Interaktives Whiteboard
 

Das Bild zeigt ein Whiteboard.

Whiteboard, Bild: Clker-Free-Vector-Images,  www.pixabay.com, Freie kommerzielle Nutzung

 

Das interaktive Whiteboard, auch Smartboard oder Activboard genannt, existiert als Präsentationsmedium bereits seit über 20 Jahren, findet allerdings erst seit relativ kurzer Zeit Verwendung in Weiterbildungen. Es handelt sich dabei um eine Art elektronische Tafel, die an einen Computer angeschlossen ist. Mit Hilfe eines Beamers wird der anzuzeigende Bildschirminhalt auf die weiße Fläche des Whiteboards projiziert. Alternativ kann auch ein großer Monitor zum Einsatz kommen, der eine berührungsempfindliche Oberfläche hat (Touchmonitor). Das Whiteboard stellt also primär einen großen Bildschirm dar.

Besonderen Reiz erhält das interaktive Whiteboard durch die umfangreiche Software, die für diese Geräte entwickelt wurde. Mit dieser kann man bereits zu Hause Präsentationen entwickeln, die man später im Seminar vorführt. Durch die vielen digitalen und graphischen Möglichkeiten, die das interaktive Whiteboard bereithält, kann ein modernes und interaktives Lernsetting gestaltet werden. Da das interaktive Whiteboard viele Möglichkeiten bietet, das Tafelbild graphisch zu verändern, kommt es besonders auf eine adäquate Seminarkonzeption an, um die Inhalte optimal zu vermitteln.

Um das Potenzial des interaktiven Whiteboards ausschöpfen zu können, ist eine ausführliche Einführung in seine Möglichkeiten notwendig. Sind Lehrende und Teilnehmende mit dem Umgang vertraut, bietet es viele Möglichkeiten, das Training oder ein Seminar attraktiver zu gestalten. Aufgaben, Präsentationen und gemeinsam erarbeitete Tafelbilder können digitalisiert gespeichert und per Mail an alle Kursmitglieder gesendet werden.

Es gibt allerdings auch Faktoren, die gegen die Verwendung des interaktiven Whiteboards sprechen. Der offensichtlichste  ist die Gefahr, dass durch die umfangreichen technischen Möglichkeiten und Visualisierungsformen der Lerninhalt in den Hintergrund rückt. Bedienungsschwierigkeiten und das Risiko technischer Probleme können dafür sorgen, dass das ausführlich geplante Seminar in einem Fiasko endet. All diese möglichen Nachteile können allerdings durch Routine im Hinblick auf die Verwendung umgangen werden.

Checkliste  für den Einsatz von digitalen Whiteboards

Zur Anwendung des interaktiven Whiteboards sollten einige Grundregeln beachtet werden:

  • Sicherer Umgang mit der Technik, damit das Lernen und nicht die Technik im Vordergrund steht und die Präsentation schnell beginnen kann.
  • Lernziel im Auge behalten. Da es mit einem interaktiven Whiteboard viele Möglichkeiten der technischen Umsetzung gibt, sollte hier stark darauf geachtet werden, dass das Lernziel im Auge behalten wird und die Technik diesem dient und nicht vom Thema ablenkt.
  • Lesbarkeit auch aus größerer Entfernung. Der Raum sollte bestenfalls nicht verdunkelt werden müssen. Die Teilnehmenden sollten parallel noch andere Lerntätigkeiten erledigen können.
  • Verfügbarkeit. Es muss sichergestellt sein, dass in allen Räumen, in denen es gebraucht wird, ein entsprechendes Gerät zu Verfügung steht und einsatzfähig ist.

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PowerPoint

PowerPoint des Herstellers Microsoft ist das am weitesten verbreitete Präsentationsprogramm und arbeitet seitenorientiert. Für die einzelnen Seiten, auch Folien genannt, bestehen umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Sie reichen von der einfachen Textfolie über Folien mit Grafiken, Tabellen und Diagrammen bis hin zu Folien mit Multimedia-Inhalten wie Film und Sound. Der Wechsel zwischen den einzelnen Folien kann mit Folienübergangseffekten erfolgen.

Einer der Vorteile von PowerPoint sind die erwähnten vielfältigen technischen und gestalterischen Möglichkeiten. Durch Animationen können Inhalte schrittweise aufgebaut werden. Außerdem kann die Präsentation leicht bearbeitet und ergänzt werden, die Folien können wiederverwendet werden und lassen sich leicht vervielfältigen. PowerPoint-Präsentationen eignen sich darüber hinaus für Gruppen jeder Größe.

Die zahlreichen Möglichkeiten, die PowerPoint bietet, können sich jedoch nachteilig auswirken, wenn sie falsch verwendet werden. Dann entstehen Folien und Vorträge, die überladen sind, die Zuhörenden überfordern oder zu viele Ablenkungsmöglichkeiten bieten. Die richtige Balance und der funktionelle Einsatz der Gestaltungsmöglichkeiten sind dementsprechend wichtig. Präsentationen mit PowerPoint setzen außerdem voraus, dass die nötige Technik vorhanden ist. Auch kann es vorkommen, dass die vorhandene Technik nicht einwandfrei funktioniert. Außerdem bietet eine PowerPoint-Präsentation nur vergleichsweise wenig Flexibilität während des Vortrags, da die Folien schon ausgearbeitet sind und sich, beispielsweise in interaktiven Prozessen, nicht mehr verändern lassen.

