Das Bild zeigt Herrn K. an einer Tafel.

In seinen Seminaren zum Thema Arbeitsrecht achtet Herr K. darauf, ein möglichst breites Spektrum an Methoden und Übungen einzubringen, denn seine Lerngruppen setzen sich meistens aus verschiedenen Lerntypen zusammen und er möchte, dass alle dieselben Chancen bekommen, möglichst optimal zu lernen. Mit der Zeit hat er sich einen Pool an Vorgehensweisen angelegt, von denen er weiß, dass sie gut funktionieren, wenn es darum geht, die Lernenden über verschiedene Sinne anzusprechen.

Beim visuellen Typen versucht er zu punkten, indem er seine Vorträge mediengestützt gestaltet und Bilder, Grafiken und Texte einbaut. Für den auditiven und den kommunikativen Lerntypen achtet er darauf, genügend Raum für Diskussionen, Gespräche, Frage-Antwort-Spiele und Arbeiten in Lerngruppen einzuplanen. Für den kinästhetischen Lerntypen, der schnell auf seinem Stuhl unruhig wird, wenn er nicht in Aktion treten kann, versucht er, einen Ausgleich zwischen Theorie und praktischer Anwendung zu schaffen, indem er z. B. Übungen an Metaplanwänden oder am Flipchart oder in Form von Lernstationen ausführen lässt. Dabei kann er auch die anderen Typen wieder gut abholen, indem er die Übungen kooperativ gestaltet und anschauliche Ergebnispräsentationen erstellen lässt.

 

Das Bild zeigt ein menschliches Gehirn und ein großes Fragezeichen.

                                             Aktivität des Gehirns als Voraussetzung, Bild: Eigene Darstellung

 

Lernen ist nur eigenaktiv möglich. Es setzt eine Aktivität des Gehirns oder auch des gesamten Körpers voraus, bei dem Kognitionen bzw. Fertigkeiten aufgebaut werden.

Aber nicht alle Lernprozesse laufen bewusst ab. Beim impliziten Lernen bzw. Lernen en passant erfolgt Lernen unbewusst, nebenbei, im Zuge der Arbeitstätigkeit oder während der Freizeit. Durch Lernangebote wird versucht, eine bewusste Auseinandersetzung mit Lerngegenständen anzuregen und zielgerichtete Lernprozesse zu fördern.

Gemäß dem wissenschaftlichen Diskussionsstand geht man dabei davon aus, dass Lernen umso intensiver und nachhaltiger erfolgt, je aktiver Lernende sind. Damit ist nicht nur die Intensität der Auseinandersetzung gemeint, sondern auch ein möglichst ganzheitliches Lernen, in welches mehrere Sinne (Sehen, Hören, Fühlen) eingeschlossen sind und das mit Kopf, Herz und Hand erfolgt.

 

Das Bild zeigt die fünf Lernkanäle (visuell, auditiv, olfaktorisch, kinästhetisch und gustatorisch).

Aktivierung durch Einbezug mehrerer Sinne, Bild: Eigene Darstellung

 

Bei einem Aktivieren Lernender geht es somit darum, möglichst viele Lernkanäle anzusprechen und nicht nur unterschiedliche Funktionen des Gehirns zu stimulieren, sondern auch lernförderliche Emotionen zu begünstigen und den Körper in Bewegung zu setzen. Durch eine gegenstandsangemessene und teilnehmerorientierte Wahl des didaktisch-methodischen Vorgehens können Lernhandlungen und Lernerfahrungen angeregt werden, die einer einseitigen Vermittlung von Wissen und dessen rezeptiver Verarbeitung vorbeugen und die prinzipielle Selbststeuerung von Lernen durch die Lernenden berücksichtigen. Die Aktivierung wiederum wirkt sich positiv auf die Motivation der Lernenden aus, wodurch sich das Lernverhalten auch in der Dauer und Intensität steigern kann.


Referenzen

Siebert, H. (2010). Methoden für die Bildungsarbeit. Leitfaden für aktivierendes Lehren. Bielefeld: Bertelsmann.