Innere Lernverweigerung

Spricht man von verschiedenen Arten oder Formen von Lernwiderständen, können zwei Aspekte gemeint sein: Auf der einen Seite die Äußerungen von Lernwiderständen und zum anderen die Situationen, in denen Lernwiderstände entstehen.

Lernwiderstände sind zumeist Formen innerer Lernverweigerung. Kursleitende, Teilnehmende oder Personen von außen geben ein Lernziel oder einen Lernauftrag vor, dem sich Teilnehmende teilweise oder vollständig verweigern. Nicht zwangsläufig äußern die Verweigernden aber ihren Widerstand. Meistens ist ihnen selbst nicht direkt klar, was sie blockiert oder am Lernen hindert. Gründe können sowohl im aktuellen Lernprozess als auch in ihrer persönlichen Biografie zu finden sein. Die sozialen Rahmenbedingungen spielen ebenfalls eine große Rolle. In jedem Fall sind die Gründe vielfältig.

Blockierter Lernprozess

Definition: Lernwiderstand

Der Begriff Lernwiderstand bedeutet zunächst einzig und allein, dass der individuelle Lernprozess teilweise oder vollständig blockiert wird. Handelt es sich um eine unvollständige Blockierung, kann das Lernziel immer noch erreicht werden, möglicherweise aber mit mehr Zeitaufwand oder schlechterem Ergebnis. Eine vollständige Blockierung verhindert den weiteren Lernprozess: das Lernziel kann ohne Eingreifen in diesen Lernprozess nicht mehr erreicht werden.

Persönliche Lernwiderstände gliedern sich in nicht-lernen-wollen und nicht-lernen-können. Missfällt beispielsweise Lernenden etwas an der im Kurs genutzten Methode, weil sie sie als ungeeignet einstufen, kann das den Lernprozess beeinflussen und einen Widerstand hervorrufen. Wird eine Methode abgelehnt, weil Lernende sie nicht ganz verstanden haben, sie folglich nicht richtig anwenden können, ist die Entstehung eines Lernwiderstandes ebenso möglich.  

Ausdruck von Lernwiderständen

Wie sich ein Lernwiderstand ausdrückt, hängt von vielen Faktoren ab: Zum Beispiel dem Charakter des widerständigen Individuums, der Relevanz des Lernziels, den äußeren Bedingungen und dem Verhalten der übrigen Kursgruppe. Ein Lernwiderstand kann sich in einer Störung des Kurses ausdrücken und damit sowohl Kursleitung als auch Lerngruppe beeinflussen. Aber auch der kommentarlose Abbruch des Kurses oder die passive Teilnahme am Unterrichtsgeschehen können die Folge sein.

Ursachen von Lernwiderständen

Der Erziehungswissenschaftler Peter Faulstich sortiert Lernwiderstände in fünf verschiedene Rubriken. Im Folgenden können Sie sich diese auf den Karten anschauen. Wenden Sie die Karten, um die Rückseite zu sehen.

 

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Referenzen

Faulstich, P. & Grell, P. (2003). Lernwiderstände aufdecken – Selbstbestimmtes Lernen stärken. Verfügbar unter: http://www.die-bonn.de/esprid/dokumente/doc-2003/faulstich03_01.pdf   (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)

Quilling, K. (2015). Lernwiderstände. Der DIE Wissensbaustein für die Praxis.  Verfügbar unter http://www.die-bonnde/wb/2015-lernwiderstaende-01.pdf   (zuletzt abgerufen am 18.09.2019)

Siebert, H. (1991). Lernwiderstände lerntheoretisch gesehen. REPORT Literatur- und Forschungsreport, 1991 (28), 76-79.

Tröster, M. (2000). Lernwiderstände. DIE Zeitschrift, 2000 (2), 41.