Wichtige Aspekte bei der Planung von individualisierten Online-Weiterbildungen ELO

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Berücksichtigen Lehrende die einzelnen Teilnehmenden mit ihren individuellen Vorerfahrungen, Motiven, Stärken und Schwächen, so spricht man von „individualisierter oder individualisierender Lehre“. Welche Aspekte müssen bei der Planung  berücksichtigt werden und wie kann individuelles Lehren und Lernen umgesetzt werden? 
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Wichtige Aspekte bei der Planung von individualisierten Online-Weiterbildungen

Thomas Wieland, Dozent für „Pflege-Deutsch“, berichtet aus seiner Praxis: 

„Damit in den von uns angebotenen Weiterbildungen ein Gruppengefühl entstehen kann, gebe ich den Lernenden zu Beginn der Kurse Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen. Dies finde ich in unseren Online-Kursen besonders wichtig, da es hier aufgrund der Distanz schwieriger ist, ein Gemeinschaftsgefühl herzustellen und die Lernenden nicht die Möglichkeit haben, sich wie in einem herkömmlichen Kurs auch auf informelle Weise zu Beginn oder in den Pausen näher kennenzulernen. In unseren Seminaren haben wir es außerdem mit sehr heterogenen Lerngruppen zu tun habe. Anders als man vielleicht denken würde, setze ich hier jedoch, um das Wir-Gefühl zu stärken, zu Beginn den Fokus eher auf Gemeinsamkeiten als auf Unterschiede: Die Teilnehmenden sind  alle ausgebildete Pflegekräfte, die eine Tätigkeit in der Pflege in Deutschland anstreben und sich hierzu berufsbezogene Deutschkenntnisse aneignen müssen. Im Weiteren Kursverlauf ist es natürlich auch spannend, auf Unterschiede und die individuellen Erfahrungen der Teilnehmenden im Pflegeberuf einzugehen. So fühlen sie sich individuell wahrgenommen und bekommen die Gelegenheit, auch Erfahrungen und Situationen aus ihrem individuellen Alltag in der Gruppe zu thematisieren.“

Welche Aspekte sollten bei der Planung von individueller Förderung berücksichtigt werden?

Durch die Pfeile im Bild können Sie nach links und rechts klicken. 

 

Thomas Wieland, Dozent für „Pflege-Deutsch“, berichtet aus seiner Praxis:

„Da unsere Kurse in „Pflege-Deutsch“ mit dem Ziel belegt werden, die Prüfung telc Deutsch B1, B2 Pflege zu bestehen und ein fachsprachliches Zertifikat für Pflegekräfte zu erhalten, sind wir bei der Erstellung der Materialien an das Rahmencurriculum gebunden, ein Instrument zur standardisierten Planung von Fachsprachenkursen für Pflegekräfte. Gleichzeitig versuchen wir jedoch auch auf individuellem Weg den Teilnehmenden zu begegnen und auch ihre individuellen Bedürfnisse z. B. bei der Erstellung und Bereitstellung von zusätzlichen Materialien und Hilfen wie z. B. Wörterbüchern, digitalen Karteikarten etc. zu berücksichtigen. Bei unseren digitalen Kursen achtet unser mehrsprachiges Team darauf, dass jede und jeder Teilnehmende die nötige technische Hilfe erhält, um dem Kurs folgen zu können. Es kann sehr frustrierend und demotivierend für Lernende sein, wenn sie zusätzlich zu den sprachlichen Herausforderungen mit technischen Hindernissen  zu kämpfen haben.“

Welche Gelingensbedingungen gibt es für die Umsetzung von individueller Förderung?

Individuelles Lernen bedeutet, dass Lernende eine (Mit)Verantwortung für ihr individuelles Lernen und Förderung übernehmen können müssen. Hieraus ergeben sich einige Punkte, die für ein Gelingen erfüllt sein sollten:

  • Von Seiten des Weiterbildungsanbieters müssen entsprechende Rahmenbedingungen vorliegen, wie zum Beispiel technische Möglichkeiten, Abfragen zu ermöglichen oder Break-out-Räume zu nutzen.
  • Im Rahmen der Weiterbildung sollte eine Selektion keine (oder eine untergeordnete) Rolle spielen und es muss akzeptiert sein, wenn kein gemeinsames Minimal-Leistungsniveau erreicht wird.
  • Zu berücksichtigen gilt außerdem, dass individuelle Förderung nicht zur Verstärkung von Stigmatisierung und Desintegration führen darf.
  • Die Basis von Seiten der Lehrenden sollten der Respekt vor der Person und die Anerkennung ihrer Eigenheit sein.
  • Lehrende sollten außerdem die notwendigen Kompetenzen mitbringen, um innerhalb der Weiterbildung Teilnehmende mit digitalen Werkzeugen unterschiedlich zu fördern oder zu fordern.
  • Teilnehmende benötigen ggf. weitere Kompetenzen, um die Chancen individueller Förderung überhaupt nutzen zu können. Hierzu gehören z.B. Selbstreflexion, Metakognition, Lernkompetenzen und Frustrationstoleranz.
  • Von Seiten der Lernenden bedarf es außerdem Motivation, der Wille und die (Lern)Bereitschaft sowie ein für individuelle Förderung notwendiges Selbstbild (Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen).

