Verschiedene Blickweisen auf den Lernerfolg 

Der Lernerfolg von Kursteilnehmenden freut die Lehrperson, weil dieser ein positives Feedback für ihr Kurskonzept und ihre Kursgestaltung ist und damit ein Teil ihres professionellen Handelns sichtbar wird. Aber vor allem ist Lernerfolg wichtig, um Lernende zu motivieren. Schließlich ist ihr Lernerfolg  auch für ein Unternehmen bedeutend, da der Erfolg in der Weiterbildung ein Zeichen dafür ist, dass die Beschäftigten ihre Kompetenzen ausgebaut und als Arbeitskraft dazu gelernt haben. 

Drei Perspektiven auf Lernerfolg

Carola Rieckmann unterscheidet drei Perspektiven auf Lernerfolg.  Im Folgenden können Sie sich  die Erläuterungen zu den Perspektiven anschauen, indem Sie die Karten wenden. 

 

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Lernerfolg durch Teilziele als Katalysator für Motivation 

Innerhalb eines Weiterbildungsangebotes stehen die Teilnehmenden immer wieder vor kleinen Teilzielen, die es zu erreichen gilt. Das Hinarbeiten auf die Teilziele macht den Lernprozess aus. Jedes Erreichen eines Teilzieles ist gleichzeitig ein Etappensieg und damit ein Lernerfolg. Die Teilziele und der mit ihnen einhergehende Lernerfolg motivieren die Teilnehmenden. Denn je öfter für sie Lernerfolg sichtbar wird, desto größer wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und desto selbstbewusster können auch schwierigere  Aufgaben angegangen werden. Teilziele werden von den Lehrenden je nach Lerngruppe für alle gleichermaßen festgelegt oder bei heterogenen Gruppen individuell angepasst. 


Bezugsnormen helfen Lernerfolg sichtbar zu machen  

Um den Lernerfolg der Teilnehmenden sichtbar zu machen, können sogenannte Bezugsnormen (hier nach Carola Rieckman) – also Vergleichspunkte – herangezogen werden. Diese können parallel nebeneinander gelegt werden oder die Lehrperson wählt eine sinnvolle Bezugsnorm gezielt aus.  

  1. Sachliche Bezugsnorm: Die momentane Lernleistung wird mit den Lernzielen verglichen und entsprechend bewertet. Hierbei wird der Lernfortschritt nicht zwingend sichtbar und individuelle Fortschritte bleiben unberücksichtigt.
  2. Soziale Bezugsnorm: Das bereits vorhandene Wissen und Können und die aktuelle Lernleistung werden mit anderen Teilnehmenden verglichen. Eine Leistung, die über dem Durchschnitt der anderen liegt, ist alleine aber noch kein Hinweis auf einen hohen Lernerfolg.
  3. Individuelle Bezugsnorm: Die momentane Lernleistung, Wissen und Können werden mit der Leistung zu einem früheren Zeitpunkt verglichen. Hier kommt es auf den Entwicklungsprozess an: Erfolgreich gelernt haben Teilnehmende dann, wenn ihre aktuelle Lernleistung höher ist als zu einem früheren Zeitpunkt.

Die Ergebnisse aus dem Vergleich der Bezugsnormen schaffen gemeinsam ein umfassendes Bild des Lernerfolgs.  

Das Bild zeigt eine Frau mittleren Alters mit braunen Haaren und einem lilafarebenen Pullover, die freundlichen in die Kamera schaut.

Frauke Conradi,  Bild: www.moovly.com, 
nicht unter freier Lizenz

Abendschullehrerin Frauke Conradi hat erstmals ein Webinar zum Thema „Digitale Tools im Kurs einsetzen“ mitgemacht. Anfangs war sie allerdings unsicher, ob sie dem Kurs überhaupt gewachsen sein würde. 


„Ich bin wirklich positiv überrascht! Mit einer detaillierten Beschreibung war es mir tatsächlich möglich, den Webinarraum ohne technische Probleme zu betreten. Nach dem ersten Input des Dozenten gab es eine Fragerunde. Erst habe ich nicht gewusst, wie das gehen soll, aber dann habe ich die Icons auf dem Bildschirm über meinem Namen verstanden, wo man sozusagen aufzeigen kann, um ins Mikrophon sprechen zu können. Das konnte ich dann sogar einer anderen Teilnehmerin über den Chat erklären, die das noch nicht verstanden hatte. Im zweiten Teil des Webinars hat der Dozent uns dann ein Abstimmungstool vorgestellt, das wir alle ausprobieren konnten. Jeder hat dann eine eigene kleine Abstimmung erstellt und an denen der anderen teilgenommen. Das war einfach und hat Spaß gemacht, weil man gleich sehen konnte, dass es funktioniert. Im letzten Teil des Webinars wurde es dann aber schwieriger, weil wir mit dem Tool H5P gearbeitet haben, mit dem man eigene interaktive Quizfragen erstellen kann. Ich habe schon verstanden, wie das grundsätzlich funktioniert, konnte aber nur das einfache Frageformat selbst erstellen.  

Also im Vergleich zu vorher, weiß ich nun eine Menge über die Möglichkeiten, digitale Tools im Kurs einzusetzen. Allerdings fühle ich mich nach den drei Stunden noch nicht in der Lage die Tools selbst im Kurs einzusetzen. Das ging aber den meisten anderen Teilnehmenden genauso. Super war das langsame Heranführen an die Aufgaben. Hätten wir mit der Herausforderung H5P begonnen, hätte ich wahrscheinlich gar nicht den Mut gehabt, eigene Dinge zu kreieren. Nun bin ich richtig motiviert, mich weiter damit  zu beschäftigen und, wenn ich ein wenig Routine im Umgang entwickelt habe, probiere ich das eine oder andere Tool sicherlich auch in meinem Kurs aus!“