziehungen sind noch nicht stabil.
  • Alle müssen die eigene Rolle in der Gruppe finden.

 

Die Vertrautheitsphase

 

Ist die Rollenverteilung abgeschlossen, verringern sich die Konflikte in der Gruppe. Die Mitglieder können sich mittlerweile einschätzen und kennen die Regeln in der Gruppe. Die Einzelnen identifizieren sich mit der Gruppe und es entsteht ein Wir-Gefühl. Die Gruppe grenzt sich nun nach außen ab und bildet intern gegebenenfalls Untergruppen. In dieser Phase möchten alle gerne gleich sein.

Aufgabe der Lehrenden ist es nun, Freiräume zu schaffen, in denen ein Zusammengehörigkeits-Gefühl entsteht. Sie sollten außerdem die Gruppe beobachten und eventuelle Konflikte, die sie nicht selbst lösen kann, aufarbeiten. Besonderheiten dieser Phase sind:

  • „Wir gehören zusammen“
  • Stärken und Schwächen der einzelnen sind bekannt und werden toleriert.
  • Das ,,Wir-Gefühl“ kommt auf.
  • Aktionen einzelner Mitglieder kommen der ganzen Gruppe zugute.
  • Zahl der Teilnehmenden ist stabil geworden.
  • Die Gruppenleitung ist Vorbild.

 

Die Phase der Differenzierung

 

Mit dieser Phase wird die Gruppe „erwachsen“. Alle in der Gruppe freuen sich über die unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenarten der einzelnen Mitglieder und erkennen darin eine Bereicherung für die Bewältigung einer zielorientierten Aufgabe. Auch öffnet sich die Gruppe nun nach außen und die Einzelnen müssen nicht mehr alle gleich sein. Die Atmosphäre in der Gruppe wird als ideal und harmonisch wahrgenommen.

In dieser Phase kann und muss sich die Gruppenleitung zurückziehen, da die Gruppe nun fähig ist, Konflikte und kleinere Probleme selbst zu bewältigen. Doch überflüssig wird die Leitung auch in dieser Phase nicht. Besonderheiten dieser Phase sind:

  • „Alle in unserer Gruppe sind wichtig und helfen mit!“
  • Deutliche Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen
  • Die Gruppe ist in sich stabil und zu großen Leistungen fähig.
  • In der weiteren Entwicklung ist auch der Kontakt zu anderen Gruppen möglich.
  • „Das sind wir und das sind die Anderen!“
  • Nun sind selbstständige und längerfristige Planungen möglich.
  • Identifizierung durch Symbole
  • Höhepunkt des Gruppenprozesses
  • Die Gruppenleitung kann Aufgaben verteilen.

 

Die Trennungsphase

 

Eine Gruppe löst sich auf, wenn das Zusammensein nicht mehr als spannend erlebt wird oder das Gruppenziel erreicht wurde. Dies tritt zum Beispiel ein, wenn eine Weiterbildung endet. In dieser Phase kann es passieren, dass sich die Gruppe noch fester aneinander klammert oder aber, dass die Gruppenmitglieder wieder in die Fremdheitsphase zurückfallen.

Hier ist es für Lehrende wichtig zu erkennen, was die Gruppe in diesem Moment braucht. Sie müssen die Teilnehmenden ihre eigenen Wege gehen lassen und ihnen die Möglichkeit eines Abschiedes geben. Wenn es die Gelegenheit einer Begleitung in eine andere Gruppe gibt, können sie diese nutzen, um den Gruppenmitgliedern den Übergang zu erleichtern. Mehrere Lehrende können beispielsweise den Übergang gemeinsam gestalten. Besonderheiten dieser Phase sind:

  • „Schade, dass es nicht immer so weitergeht“
  • Es wachsen Gefühle gegen die Trennung.
  • Die Bedürfnisse sind gesättigt oder das Interesse verebbt.
  • Es kommt zur Auflösung der Gruppe.
  • Es wird viel davon gesprochen, wie es damals war.
  • Das Ziel ist erreicht.
  • „Trauerarbeit“ für die Kursleitung

 

Unterstützung in der Weiterbildung

Dieses Modell nach Bernstein und Lowy hilft Gruppen und Gruppenleitenden bzw. Weiterbildenden dabei,

  • Teambuilding zu erleichtern und Orientierung zu bieten,
  • zu verstehen, wie wichtig konstruktiv geführte Konflikte sind,
  • sich gut zu organisieren und nützliche Feedbackmechanismen einzuführen,
  • ideenreich und flexibel an die Arbeit zu gehen sowie
  • offen, hilfsbereit und solidarisch mit Teilnehmenden und Gruppenmitgliedern umzugehen.

Lehrende stehen vor der Herausforderung zu erkennen, in welcher Phase sich die Gruppe gerade befindet. Mithilfe dieses Modells können Sie den aktuellen Stand der Gruppe einschätzen, um sie zielgerichtet in die nächste Phase zu führen.

Referenzen

Van Dick, R. & West, M. (2013). Teamwork, Teamdiagnose, Teamentwicklung.  Göttingen: Hogrefe.

Klein, I. (2017). Gruppen leiten ohne Angst. Themenzentrierte Interaktion (TZI) zum Leiten von Gruppen und Teams. Augsburg: Auer.

Bernstein, S. & Lowy, L. (1988). Untersuchungen zur Sozialen Gruppenarbeit in Theorie und Praxis. Freiburg im Breisgau: Lambertus.

Referenzen

Gnahs, D. (2006). Organisiertes Lernen – Organisierter Widerstand. In P. Faulstich & M. Bayer (Hrsg.), Lernwiderstände Unveränderte Neuauflage (55-68). Hamburg: VSA-Verlag.

Sorgalla, M. (2015). Gruppendynamik. Der DIE-Wissensbaustein für die Praxis. Verfügbar unter https://www.die-bonn.de/wb/2015-gruppendynamik-01.pdf  (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)