Tipps für Kurse mit hoher Teilnehmerzahl

Die Art des digitalen Lernangebots spielt jedoch auch hier eine wichtige Rolle. So ist z. B. in Selbstlernkursen und Moocs, in denen eine sehr hohe Teilnehmerzahl möglich ist, mit einer besonders großen Heterogenität zu rechnen. Hier kann es hilfreich sein: 

  • die Vielfalt der möglichen Teilnehmenden zu betonen und zu begrüßen
  • die unterschiedlichen Perspektiven (der TeilnehmerInnen) zu integrieren
  • das Vorwissen zu aktivieren und mögliche Unterschiede im Vorwissen anzusprechen
  • Möglichkeiten der Differenzierung vorzuschlagen und zu ermöglichen
  • optionale Möglichkeiten der Vertiefung anzubieten

(Schön et al, 2022, 22-6) 

Individualisiertes Vorgehen bei heterogenen Gruppen in synchronen Kursphasen – Lehrende berichten aus ihrer Praxis:

Sie können sich im folgenden drei Methoden anschauen, indem Sie den Regler unter dem Bild verschieben.

 

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(Quelle: Aichinger, S., & Kieberl M. L. (2022), angepasst)

Wie plane ich Methoden für ein individuelles Lernen in meinen digitalen Weiterbildungen ein? 

Es gibt keine einheitliche Methode, mit der sich individualisiertes Lernen in digitalen Kursen planen und realisieren lässt. Sind alle wichtigen Aspekte und Rahmenbedingungen berücksichtigt, gibt es ein paar Faktoren, die bei der Individualisierung in Weiterbildungen grundsätzlich eine Rolle spielen können. 

Folgende Punkte auf unterschiedlichen Ebenen können bei der Planung und Realisierung von individualisierter Lehre hilfreich sein: 

Systemisch

  • Die Gruppengröße reduzieren (oder die Erhöhung der Zahl der Lehrenden). In Online-Workshops kann z. B. die Einbindung eines Co-Coachs sehr hilfreich sein. Dieser kann die Lehrperson unterstützen, indem er den Chat begleitet, Fragen festhält oder klärt (insbesondere technische) und Ergebnisse dokumentiert.
  • Kleingruppen- und Einzelarbeiten. Hierzu bietet sich das Zusammenstellen von Kleingruppen in Break-out-Räumen an.
  • Phasen der reinen Inhaltsvermittlung besonders in  Online-Seminaren kurzhalten und die Interaktion in der Gruppe fördern.
  • Eine Feedbackkultur mit digitalen Tools aufbauen und Phasen für formatives Feedback einplanen.

Materiell

Bereitstellung von individuell (auf die Ziele der Teilnehmenden) zugeschnittenen Materialien. Es können zum Beispiel im Kursmanagement-System Zusatzaufgaben angeboten werden sowie Aufgaben mit mehreren Auswahlmöglichkeiten, die verschiedenen Lernstilen und Schwierigkeitsgraden entsprechen.  

Methodisch/Didaktisch

  • Offene Gestaltung 
  • Selbständiges Lernen 
  • Kompetenzorientierung 
  • möglichst lebensnahe Aufgabenstellungen und Übungen 

Es empfiehlt sich z. B. das selbständige Arbeiten an Glossaren, Wikis, Blogs, Lerntagebüchern, E-Portfolios etc. sowie selbstständiges Lernen und Überprüfen anhand von Online-Tests und Quizaufgaben im Laufe und am Ende der Lerneinheiten und die Unterstützung mit individuellem und gegenseitigem Feedback.  


Referenzen

Aichinger, S., & Kieberl M. L. (2022). Der Webinar-Didaktik-Wegweiser. Ihr Hilfspaket für synchrone Lehre und Unterricht! NCoC Virtuelle PH. Verfügbar unter https://www.virtuelle-ph.at/wp-content/uploads/2022/02/Webinardidaktik-Wegweiser.pdf (zuletzt abgerufen am 29.03.2022) CC BY-NC 3.0 AT. Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Österreich Lizenz.  https://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/at/ 

Eckert, E. (2008). Individuelles Fördern. In: Meyer, H., Was ist guter Unterricht? (S. 97). Berlin: CornelsenScriptor. 

Freiling, E., Biloa Onana, M. & Sonntag, I. (2010). Binnendifferenzierung: gezielt und wohldosiert. Alpha-Forum 2010 (74), S. 25-27. 

Hubertus, P. (2010). Teilnehmerorientierung und das Verhältnis von Lehren und Lernen.  Alpha-Forum 2010 (74), S. 38-40. 

Klante, S. & Münder y Estellés, C. B. (2020). Durch individualisiertes Lehren und Lernen Teilnehmenden gerecht(er) werden. In: Auf die Teilnehmenden zugeschnitten: Teilnehmerorientierte Planung von Weiterbildungen. EULE Lernpfad. Verfügbar unter: https://www.wb-web.de/lernen/lernpfade/auf-die-teilnehmenden-zugeschnitten.html 

Salmon, G. (2000). E-Moderating. The Key to Teaching and Learning Online. London: Kogan Page. 

Schön, S., Aschemann, B., Bisovsky, G., et al. (2022). MOOC-Gestaltung in der Erwachsenenbildung. Empfehlungen für die Gestaltung und Durchführung von Online-Kursen für Viele. Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Digitalisierung und Erwachsenenbildung Reflexionen zu Innovation und Kritik (44-45), 22.2-22.11. Verfügbar unter https://erwachsenenbildung.at/magazin (zuletzt abgerufen am 29.03.2022) 

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