Erfahrungsbericht: Ein Begleitheft für Geflüchtete ELO

Gültigkeitsprüfungen dieses ELOs

Pflichtdaten: Sprache

Sprache: deutsch

Pflichtdaten: Aufgabenaktivität

Aufgabenaktivität: Analyseaufgabe

Pflichtdaten: Level

Level: mittel

Pflichtdaten: Gesamte Bearbeitungszeit in Minuten

Gesamte Bearbeitungszeit in Minuten: 10

Platzhalter - Teaser-Bild
Teaser-Text:
Dieses Good Practice-Beispiel veranschaulicht die Einführung einer integrationsfördernden pädagogischen Dienstleistung: das Begleitheft für Geflüchtete. 
Achtung: H5P-Inhalte können hier nicht korrekt dargestellt werden. Stattdessen erscheint ein grauer Balken. Um den Inhalt mit H5P-Elementen zu sehen, klicken Sie auf den folgenden Link.
Erfahrungsbericht: Ein Begleitheft für Geflüchtete

Übersicht behalten – Kontakte dokumentieren – Beratung vernetzen!  – Das ist das Ziel des Begleithefts für Geflüchtete, das im Rahmen der Landesinitiative Netzwerk W(iedereinstieg) vom Netzwerk W Bonn/Rhein-Sieg in Kooperation mit dem BildungsForum Lernwelten entwickelt wurde.


Es richtet sich insbesondere auch an geflüchtete Frauen, die häufig im Familienzusammenhang kommen und die ebenfalls eine Perspektive zum beruflichen (Wieder-)Einstieg brauchen. Mit dem Begleitheft sollen geflüchtete Menschen die Möglichkeit haben, ihre Aktivitäten und Kontakte zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration einfach, verständlich und kompetent zu dokumentieren. Zugleich können die Akteurinnen und Akteure in der Flüchtlingsarbeit, ehrenamtliche wie hauptberufliche, mit dem Begleitheft die Wege und Aktivitäten der Geflüchteten transparenter nachvollziehen und sie so gezielter unterstützen.

Mit der folgenden Geschichte von Ahmad aus dem Irak wird erläutert, weshalb die Nutzung des Begleithefts hilfreich sein kann. Der folgende Kurzfilm stellt das Begleitheft und seine Nutzung vor. Zusätzliche Erklärungen und Anregungen zur Reflexion runden diesen Teil ab.

Ahmad H., 20 Jahre, Herkunftsland Irak, wendet sich an seine ehrenamtliche Betreuerin mit der Bitte, bei der Jobsuche behilflich zu sein.

Nach seinem Integrationskurs mit dem Abschluss B1 wurde er vom Jobcenter in eine Maßnahme vermittelt, die ihn auf eine Ausbildung vorbereiten sollte. Nach vier Wochen hat er die Maßnahme abgebrochen. Er wollte schnell Geld verdienen, um die Schulden, die die Familie für seine Flucht auf sich genommen hat, begleichen zu können. Seine Eltern und vier Geschwister, die noch im Irak leben, bedrängten ihn, Geld zu schicken.

Die Zeit für eine Ausbildung schien ihm zu lang, die Ausbildungsvergütung zu gering, um den Erwartungen der Familie gerecht zu werden. Mehrere Versuche, einen Job zu finden, scheiterten. Er absolvierte mehrere Praktika in der Hoffnung, darüber eine Anstellung zu bekommen.

Ahmad hatte der ehrenamtlichen Betreuerin von der Maßnahme erzählt und sie fragte ihn, ob er dem Träger mitgeteilt hat, dass er nicht weiter teilnehmen will. Das war nicht erfolgt.

Den Namen des Trägers wusste Ahmad nicht, nur den Namen der Lehrerin.

Im Integrationskurs hatte Ahmad ein Begleitheft bekommen und die persönlichen Daten und seine Kontaktpersonen eingetragen. Auch die Teilnahme am Integrationskurs und an der Maßnahme sind dokumentiert.

So konnte die ehrenamtliche Betreuerin mit Ahmads Einwilligung Kontakt zu dem Maßnahmeträger aufnehmen und vereinbarte ein gemeinsames Beratungsgespräch. Bei diesem Gespräch wurde Ahmad auf die Folgen der Nichteinhaltung der Eingliederungsvereinbarung hingewiesen.

Ahmad hatte die Eingliederungsvereinbarung zwar unterschrieben, aber letztlich die Verbindlichkeit nicht erfasst. Im Beratungsgespräch wurde mit Ahmad besprochen, dass er langfristig mit einer Ausbildung bessere Aussichten hat, einen gut bezahlten Job zu finden. Er konnte davon überzeugt werden, dass es für ihn und letztlich auch für seine Familie besser ist, wenn er die Maßnahme wieder besucht und anschließend eine Ausbildung absolviert.

