Räumliche Orientierung

Das Bild zeigt den Kursleitenden im Fallbeispiel.

  Kursleitender Klaus Müller

Klaus Müller ist extra etwas früher gekommen und hat vorher Schilder mit Hinweisen ausgedruckt, die er in der Weiterbildungseinrichtung aushängt, denn sein neuer Kurs zum Thema Arbeitsplatzmanagement findet in einem sehr versteckt liegenden Raum statt. Außerdem möchte er alle Teilnehmenden persönlich begrüßen, um sie willkommen zu heißen, ihnen den ersten Schritt im neuen Kurs zu erleichtern und sich selbst einen ersten Eindruck zu bilden.

Das erste, was die Teilnehmenden wahrnehmen, ist der Lern- oder Kursraum. Sie entscheiden schnell, ob sie ihn als angenehm oder nicht empfinden. Er kann sich auf die Motivation auswirken, Sicherheit oder Unsicherheit schaffen, anregen oder blockieren. Durch die (Sitz-)Anordnung im Raum kann Nähe oder Distanz geschaffen werden.

Mit der Wahl und Gestaltung des Raumes können Sie einiges dafür tun, dass sich die Teilnehmenden von Beginn an wohl fühlen. Sie können Struktur bieten und auf das hinweisen, was die Teilnehmenden im Kurs erwarten wird. 

Schon kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben:

  • Tische und Stühle umzustellen kann Nähe fördern und bestimmte Lernformen begünstigen.
  • Hinweisschilder und eine Erläuterung der Räumlichkeiten helfen dabei, sich besser zurechtzufinden und sich willkommen zu fühlen.

Für Lehrende ist die Raumgestaltung wie ein erster Eindruck, den sie bei den Teilnehmenden hinterlassen und gleichzeitig eine Möglichkeit, die Lernatmosphäre in ihrem Sinne zu beeinflussen.

 

Zeitliche Orientierung

Das Bild zeigt den Kursleitenden im Fallbeispiel.

 Kursleitender  Klaus Müller

Kursleiter Müller hat sich im Vorfeld überlegt, dass er gerne zunächst etwas über die Teilnehmenden erfahren möchte. In diesem Austausch, so hofft er, könnten bereits einige Punkte und Fragen auftauchen, die die Teilnehmenden bezüglich der Kurszeiten haben. Diese will er anschließend in einem Block über ein paar wichtige Regelungen für den Kurs aufgreifen. Er möchte den Teilnehmenden Gelegenheit geben, ihre Anliegen und Wünsche zu äußern und, wenn möglich, zu berücksichtigen. An den Kurszeiten möchte und muss er aber festhalten, weshalb ihm daran gelegen ist, nicht zu viele Diskussionspunkte aufkommen zu lassen.

Auch wenn der grobe zeitliche Rahmen vorher meist festgelegt wird, tauchen zu Beginn Fragen auf. Zeitliche Vorgaben und Antworten auf offene Fragen schaffen Verbindlichkeiten und Verlässlichkeit. 

Die Teilnehmenden möchten wissen, was von ihnen erwartet wird:

  • Schaffe ich es, pünktlich zur Weiterbildung zu kommen?
  • Wie lange dauert es?
  • Was passiert, wenn ich zu spät komme?
  • Gibt es Pausen? Sind Pausenzeiten festgelegt?
  • Wäre es möglich, später zu beginnen oder früher zu enden?

Diese Fragen zu klären, schafft zum einen Verbindlichkeit und Verlässlichkeit und einen ersten Schritt für einen strukturierenden Rahmen. Zum anderen können sich anhand dieser Fragen aber auch erste Konflikte entwickeln. Hier liegt es am Lehrenden, die Balance zu finden zwischen festen Vorgaben und einem Konsens mit der Gruppe.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Gruppe, umso mehr Struktur sollte vom Lehrenden vorgegeben werden.

Welche Maßnahmen zu Regelungen zu Beginn wichtig und hilfreich sind, ist von Weiterbildung zu Weiterbildung unterschiedlich. Je nach Rahmenbedingungen wie Anbindung, Räumlichkeiten, Kursinhalten und -länge, Gruppe und Gruppengröße müssen hier vom Lehrenden individuelle Entscheidungen getroffen werden.


Referenzen

Geißler, K. (2016). Anfangssituationen. Was man tun und besser lassen sollte. Weinheim: Beltz.