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Prezi

Prezi ist ein Tool, das seit seinem Erscheinungsjahr 2009 gerne als Alternative zu PowerPoint genutzt wird. Anders als bei PowerPoint werden die Inhalte der Präsentation nicht Folie für Folie gezeigt, sondern nach und nach auf einem vordefinierten Pfad, der auf einer großen Fläche angeordnet ist, herangezoomt. Durch die Anordnung auf der Fläche können Details, aber auch der große Zusammenhang auf einen Blick erkannt werden. Das Tool stellt eine große Auswahl an Vorlagen zur Verfügung und es können Videos, Bilder, Grafiken und Diagramme eingebunden werden. Prezi bietet außerdem die Möglichkeit einer non-linearen Präsentation, das heißt, die Inhalte können während der Präsentation auch in einer anderen Reihenfolge gezeigt werden, z. B. wenn die Lernenden etwas nicht verstanden haben und Fragen stellen. 

Checkliste für die Nutzung von Prezi

  • Denken Sie nicht in Folien. Suchen Sie eine Metapher, die zum Lerninhalt passt. Das Programm stellt viele Vorlagen zur Verfügung.
  • Die Gestaltung der Präsentation erfordert ein klares Konzept. Sie arbeiten effektiver, wenn Sie von Anfang an eine genaue Vorstellung davon haben, wie die Inhalte strukturiert werden sollen und so dafür sorgen, dass genügend Platz für alle Inhalte zur Verfügung steht. Legen Sie erst nach der Strukturierung die Kamerafahrt fest.
  • Beginnen Sie in der Vogelperspektive, um die Inhalte in ihrem Zusammenhang zu zeigen und zoomen Sie dann in die Details rein.
  • Verwenden Sie nicht zu große Bilder, damit die Präsentation ohne Probleme durchlaufen kann. Setzen Sie Texte sparsam ein.
  • Vermeiden Sie den Eindruck einer unruhigen Präsentation durch zu viele Kameraeffekte, indem Sie die Objekte, die nacheinander präsentiert werden sollen und eine ähnliche Größe haben, nah beieinander platzieren. Haben die Objekte unterschiedliche Größen und bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen, ist der Effekt dagegen größer.

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Die Dokumentenkamera

Die Dokumentenkamera ist eine moderne Version des Overhead-Projektors, die zusätzliche Funktionen und Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Sie kann mit Beamern, Computern und digitalen Tafeln verbunden werden. Der Vorteil ist, dass man mit ihr nicht nur transparente Dokumente, sondern auch Buchseiten und Arbeitsblätter projizieren kann, was sich zum Beispiel für die Besprechung von Gruppenarbeiten oder Hausaufgaben eignet. Ebenso können dreidimensionale Objekte vergrößert und präsentiert werden.

Autorentools

Autorentools sind Werkzeuge, die der Gestaltung von multimedialen Lehr- und Lerninhalten dienen und vor allem für die Erstellung von E-Learning-Kursen eingesetzt werden. Man kann ihre Vorlagen jedoch auch für Präsentationen nutzen. Da sie über eine Benutzerfläche verfügen, benötigen Nutzerinnen und Nutzer keine Programmierkenntnisse. Sie sind sehr einfach zu bedienen und bieten viele Funktionen. Es können verschiedene Medien wie Videos, Audios und Grafiken aber auch Inhalte aus anderen Präsentationen eingebunden sowie Vorlagen für verschiedene Aufgabentypen genutzt werden. Manche Tools bieten auch die Möglichkeit, anhand von Simulationen wirklichkeitsgetreue Abbildungen zu erstellen, was sich für die Erklärung komplexerer Sachverhalte anbietet.


Referenzen

Danz, G. (2010). Neu präsentieren: begeistern und überzeugen mit den Erfolgsmethoden der Werbung. Frankfurt am Main: campus.

Kohls, C. (2011). Mein SMART Board: das Praxishandbuch für den erfolgreichen Einsatz im Unterricht. (2. Aufl.)  Erfurt KIDS interactive, 2011.

Moser, H. & Holzwarth, P. (2011). Mit Medien arbeiten: Lernen – Präsentieren – Kommunizieren. Konstanz: UVKVerl.- Ges.

Thiele, A. (2007). Präsentieren Sie einfach: mit und ohne Medien; Techniken und Strategien für Vorträge unter Zeitdruck. Frankfurt am Main: Frankfurter Allg. Buch.

Weidenmann, B. (2011). Erfolgreiche Kurse und Seminare: professionelles Lernen mit Erwachsenen. Weinheim: Beltz.

Weiss, R. (2010). Präsentieren mit Power Point Trainer. München: Rudolf Haufe.