Ehrenamtskoordination – Ein Good Practice Beispiel ELO

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Das Good-Practice-Beispiel zur Ehrenamtskoordination der Integrationsagentur der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mittelrhein veranschaulicht praxisnah Vorgehensweisen, Chancen und Anforderungen der Ehrenamtskoordination, indem es Einblicke in die Erfahrungen einer Integrationsagentur gewährt und damit auch Anregungen für Weiterbildungsorganisationen gibt.
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Ehrenamtskoordination – Ein Good Practice Beispiel

Die folgende Fallbeschreibung ist lizensiert unter der Creative Commons Lizenz CC BY-ND 4.0.

 

Hintergrund: Das Konzept der Integrationsagenturen

Die Integrationsagentur der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mittelrhein wird in Trägerschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege vom Integrationsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Sie ist eine von mittlerweile insgesamt 185 Integrationsagenturen, die seit 2007 von der Landesregierung unterstützt werden (https://www.mkffi.nrw/integrationsagenturen). Der Auftrag der Integrationsagenturen besteht darin, eine moderne Integrationspolitik umzusetzen, welche die Zugewanderten selbst aktiv einbezieht. Das Konzept der Integrationsagenturen ging 2007 aus einer Reform der früheren Migrationsfachdienste hervor, welche bis dahin schwerpunktmäßig individuelle Beratung für Zugewanderte geleistet hatten. Mit der Reform dieser Migrationsfachdienste und der daraus resultierenden Einrichtung der Integrationsagenturen ging ein grundlegender Konzeptwechsel der Integrationsarbeit von einer einzelfallorientierten Beratung hin in zu einer strukturellen Arbeit einher.

Die Arbeit der Integrationsagenturen bewegt sich innerhalb von vier Eckpunkten:

  • bürgerschaftliches Engagement von und für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte
  • sozialraumorientierte Arbeit
  • interkulturelle Öffnung,
  • Antidiskriminierungsarbeit

Die Grundlage der Arbeit der Integrationsagenturen ist eine Sozialraumanalyse oder eine Bedarfserhebung, die in der Regel alle zwei Jahre durchgeführt wird.  Aus den Ergebnissen der Analyse leiten die Integrationsagenturen ihre konkreten Aufgabenfelder ab und entwickeln hierzu entsprechende Aktivitäten vor Ort. Die Integrationsagenturen haben dabei auch die Möglichkeit, sich auf einen der vier Eckpunkte zu spezialisieren.

Die Förderung der Landesregierung umfasst die Ausgaben für den Einsatz von Integrationsfachkräften, für die Arbeit von Koordinatorinnen und Koordinatoren auf Regional- oder Landesebene sowie für spezifische Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele und Aufgaben der Integrationsagenturen. (Nähere Spezifizierungen hierzu in den → Förderrichtlinien von 2017).

 Die Integrationsagentur der AWO Mittelrhein sieht ihren Auftrag darin, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu unterstützen und zu verbessern. Ihr Ansatz zielt darauf ab, strukturelle und gesellschaftliche Barrieren, die einer Integration im Wege stehen, aufzugreifen, sie mit den betroffenen Stellen zu kommunizieren und gemeinsam zu bearbeiten.

Die Integrationsagentur der AWO Mittelrhein tut dies mit einem breitgefächerten Angebot, das alle vier oben genannten Eckpunkte der Arbeit von Integrationsagenturen abdeckt:

  • das „Institut zur Interkulturellen Öffnung“ (IzIkÖ) der Integrationsagentur unterstützt Prozesse zur interkulturellen Öffnung von Ämtern, Diensten und Einrichtungen,
  • die „Chancenwerkstatt für Vielfalt und Teilhabe“ der Integrationsagentur konzentriert sich auf Antidiskriminierungsarbeit als Beitrag zur Stärkung der gesellschaftlichen Partizipation von Migrantinnen und Migranten;
  • im Rahmen ihres Programms „AKTIS – Aktiv im Stadtteil“ bearbeitet die Integrationsagentur die Aufgabenfelder Bürgerschaftliches Engagement und Sozialraumorientierte Integrationsarbeit.

