Wodurch können Störungen in Beratungsgesprächen verursacht werden? Sie können sich im Folgenden Beispiele dazu anschauen, indem Sie den Regler unter  dem Bild verschieben.

 

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Störungen in Beratungsgesprächen, Bilder: Eigene Darstellung
 

Diese verschiedenen Störungen können sich direkt auf das Gespräch auswirken und im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Gespräch beendet wird. Oder sie wirken sich unterschwellig aus und führen dazu, dass ein Gespräch nicht richtig „fließen“ kann oder ein konstruktiver Austausch erschwert wird. Jedoch reagieren Ratsuchende unterschiedlich auf Störungen. So macht es dem einen wenig aus, ein Gespräch im Flur zu führen, während andere nervös werden und sie sich kaum konzentrieren können oder sich unwohl fühlen. Hier brauchen Beratende einen guten Blick für mögliche Störungsursachen und das Befinden der Ratsuchenden, um gegebenenfalls intervenieren zu können.

 Jedoch gibt es für schwierige Gespräche keine Patentrezepte, da die Ursachen für Schwierigkeiten sehr unterschiedlich sein können und sich diese auch nicht immer genau finden lassen. Zum anderen empfinden und bewerten auch Beratende selbst Gesprächssituationen sehr verschieden.

 Wichtig ist jedoch, dass Beratende ihre eigenen individuellen und die Grenzen der Ratsuchenden erkennen und respektieren. Beratende sollten schwierige Situationen außerdem (zumindest im Nachhinein) für sich klären.

Die Situation für sich klären

 In der aktuellen Situation hilft der beratenden Person die Frage: „Wodurch schätze ich eine Situation als schwierig ein und wie kann ich Abhilfe schaffen?“

 Um für künftige Situationen daraus zu lernen, kann ich die unangenehme Situation Revue passieren lassen, und dabei eine ganze Reihe von Gesichtspunkten überprüfen:

  • Wie habe ich mich zu welchem Zeitpunkt gefühlt?
  • Ab wann fand ich die Situation unangenehm und aus welchem Grund?
  • Wie hat sich die oder der Ratsuchende verhalten? Wie habe ich mich verhalten?
  • Wodurch war die Atmosphäre zwischen uns geprägt?
  • Gab es Missverständnisse, aus denen Spannungen entstanden sind?
  • Habe ich mich um einen angenehmen Rahmen und eine ruhige Gesprächssituation bemüht?
  • War ich bereit, mich auf die ratsuchende Person einzulassen und ihre Bedürfnisse zu erkennen?
  • Wie konnte ich auf Fragen antworten?
  • War ich klar in meinen Äußerungen und habe mitgeteilt, wenn mir etwas auf- oder missfiel?

Neben dem Überdenken aller Rahmenbedingungen kann es auch hilfreich sein, den eigenen Anspruch zu überprüfen:

 

Das Bild zeigt einen Beratenden vor einem Spiegel sowie sechs Gedankenblasen mit Fragen, die er sich selbst stellt.

Den eigenen Anspruch überprüfen, Bild: Eigene Darstellung


Referenzen

Barthelmess, M. (2016). Die systemische Haltung: Was systemisches Arbeiten im Kern ausmacht. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

 Knoll, J. (2008). Lern- und Bildungsberatung, Professionell beraten in der Weiterbildung. Bielefeld: wbv Media.

 Wimmer, A., Buchacher, W., Kamp, G., & Wimmer, J. (2012). Das Beratungsgespräch. Skills und Tools für die Fachberatung. Wien: Linde.