Mithilfe folgender Hinweise kann es gelingen, eine positive Fehlerkultur innerhalb eines Kurses zu etablieren.

Rita Leifert fordert die Teilnehmenden ihres Kunstgeschichtekurses dazu auf, ein Referat zu einem Gemälde vorzubereiten. Ziel des Referats ist es, das im Unterricht erworbene Wissen anzuwenden und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten aufzudecken. Durch die Referate kann sie erkennen, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Teilnehmenden haben. So können gemachte Fehler gezielt genutzt werden, um das individuelle Können zu analysieren und persönliche Entwicklungswege einzuschlagen. Durch die Transparenz dieses Zieles wird den Teilnehmenden bewusst, dass das Referat nicht dazu dient, vor den anderen Teilnehmenden bloß gestellt zu werden sondern, dass es eine Chance bietet,  herauszufinden, ob sie die Lerninhalte verstanden haben und diese richtig anwenden können. Die Lehrperson geht im Anschluss an die Referate die gemachten Fehler mit den einzelnen Teilnehmenden persönlich durch, lässt sie die Fehler teilweise selbst und gegenseitig korrigieren und erklärt die entsprechenden Verbesserungsvorschläge. Wenn es sich anbietet, können die Kursmitglieder anhand der notierten Fehler auch in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und so an ihren persönlichen Bedarfen weiterarbeiten.                       

Gerade beim selbstgesteuerten Lernen ist das Machen von Fehlern aufgrund der flexiblen Strukturen etwas Unvermeidliches. Deshalb sind hier der aktive Umgang mit Fehlern und das daraus Lernen von entscheidender Bedeutung. „Jedoch reicht alleine ein Bekenntnis zu einer positiven Fehlerkultur nicht aus, damit […] aus Fehlern gelernt wird. Es bedarf eines Umgangs mit Fehlern, der Merkmale einer positiven Fehlerkultur erfüllt.“ (Harteis et ak., 2006, S. 111).

Maßnahmen zur Etablierung einer Fehlerkultur

Sie können sich im Folgenden die Maßnahmen anschauen, indem Sie den Regler unter dem Bild verschieben.

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Bilder im Slider: Eigene Darstellung, CC BY-SA 3.0 DE

Referenzen

Harteis, C., Bauer, J. & Heid, H. (2006). Der Umgang mit Fehlern als Merkmal betrieblicher Fehlerkultur und Voraussetzung für Professional Learning. Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften, 28 (1), 111-129.

Meyer, L., Seidel, T. & Prenzel, M. (2006). Wenn Lernsituationen zu Leistungssituationen werden: Untersuchung zur Fehlerkultur in einer Videostudie. Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften, 28 (1), 21-41.