Oft ist das Verhalten der Teilnehmenden im Lernprozess eine Anzeige für deren Motivation. Lehrende können dies nutzen, um die Motivation der Lernenden einzuschätzen und danach zu handeln:
 

This H5P content cannot be shown right now.
Did you just move this element? Reload the page to attempt to fix the problem.


Sind Lernende vom Lernprozess gänzlich ausgefüllt, dann arbeiten sie im „Flow“ und es kommt zum „Verschmelzen“ von Selbst und Tätigkeit. Entsprechend ihrer Vorkenntnisse stehen Lernende dann vor einer reizvollen und zugleich kontrollierbaren Herausforderung, die ihnen eine Art Hochgefühl vermittelt. 
 

Flow, Bild: Eigene Darstellung, CC BY-SA 3.0


Folgendes deutet darauf hin, dass Lernende im „Flow“ sind:

Lernende sind ganz vertieft in das, was sie gerade tun.

  • Lernende arbeiten völlig selbstvergessen.
  • Lernende haben keine Mühe, sich zu konzentrieren.
  • Lernende achten nicht auf die Zeit oder merken nicht, wie die Zeit vergeht.
  • Lernende wissen bei jedem Schritt, was zu tun ist.
  • Die richtigen Gedanken und Bewegungen kommen den Lernenden wie von selbst.


Die beschriebenen Verhaltensweisen geben Aufschluss über die Lernmotivation von Kursteilnehmenden und lassen sich von Lehrenden im Kursverlauf leicht beobachten. Jedoch spielen auch Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen und Fähigkeiten eine Rolle. Diese sind nicht direkt sichtbar, beeinflussen das Verhalten aber ebenfalls . Deshalb müssen bei der Beobachtung und Bewertung von Motivation noch weitere Punkte –  wie beispielsweise Selbstkonzept und Selbststeuerung – mit einbezogen werden.

 

 

Das Selbstkonzept

Bei der Beobachtung von Motivation ist es hilfreich, zu wissen, was die Lernenden glauben, selbst leisten oder. nicht leisten zu können. Dieser Glaube  an die eigenen Fähigkeiten, also das eigene „Fähigkeitskonzept”, kann die Leistungen und die Motivation eines Lernenden positiv wie negativ beeinflussen.  Ein starker Glaube an die eigenen Fähigkeiten geht häufig mit guten Leistungen, ein weniger ausgeprägter Glaube  mit schlechten Leistungen einher.

 

 

Die Selbststeuerung

Selbststeuerung ist die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, eigene Ziele zu formulieren und sie gegen innere und äußere Widerstände umzusetzen.  Ob und wie motiviert Lernende im Lehr-Lernprozess handeln, hängt davon ab, wie gut sie sich selber regulieren, ihre Fähigkeiten nutzen und sich auf die Weiterbildung konzentrieren können.  Bei Teilnehmenden, die dauerhaft Schwierigkeiten damit haben, liegt möglicherweise nicht primär ein Mangel an Motivation, sondern ein geringes Selbstkonzept oder die fehlende Fähigkeit zur Selbststeuerung vor.

 

 

Motivation beobachten

Um Motivation erkennen und bewerten zu können, ist es nötig, zunächst das Kursgeschehen zu beobachten. Gibt es vermehrt Anzeichen von Demotivation, Müdigkeit, Ablenkung und Unruhe, kann von Seiten der Lehrenden eingegriffen werden.  Grundlegend dafür ist, das beobachtete Verhalten der einzelnen Lernenden in Bezug zu deren individuellen Selbstkonzept und Fähigkeit zur Selbstregulierung zu bringen. Dazu ist es notwendig, die Motive und die Motivation der Lernenden – zum Beispiel durch eine Erwartungsabfrage bei Kursbeginn oder individuelle Gespräche im Kursverlauf – zu erfassen und zu überlegen, wie diese in die Gestaltung des Lernangebots einfließen könnten.


Bilder (v.o.n.u.): Kristina Paukshtite, Mike, Andrea Piacquadio, www.pexels.com , free to use

Referenzen

Stiensmeier-Pelster, J. & Rheinberg, F. (2002). Diagnostik von Motivation und Selbstkonzept. Göttingen: Hogrefe.