Durch die Planung von individualisiertem Lehren und Lernen Teilnehmenden in Online-Kursen gerecht(er) werden ELO

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Wer als Lehrperson arbeitet, merkt schnell: Menschen lernen unterschiedlich.  Die Wahrnehmung der individuellen Unterschiede von Lernenden und ein konstruktiv-verantwortlicher Umgang  damit ist die größte pädagogische Herausforderung und Chance zugleich. 
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Durch die Planung von individualisiertem Lehren und Lernen Teilnehmenden in Online-Kursen gerecht(er) werden

 Thomas Wieland, Dozent für „Pflege-Deutsch“, berichtet aus seiner Praxis: 

„Unsere Kurse in Deutsch für den Pflegeberuf richten sie an eingewanderte Pflegekräfte, die sich die nötigen berufsbezogenen Sprachkenntnisse aneignen möchten, um in einer Klinik, einem Altenheim oder im Pflegedienst hier in Deutschland zu arbeiten. Als wir in der Weiterbildungsakademie, in der ich tätig bin, anfingen, diese Kurse anzubieten, fiel mir vor allem die Heterogenität der Teilnehmenden auf. Sie haben für gewöhnlich nicht dieselbe Muttersprache und bringen sehr unterschiedliche Vorerfahrungen und Bedürfnisse mit. Eine der größten Hürden für uns war es daher, ein Weiterbildungsangebot zusammenzustellen, dass den Teilnehmenden individuell gerecht wird.“

Erkenntnisse aus der Lernforschung weisen darauf hin, dass Lernen ein konstruktiver Prozess ist, der durch die aktive Kombination und Rekombination von bereits verfügbaren Fertigkeiten und Fähigkeiten erwächst. Lernen ist lebendiges Handeln, lebendige Interaktion. Dabei spielt heute stärker als früher der Lebenszusammenhang und das soziale Umfeld eine bedeutsame Rolle sowie bei erwachsenen Lernenden die eigenen Lernerfahrungen. 

Was ist Individualisierung?

Individualisiertes Lernen ist die Gesamtheit aller methodisch-didaktischen Maßnahmen, die das Lernen jedes Einzelnen in den Blick nehmen. Jeder Lernende wird vom Lehrenden entsprechend seiner Persönlichkeit, seinen Lernvoraussetzungen und seinen Potenzialen in seiner individuellen Kompetenzentwicklung bestmöglich unterstützt. (nach Kunze 2009) 

Lernende, die in diesem Rahmen agieren, müssen in großem Maße Verantwortung für ihre eigenen Lernprozesse übernehmen. Sie planen, dokumentieren, bewerten und reflektieren ihr Lernen zunehmend selbst, d. h. sie werden zu Expertinnen und Experten für ihren ganz individuellen Lernweg, der zu einer möglichst optimalen Abschlussleistung führt.   
 

Bedeutet individualisiertes Lernen denn, dass Lernende nur in Einzelarbeit lernen?

Klicken Sie auf den Infopunkt im Bild, um mehr darüber zu erfahren.

 

Begrifflichkeiten rund um individualisiertes Lehren und Lernen? 

Individualisiertes Lernen kann je nach Kontext und Weiterbildungsinhalt und -ziel sehr unterschiedlich aussehen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. 

Im Folgenden können Sie sich vier Karten mit Begriffen anschauen, die hier eine wichtige Rolle spielen. Wenden Sie die Karten, um die Rückseite zu sehen.