Der im Begleitheft genannte Sachbearbeiter beim Jobcenter wurde vom Maßnahmeträger kontaktiert und über das Beratungsgespräch informiert. So konnten die drohenden Leistungskürzungen für Ahmad abgewendet werden.

Ahmad hat inzwischen seine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker begonnen und ist glücklich, sich für diesen Weg entschieden zu haben.

Durch das Begleitheft konnte Ahmad seine Kontakte und Aktivitäten vorweisen, es ermöglichte eine schnelle Kontaktaufnahme zu den relevanten Personen und eine Vernetzung der Akteure zur zielgerichteten Unterstützung bei der beruflichen Integration.

Wissen über Strukturen zur Unterstützung von Integration

Die verschiedenen öffentlichen und privaten Unterstützungsstrukturen für die Integration von Geflüchteten sind Geflüchteten in ihrer ersten Zeit in Deutschland in der Regel nicht bekannt und häufig auch nicht einfach zu durchschauen. Dies führt zu Unsicherheit und nicht selten zur Inaktivität seitens der Geflüchteten.

Strukturen der Hilfssysteme

  • Ausländerbehörde
  • Sozialamt
  • Arbeitsagentur
  • Jobcenter
  • Beratungsstellen (MBE, Arbeitslosenberatung, Sozialberatung, BBE)
  • Weiterbildungsträger

Für die Geflüchteten ergeben sich Fragen wie z. B.:

  • Wer ist für was zuständig?
  • Wann wende ich mich an die Ausländerbehörde, wann an das Jobcenter?
  • Habe ich Anspruch auf einen Deutschkurs?
  • Was ist Weiterbildung?
  • Was ist eine Qualifizierung?
  • Habe ich einen Anspruch?
  • Wer kann die Finanzierung übernehmen?
  • Wer ist der Anbieter?
  • An wen muss ich mich wenden, wenn ich ein interessantes Angebot gefunden habe?

Vernetzung der Akteure

Die Akteurinnen und Akteure in der Flüchtlingsarbeit wissen oft nichts von den Hilfsmaßnahmen, die schon auf den Weg gebracht sind. Geflüchtete kennen häufig nicht die Namen ihrer Ansprechpersonen in den entsprechenden Einrichtungen und deren Funktion. Sie kennen oftmals nicht die Namen der Deutschkursträger oder anderer Weiterbildungseinrichtungen. Manche Geflüchtete sprechen für das gleiche Thema mehrere haupt- oder ehrenamtliche Akteurinnen und Akteure an, die aber voneinander nichts wissen und nun alle aktiv werden. Das führt immer wieder dazu, dass mehrere Personen mit einer Problemstellung beschäftigt sind und versuchen, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, die nicht selten konträr zueinander ausfallen.

Durch die Eintragungen im Begleitheft im Teil „Kontakte und Gespräche“ wird deutlich, wer sich mit welcher Thematik/mit welchem Anliegen beschäftigt und welche Schritte vereinbart wurden. Die Kommunikation und Kooperation zwischen den verschiedenen Trägern des Hilfssystems kann verbessert werden und so zu einer ziel- und prozessorientierten Unterstützung beitragen. Das Begleitheft ist sozusagen eine „verschriftlichte Vernetzung“.

Achtung: H5P-Inhalte können hier nicht korrekt dargestellt werden. Stattdessen erscheint ein grauer Balken. Um die Aufgabe mit H5P-Elementen zu sehen, klicken Sie auf den folgenden Link.
Erfahrungsbericht: Ein Begleitheft für Geflüchtete

This H5P content cannot be shown right now.
Did you just move this element? Reload the page to attempt to fix the problem.

Primäre KSF

sozio-kulturelle Merkmale Lernender

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

Eine blaue Markierung bedeutet, dass das ELO dieser Säule & Niveau-Kombination zugeordnet ist.

(Achtung: Änderungen der Kompetenz-Referenzen werden alle 1-2 Stunden aktualisiert und sind erst dann sichtbar!)

 

Sekundäre KSF

Mit Diversität umgehen

Kompetenzsäule oder -niveau ist nicht ausgewählt. Bitte eine Auswahl treffen, um die Zuordnung zu dieser KSF abzuschließen.

Säule →

↓ Niveau
Wissen Wissen / Können Können
Hoch
Mittel
Niedrig

Eine blaue Markierung bedeutet, dass das ELO dieser Säule & Niveau-Kombination zugeordnet ist.

(Achtung: Änderungen der Kompetenz-Referenzen werden alle 1-2 Stunden aktualisiert und sind erst dann sichtbar!)

 

ID dieses ELOs: 2ff74298-3ba1-4e34-9ac0-69abc898a3d1

Generierungsdatum Gültig? Generierungsfehler Validierungsfehler Link

Hinweis: Links auf das XML müssen mit Rechtsklick und "Link in neuem Tab öffnen" geöffnet werden.