Alle drei Bereiche – das IzIkÖ, die Chancenwerkstatt und das „AKTIS“-Programm – werden jeweils von einer eigenen fest angestellten Integrationsfachkraft koordiniert und verantwortet.

Das Angebot der Integrationsagentur richtet sich an vielfältige Zielgruppen. Zu diesen gehören: Leitende und Mitarbeitende von Einrichtungen und Diensten der sozialen Infrastruktur, Bildungseinrichtungen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Migrantinnen- und Migrantenselbstorganisationen, Ehrenamtliche, Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner mit und ohne Zuwanderungsgeschichte, Medien und Medienschaffende sowie kommunale und regionale Initiativen gegen Diskriminierung und Rassismus.

Die Schwerpunkte Sozialraumarbeit und Bürgerschaftliches Engagement

Im Rahmen der Schwerpunkte Sozialraumarbeit und Bürgerschaftlichem Engagement entwickelt die Integrationsagentur in Kooperation mit vielfältigen Gruppen und Einrichtungen vor Ort in verschiedenen Kölner Stadtteilen Angebote, um die Integration von Zugewanderten zu unterstützen und dabei insbesondere auch die Eigeninitiative von Migrantinnen- und Migrantengruppen gezielt zu fördern. So werden beispielsweise Stadtteilfeste und Ausflüge organisiert oder maßgeschneiderte Angebote für sportliche Aktivitäten oder zur Verbesserung der Alltagssprachkompetenz entwickelt.

Prinzipien

Die Integrationsagentur lässt sich bei dieser Arbeit von folgenden Prinzipien leiten:

  • Sie bezieht Menschen mit Zuwanderungsgeschichte aktiv in die Planung von Angeboten im Sozialraum ein.
  • Sie führt Gruppen verschiedener Herkunft zusammen und bringt sie in Austausch miteinander, um gegenseitiges Lernen zu fördern und die unterschiedlichen Potentiale zu stärken.
  • Sie unterstützt und schafft die Rahmenbedingungen für eine politische Partizipation und aktive Teilnahme an der Weiterentwicklung des Stadtteils.
  • Sie initiiert immer wieder neue Begegnungen und Aktivitäten zur Förderung der Vielfalt im Stadtteil und zur Verbesserung der Kommunikation untereinander.

Vorgehen: Von der Sozialraumanalyse über das Handlungskonzept zur Umsetzung

Die Grundlage für die Aktivitäten in den Arbeitsfeldern Sozialraumarbeit und bürgerschaftliches Engagement bilden Sozialraumanalysen, welche die Integrationsagentur in Zusammenarbeit mit vier weiteren Integrationsagenturen der freien Wohlfahrtsverbände in der Regel alle zwei Jahre durchführt. Dabei wird die vorhandene Infrastruktur im jeweiligen Sozialraum der Integrationsagenturen analysiert und es werden fehlende Angebote und bestehende Bedarfe ermittelt. Für die Analyse erarbeiten die Integrationsagenturen Fragebögen und führen Befragungen von Stadtteilbewohnerinnen und -bewohnern, Ehrenamtlichen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch. Auf der Grundlage der Sozialraumanalysen werden anschließend Handlungskonzepte erarbeitet und diese gemeinsam mit Kooperationspartnern in konkrete Angebote und Aktivitäten umgesetzt.

Niedrigschwellige Angebote

Im Rahmen der Umsetzung der Integrationskonzepte initiiert die Integrationsagentur in verschiedenen Kölner Stadtteilen niedrigschwellige Gruppenangebote im Sozialraum wie Frauengesprächskreise, Literaturcafés, Sprachtrainings Deutsch, Nähtreffs, Frauen Aktiv in Köln, Altenclubtreffen u.a.m...

Seit sieben Jahren initiiert die Integrationsagentur zudem gemeinsam mit vier weiteren Integrationsagenturen der freien Wohlfahrtsverbände Kooperationsprojekte für Frauen zu verschiedenen Themen wie z. B. „Migration-Flucht-Exil“ oder „Die gesellschaftliche Stellung der Frauen in verschiedenen Kulturen“. Bei diesen Projekten wird jeweils eine Reihe unterschiedlicher Veranstaltungen – Lesungen in Stadtteilbüchereien, Stadtteilführungen, Vorträge etc. – rund um das gewählte Thema organisiert.

