Erfahrungsbericht: Die Methode des Transferbuchs

Das Bild zeigt ein aufgeschlagenes Transferbuch und einen Füller auf einem Schreibtisch.

Transferbuch, Bild: Eigene Darstellung

Mark Lange hat kürzlich bei Marlene Braun ein Seminar besucht und berichtet von seinen Eindrücken:

Unsere Trainerin hat uns zu Beginn des Kurses ein Transferbuch anlegen lassen, eine Art Tagebuch, in dem wir während des Seminars unsere persönlichen Ziele und Erkenntnisse bezüglich des Transfers aufschreiben sollten. Sie sagte uns, dass wir auf diese Weise unseren eigenen Lernprozess reflektieren und unseren eigenen Bedürfnissen entsprechend mitgestalten könnten. Das Buch konnten wir natürlich auch zum Mitschreiben der Seminarinhalte verwenden.

Als Einstieg animierte sie uns, das Buch zu personalisieren. Der Umschlag oder die erste Seite konnten zum Beispiel mit Symbolen, Initialien oder einem Spruch versehen werden. Der erste Eintrag sollte dann dem persönlichen Seminarziel, das eventuell durch ein gemaltes Symbol ergänzt werden konnte, gewidmet werden. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs ein wenig skeptisch war. Von alleine wäre ich nie auf die Idee kommen „Tagebuch“ zu führen. Ich bin es nicht gewöhnt, meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben und bin auch nicht sonderlich kreativ, aber nach und nach habe ich dann verstanden, worum es ihr dabei ging.

Am Ende jedes Seminartages gab Frau Braun uns 20 Minuten Zeit, um den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Dazu schrieb sie folgende Punkte als Orientierung an die Tafel:

 

Das Bild zeigt ein aufgeschlagenes Transferbuch, in dem verschiedene Fragen aufgelistet sind.

Transferbuch: Fragen, Bild: Eigene Darstellung nach Besser, 2001

 

Sie gab uns auch zum Schluss des Kurses noch mal Zeit, die Bucheinträge durchzulesen und so das gesamte Seminar noch mal ins Bewusstsein zu rufen. So viel es mir viel leichter, mein persönliches Projekt zu formulieren. Mein Seminarziel war anfangs „Lernen, einen guten Vortrag zu halten“. Mir ist dann erst im Nachhinein bewusst geworden, wie vage dieses Ziel war. Mir war überhaupt nicht klar, was die Qualität eines Vortrags ausmacht, was dieses Ziel für mich persönlich impliziert und was mich daran hindert es umzusetzen. Vor allem das Vortragen vor der Gruppe mit anschließendem Feedback hat mich zum Schreiben angeregt, da ich diese Situationen als besonders intensiv erlebt habe und daraus den größten Nutzen ziehen konnte. Meine Eindrücke aufzuschreiben hat mir dabei geholfen, selbst auch noch mal besser zu verstehen, wo meine Stärken und Schwächen liegen und wo ich dran arbeiten muss. Dadurch, dass ich es schriftlich festgehalten habe, kann ich auch immer wieder darauf zurückgreifen. Unsere Trainerin empfahl uns, das Buch auch nach dem Seminar weiterhin zu nutzen, um den Transfer in unserem Arbeitsalltag lebendig zu erhalten.


Referenzen

Besser, R. (2001). Transfer: Damit Seminare Früchte tragen. Strategien, Übungen und Methoden, die eine konkrete Umsetzung in die Praxis sichern. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, hier S. 74-76.