Für die Lehrperson ist der Lernerfolg ihrer Teilnehmenden auch eine wichtige Rückmeldung zu ihrem Kurskonzept. Denn mit Hilfe von Lernerfolgskontrollen können Lehrende ebenfalls die eigene Methodenwahl, den Medieneinsatz, die didaktische Kursstruktur und den Einsatz der Lernziele überprüfen.  

Hoher Lernerfolg = gutes Kurskonzept? 

Das didaktische Vorgehen der Lehrenden ist nicht alleine verantwortlich für den Lernerfolg der Teilnehmenden. Man kann also nicht sagen, der Kurs ist schlecht vorbereitet/durchgeführt worden, wenn die Lernenden nur einen geringen Lernerfolg verbuchen konnten. Im Umkehrschluss ist das didaktische Vorgehen einer Lehrkraft nicht zwangsläufig hervorragend, wenn der Lernerfolg der Kursmitglieder hoch ist. Denn zum Lernerfolg tragen neben der Kursgestaltung auch die Motivation der Lernenden, ihre Vorkenntnisse, ihr persönliches Interesse und ihre sozialen oder beruflichen Hintergründe bei. Trotzdem stehen die Qualität des Kurses (die didaktische Kompetenz der Lehrperson) und der Lernerfolg der Teilnehmenden in einem starken Zusammenhang. 

Muss ich als Lehrperson auch Statistik können? 

Nur eine echte Datenanalyse kann sichere Rückschlüsse von der Höhe des Lernerfolges auf die Auswahl von Methodik, den Aufbau des Kurses oder die Definition von Lernzielen zulassen. Dafür wären aber im Vorfeld umfangreiche Datenerhebungsverfahren, verschiedene Untersuchungsdesigns oder auch Kontrollgruppen, die unter anderen Bedingungen lernen, notwendig. In den Alltag von Kursleitenden lässt sich dieser Aufwand aber wohl eher nicht integrieren und steht auch nicht im Verhältnis zu den Ergebnissen, die dadurch erzielt werden.  

Lernerfolgsmessung und -sichtbarmachung dient sehr stark der Motivation und dem Bewusstseinmachen von Zielen und Erfolgen. Schon alleine deshalb hat es als Tool durchaus seine Berechtigung, ist aber auf jeden Fall abhängig vom Kontext und der Art der Weiterbildung. Manchmal bietet sie sich auch nicht oder nur in geringem Umfang an. 

Was mache ich als Lehrperson aber dann mit den Ergebnissen? 

Lehrende müssen bereits vor Beginn ihres Kurses den potentiellen Lernerfolg ihrer Teilnehmenden mitdenken. Das bedeutet aber auch, dass sie sich auf verschiedene Szenarien einstellen und im Vorfeld schon überlegen müssen, an welchen Stellen sie ihr Kurskonzept anpassen können. Hier spielen letztlich alle Themen der Kursplanung und Kursgestaltung eine Rolle

 

Mögliche Ergebnisse bereits in der Kursplanung mitdenken

Vor dem Kurs: 

  • Planen Sie mit unterschiedlichem Lernerfolg Ihrer Teilnehmenden! Ein gutes Kurskonzept hält einige Alternativen bereit, damit Sie flexibel auf Ihre Lernenden reagieren können.

Während des Kurses:

  • Beobachten und prüfen Sie, welchen Leistungsstand sie jeweils vor und während des Kurses haben und gleichen Sie die Ergebnisse mit den Wünschen der Teilnehmenden und möglichen institutionellen Vorgaben ab.
  • Passen Sie Ihr Konzept an, wenn Sie merken, dass einige Lernenden auf der Stelle treten. Eine alternative Methode, ein anderes Medium oder ein niedrigeres/höheres Lernziel (Teilziel) können die Teilnehmenden motivieren, Sie in Ihren Fähigkeiten unterstützen und so den Lernerfolg steigern.

Nach dem Kurs:

  • Stellen Sie sich die Frage, wie zufrieden Sie mit dem Lernerfolg Ihrer Teilnehmenden sind. Was hat gut geklappt? Wo hätten Sie besser reagieren können? Auf was hätten Sie noch Einfluss nehmen können?

Je nach Art und Kontext der Weiterbildung lässt sich das Ergebnis der Lernerfolgsmessung zusammen mit der Überprüfung der Zielgruppen- und Teilnehmerorientierung und zum Beispiel einem Lerner-Lehrer-Feeback nutzen, um die Qualität der eigenen Weiterbildung zu überprüfen. Gemeinsam bieten sie viele Anhaltspunkte, um gegebenenfalls Änderungen in der Planung vorzunehmen. Jedoch sollten Sie hier auch berücksichtigen, dass eine weitere Kursgruppe ganz anders aufgestellt sein kann.