Das Kooperationsnetzwerk

Zentrale Grundlage und Ressource für die sozialräumliche Arbeit der Integrationsagentur in diesem Kontext ist ein umfangreiches Netzwerk von Kooperationspartnern, die ihrerseits vielfältige Aktivitäten aller Art durchführen.

Zudem ist die Integrationsagentur in einer Reihe von Arbeitskreisen und Netzwerken im Sozialraum aktiv engagiert und ist regelmäßig in deren Arbeitstreffen und Informationsflüsse eingebunden.

Eine besondere Rolle im Kooperationsnetzwerk kommt den Interkulturellen Zentren der Stadt Köln zu, mit denen die Integrationsagentur regelmäßig eng zusammenarbeitet. Die Interkulturellen Zentren der Stadt Köln, von denen etliche aus früheren Migrantenselbstorganisationen entstanden sind, sind in ihren Stadtteilen fest verankert und erreichen die Bevölkerung durch Angebote mit niedrigschwelligen Zugangsmöglichkeiten.

Ein weiterer wichtiger Kooperationspartner ist die Seniorenvertretung der Stadt Köln. Diese nimmt sowohl an Sitzungen der städtischen Gremien wie auch an den Aktivitäten von Gruppen und Arbeitskreisen im Sozialraum teil. Durch diese doppelte Verankerung nimmt die Seniorenvertretung eine wichtige Rolle bei der Informationsvermittlung im Netzwerk ein, indem sie relevante Informationen von den Gremien in die Gruppen vermittelt oder auch umgekehrt von den Gruppen in die Gremien.

Der weitere Rahmen: Das Sozialraumkonzept der Stadt Köln „Lebenswerte Veedel“

Die Aktivitäten der Integrationsagentur der AWO Mittelrhein und ihrer Partner sind eingebettet in das Rahmenkonzept „Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“. Dieses wurde in einer ersten Fassung 2005 gemeinsam von Kommunalpolitik, Stadtverwaltung und der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Köln (LIGA der Wohlfahrtsverbände) erarbeitet und wird bis heute fortgeschrieben und umgesetzt. Das im Jahr 2012 im Rahmen eines Bundeswettbewerbs preisgekrönte Konzept zielt darauf ab, die Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner in definierten Sozialraumgebieten durch eine stärkere Bewohner- und Sozialraumorientierung aller relevanten Fachämter, Träger und Einrichtungen zu verbessern. Sozialraumorientierte und kooperative Arbeitsformen sollen frühere fachliche „Versäulungen“ aufbrechen, und auf Seiten der Verwaltung und der freien Träger soll eine ressort- und fachübergreifende Praxis verankert werden. Anspruch des Rahmenkonzepts ist es, in den ausgewählten Gebieten alle relevanten Hilfen und Angebote sozialräumlich zu koordinieren und zu vernetzen. Dies geschieht in einem komplexen und vielschichten Geflecht von Steuerungs- und Durchführungsstrukturen unter Einbindung einer Vielzahl unterschiedlichster Akteure.

Die Ehrenamtlichen

Rolle und Aktivität von Ehrenamtlichen

Für die sozialräumliche Arbeit der Integrationsagentur ist die Arbeit von ehrenamtlich Engagierten zentral. „Ohne Ehrenamt läuft hier gar nichts!“, mit dieser Aussage der zuständigen Mitarbeiterin bei der Integrationsagentur lässt sich die Bedeutung dieser Gruppe prägnant auf den Punkt bringen.

Die Bedeutung der Ehrenamtlichen erschöpft sich dabei nicht darin, dass sie zusätzliche Ressourcen für die Aktivitäten der Integrationsagentur einbringen können. Das bürgerschaftliche Engagement ist nicht einfach nur Mittel, sondern zugleich Zweck und Ziel. Indem sie Ehrenamtliche in ihrem Engagement unterstützt, fördert die Integrationsagentur vor allem deren Eigeninitiative und Selbsthilfe. Sie fördert die politische Partizipation und die soziale Vernetzungsarbeit von Ehrenamtlichen, zum Beispiel mit der Kommunalpolitik. Die Ehrenamtlichen, von denen viele selbst einen Zuwanderungshintergrund haben, führen z.B. im Vorfeld politischer Wahlen Veranstaltungen durch, auf denen sie über politische Partizipationsmöglichkeiten für Migrantinnen und Migranten sowie über die Arbeit des Integrationsrates informieren und die Teilnehmenden zu eigenem politischen Engagement motivieren. Anlassbezogen organisieren sie auch Protestaktionen, um z.B. gegen kommunale Kürzungen ein Zeichen zu setzen.