 

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 Thomas Wieland, Dozent für „Pflege-Deutsch“, berichtet aus seiner Praxis:

„Um die Teilnehmenden unserer Kurse in Pflege-Deutsch auf die offizielle, standardisierte telc-Prüfung in Pflege-Deutsch vorzubereiten und dabei gleichzeitig ihre individuellen Bedürfnisse anzusprechen, haben wir in der Weiterbildungsakademie gemeinsam ein Konzept erarbeitet. Zunächst wird anhand eines qualifizierten Einstufungstests, den die Interessierten online ausführen können, der individuelle Sprachstand festgestellt. Der Test gibt den Teilnehmenden und uns eine Orientierung darüber, wie viel Vorwissen sie mitbringen. Je nachdem lässt sich ihr individuelle Kursteilnahme dann kürzer oder länger gestalten. Auch können sie entscheiden, ob sie den Kurs in Präsenz oder online absolvieren und ob sie lieber Einzelunterricht nehmen oder in kleinen individuellen Gruppen lernen möchten. Sowohl in den Präsenz- und Gruppenseminaren als auch in den Online-Kursen trainieren wir gemeinsam praxisnahe Szenarien, wir sprechen aber auch viel über Situationen und Szenarien aus ihrem individuellen Alltag und geben dem Erfahrungsaustausch auch in digitalen Kursen viel Raum. So sind z. B. auch unsere Einzel-Online-Kurse an eine Lerngruppe angebunden, mit der über verschiedene Kanäle kommuniziert werden kann. Die Praxis zeigt, dass es eine schwierige Herausforderung ist, allen Teilnehmenden gerecht zu werden, durch ein differenziertes Kursangebot kann jedoch von Vorneherein eine gute Basis für eine individuelle Förderung gebildet werden.“

Funktioniert individualisiertes Lernen immer? 

Je nach Setting, Thema und Kontext gibt es Ambivalenzen, die einer individuellen Förderung im Wege stehen können.  Hier muss schon in der Planung jeweils ausgehandelt werden, welchen Stellenwert individualisiertes Lernen einnehmen soll und kann.  

Indem Sie auf die Überschriften klicken, können Sie sich Beispiele dazu anzeigen lassen. 

Individualisiertung vs. Standardisierung

Beispiel: 

Um der Notwendigkeit nationaler und internationaler Vergleichbarkeit gerecht zu werden und Zertifikate, z. B. für Sprachkurse, ausstellen zu können, sind Standardisierungen notwendig. Gleichzeitig besteht jedoch auch der Wunsch, auf die individuellen Bedürfnisse, Vorkenntnisse und Erfahrungen, Lernrhythmus etc. der Lernenden eingehen zu können.

Individualisiertes Lernen vs. gemeinsames Lernen

Beispiel:

Während sich ein Kurs in Filmproduktion, in dem es darum geht, dass die Lerngruppe zusammen einen Film kreiert, eher für das  gemeinsame Lernen anbietet, ist es bei einem Kurs zu Rückengymnastik  eher erforderlich, auf individuelle Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen. 

Recht auf Differenz vs. Recht auf Gleichheit

Beispiel:

Eine Englisch-Online-Schulung wird von einer sehr heterogenen Teilnehmergruppe besucht. Viele der älteren Teilnehmenden haben noch nicht so viel Erfahrung mit Online-Kursen und digitalen Tools und kommen daher nicht so schnell mit. Es besteht der Wunsch nach Gleichheit, gleichzeitig jedoch auch das Bedürfnis, dass die Lehrperson Rücksicht auf sie nimmt und Lerninhalte eventuell wiederholt oder technische Vorgänge noch mal erklärt. 


Referenzen

Eckert, E. (2008). Individuelles Fördern. In: Meyer, H., Was ist guter Unterricht? (S. 97). Berlin: CornelsenScriptor. 

Klante, S. & Münder y Estellés, C. B. (2020). Durch individualisiertes Lehren und Lernen Teilnehmenden gerecht(er) werden. In: Auf die Teilnehmenden zugeschnitten: Teilnehmerorientierte Planung von Weiterbildungen. EULE Lernpfad. Verfügbar unter: https://www.wb-web.de/lernen/lernpfade/auf-die-teilnehmenden-zugeschnitten.html 

Kunze, I. (2009). Begründungen und Problembereiche individueller Förderung in der Schule – Vorüberlegungen zu einer empirischen Untersuchung. In: Kunze/Solzbacher a.a.O., S. 13-25. 

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