Ein anderer Schwerpunkt ist die gegenseitige Hilfe. Die Ehrenamtlichen bieten anderen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte Unterstützung aller Art bei der Integration und bei der Bewältigung des Alltags. Dies können einfachere nachbarschaftliche Hilfsleistungen sein, zum Beispiel eine Hilfe beim Möbelaufbau, es kann sich aber auch um komplexere Unterstützungsaufgaben handeln wie etwa eine Begleitung zu Behördenterminen, zu Schulgesprächen oder ähnlichem.

Das ehrenamtliche Engagement kann in sehr unterschiedlichen Intensitätsgraden ausgeübt werden. Es kann sich darauf beschränken, punktuell nachbarschaftliche Hilfe bei aktuellen Anfragen zu leisten, es kann aber auch die Form eines dauerhaften, regelmäßigen Engagements annehmen.

Wer sind die Ehrenamtlichen?

Viele Ehrenamtliche sind ehemalige „Kundinnen“ oder „Kunden“ bzw. Teilnehmende an den niedrigschwelligen Angeboten der Integrationsagentur bzw. der Arbeitskreise, oder aus den Gruppen/Kursen der Interkulturellen Zentren aus dem Netzwerk der AWO. Im Prinzip ist jede Person, die von den Informationsflüssen der AWO erreicht wird, eine potenzielle Ehrenamtliche oder ein potenzieller Ehrenamtlicher, sei es für kleinere punktuelle Hilfeleistungen oder auch für ein umfassenderes Engagement.

Ehrenamtskoordination – die Aktivitäten der Integrationsagentur

Netzwerkpflege

Im Lauf der Zeit konnte die Integrationsagentur so ein Netzwerk von „festen“ Ehrenamtlichen aufbauen, die bereit sind, sich regelmäßig zu engagieren, und die von der Agentur gezielt für Unterstützungsleistungen angefragt werden können. Für diese zu einem dauerhaften Engagement bereite Gruppe bietet die Integrationsagentur in Kooperation mit der Stadt Köln und weiteren Wohlfahrtsverbänden auch spezifische Fortbildungen zum „Integrationslotsen“ bzw. zur „Integrationslotsin“ an. Hier können sich interessierte Personen gezielt für die Unterstützung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte qualifizieren lassen.

Koordination von Angebot und Nachfrage für ehrenamtliches Engagement

Die Integrationsagentur vermittelt unter Nutzung aller relevanten Informations- und Kommunikationskanäle in ihrem weitverzweigten Netzwerk zwischen Bedarfen/Anfragen einerseits und möglichen Hilfsangeboten andererseits.

Hilfesuchende können ihre Anfragen gezielt an die Integrationsagentur richten. Darüber hinaus erhält die Integrationsagentur im Rahmen ihrer eigenen Netzwerkarbeit Kenntnis von aktuellen Bedarfen, die sie dann in ihre eigenen Verteiler einspeist. Entsprechende Anfragen können etwa lauten:

  • Wer kann bei Aufbau und Standbesetzung auf dem geplanten Adventsbasar der Gemeinde xy helfen?
  • Wer kann einer neu zugezogenen alleinerziehenden türkischen Mutter beim Aufbau der Möbel helfen?
  • Wer kann eine Mutter bei einem Elterngespräch in der Schule unterstützen (Vorbereitung und Begleitung)?
  • Wer kann einem Zugewanderten bei einem Termin im Jobcenter unterstützen, wo ein Klärungsbedarf zu seiner Situation entstanden ist?

Wenn sich Hilfswillige melden, stellt die Integrationsagentur den Kontakt zu den Hilfesuchenden her. Falls kein Hilfsangebot eingeht, kann die Agentur selbst gezielt Personen aus ihrem Integrationslotsenpool anfragen.

Angebote für die Ehrenamtlichen

Für die regelmäßig ehrenamtlich Tätigen stellt die Integrationsagentur auch spezielle Angebote bereit, die zum einen unmittelbare Unterstützung für die ehrenamtliche Tätigkeit bieten, zum anderen aber auch der längerfristigen Pflege und Sicherstellung des ehrenamtlichen Engagements dienen:

1. Gesprächsangebote

Die Integrationsagentur führt jede Woche Helferbesprechungen durch. Zusätzlich werden bedarfsgezogen Einzelgespräche ermöglicht, wenn etwa ein Integrationslotse im Rahmen seiner Begleitung auf Probleme stößt. So kann es z. B. vorkommen, dass ein Ratsuchender eine Integrationslotsin mit überzogenen Anforderungen konfrontiert, etwa indem er erwartet, dass sie für ihn quasi Dienstleistungsaufgaben wahrnimmt, für ihn einen Behördenantrag stellt, eine Arbeitsstelle sucht oder eine Wohnung findet. In Einzelgesprächen werden die Integrationslotsinnen und -lotsen in solchen Fällen durch die Agentur dabei unterstützt, ihren eigenen Auftrag klarer zu definieren und abzugrenzen. Bei Bedarf greift die Integrationsagentur auch direkt ein und sucht selbst das Gespräch mit den Ratsuchenden. Diese Gespräche dienen dazu, bei allen Beteiligten Transparenz und Klarheit darüber schaffen, welche Art von Unterstützung die Integrationsagentur und ihre Ehrenamtlichen bieten (können), und was umgekehrt die Neuzugewanderten selbst in die Hand nehmen müssen.

2.  Fortbildungsangebote

Für ehrenamtliche Engagierte stellt die Integrationsagentur mit weiteren Integrationsagenturen der freien Wohlfahrtspflege im Trägerkreis verschiedene Fortbildungsangebote bereit. In diesen können die Teilnehmenden z. B. notwendiges Wissen über einschlägige rechtliche Grundlagen erwerben. Darüber hinaus können sie ihre interkulturellen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen erweitern und können zudem kollegiale und fachliche Beratung in Anspruch nehmen. Die Fortbildungen befassen sich mit Themen wie Nähe und Distanz in der ehrenamtlichen Begleitung, interkulturellem Training, Antidiskriminierungsarbeit, Motivationsstrategien, Fragen zum Ausländergesetz und Asylrecht, aufenthaltsrechtliche Bestimmungen u.a.m.

3. Jahresveranstaltung

Für die Ehrenamtlichen wird jedes Jahr eine Jahresabschlussfeier organisiert. Dort erhalten die Ehrenamtlichen eine wichtige symbolische Wertschätzung, indem ihr Engagement durch offizielle Vertreterinnen und Vertreter der Stadt ausdrücklich gewürdigt wird. Zusätzlich wird die Veranstaltung zur perspektivischen Planung genutzt. In entsprechenden didaktisierten Tagungssequenzen wird von den Ehrenamtlichen gezielt Feedback zu ihrer bisherigen Tätigkeit eingeholt, zudem werden ihre Bedarfe und Wünsche (z. B. nach weiteren Fortbildungen) erhoben. Die Ergebnisse fließen dann entsprechend in die Arbeitsplanung für das folgende Jahr ein.

Zu weiteren Fragen rund um die Koordination von Ehrenamtlichen gibt Frau Kancok von der Integrationsagentur der AWO Mittelrhein im folgenden Podcast nähere Auskunft.

Podcast-Interview mit Frau Nuran Kancok, Integrationsagentur der Arbeiterwohlfahrt im Bezirk Mittelrhein

Dieser Podcast ist lizensiert unter der Creative Commons Lizenz CC BY-ND 4.0.

Referenzen

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. (2020). Ein Podcast-Interview mit Frau Nuran Kancok zum Thema "Ehrenamtskoordination in der Integrationsagentur der Arbeiterwohlfahrt im Bezirk Mittelrhein". Lernmaterial für das Projekt Manage2Integrate. März 2020.

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Ehrenamtskoordination – Ein Good Practice Beispiel

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