Teilnehmenden in Online-Weiterbildungen lernförderliche Rückmeldungen und Feedback geben (Typ 2, niedrig) ELO

Gültigkeitsprüfungen dieses ELOs

Pflichtdaten: Sprache

Sprache: deutsch

Pflichtdaten: Aufgabenaktivität

Aufgabenaktivität: Wissensaufgabe

Pflichtdaten: Level

Level: niedrig

Pflichtdaten: Gesamte Bearbeitungszeit in Minuten

Gesamte Bearbeitungszeit in Minuten: 10

Platzhalter - Teaser-Bild
Teaser-Text:
Die Lehrperson hat Feedbackmaßnahmen und entsprechende Feedbackmethoden in die Kursgestaltung eingeplant, doch was gilt es nun während der Weiterbildung zu beachten? Welche Punkte sind für die Durchführung von Feedback und -methoden wichtig, welche Feedback-Ebenen gibt es und welche Beurteilungsfehler sollten vermieden werden?
Achtung: H5P-Inhalte können hier nicht korrekt dargestellt werden. Stattdessen erscheint ein grauer Balken. Um den Inhalt mit H5P-Elementen zu sehen, klicken Sie auf den folgenden Link.
Teilnehmenden in Online-Weiterbildungen Rückmeldungen und Feedback geben

Formatives Feedback ist eine Rückmeldung der Lehrperson an die Lernenden innerhalb eines Lernprozesses. Während einer Gruppen- oder Projektarbeit ist formatives Feedback zum Beispiel sinnvoll, damit die Teilnehmenden die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeitsweise zu ändern und so ihren Lernprozess zu verbessern. Summatives Feedback ist dagegen eine Endbeurteilung und Rückmeldung zu einem (zunächst) abgeschlossenen Lernprozess. Es eignet sich zum Ende eines Kurses oder zum Ende einer Lerneinheit.

Während Feedback in einem vorherrschend-traditionellen Bildungskontext häufig als Rückmeldung im Sinne einer Korrektur bzw. Bewertung und damit als Abschluss eines Lernprozesses verstanden wird, verschiebt sich der Fokus in einer Kultur der Digitalität auf Lernbegleitung. Mithilfe des Feedbacks können Lernende in ihrem Lernprozess unterstützt werden.” 

(Nele Hirsch, 2020)

Wie die Bildungswissenschaftlerin Hirsch erklärt, sollte es vor allem in digitalen Weiterbildungen nicht mehr vorrangig um Lerninhalte-Vermittlung und eine “Lerninhalte-Abfrage” gehen, sondern um eine alternative Leistungsbewertung, die die “Kompetenzentwicklung der Lernenden in den Blick nimmt und in jedem Fall personalisiert gestaltet werden muss”. Dazu eignet sich formatives Feedback ganz besonders. 

Das konkrete Vorgehen beim Feedback richtet sich hierfür

  • nach den individuellen Bedingungen und Voraussetzungen der Weiterbildung,
  • dem gesamten Feedbackprozess sowie
  • nach möglichen Vorgaben durch Bildungsträger.

Feedback kann hierbei

  • individuell und gezielt von der Lehrperson an einzelne Lernende gerichtet,
  • allgemein von der Lehrperson an die Gruppe gegeben
  • oder von den Lernenden untereinander und füreinander genutzt werden.

In diesem Inhalt geht es um den ersten Fall, das individuelle Feedback. 

Joachim Brinkmann, Dozent für kreatives Schreiben und Schreibtechniken bei einem Weiterbildungsanbieter:

Feedback erfordert viel Fingerspitzengefühl. Dabei besteht immer die Gefahr, dass es sich auf einer zu persönlichen Ebene abspielt. Wichtig ist immer, wie das Feedback formuliert wird: “Bei Dir sind alle Figuren immer gleich”, klingt nach Vorwurf, “Vielleicht könnte man der Figur eine andere Richtung geben, wie wäre es z. B...”, hingegen klingt nach einem Vorschlag, der dem Teilnehmenden weiterhelfen kann. Hilfreich ist es auch immer, wenn die Lernenden, die Feedback geben, von ihrer eigenen Perspektive und ihrem eigenen Empfinden ausgehen, statt negative Kritik zu üben: “Mir ist nicht ganz klar, aus welchen Gründen die Figur hier so handelt, wäre es nicht für die Leser nachvollziehbarer, wenn...”, statt “Das Verhalten der Figur hast Du hier nicht gut begründet”.

Eine gute Strategie, um personenbezogene Kritik erst gar nicht entstehen zu lassen, kann die Vergabe von Feedback auf der Ebene der Aufgabe sein. Ist die Aufgabe klar formuliert und geht aus ihr deutlich hervor, welche Kriterien in der Bearbeitung erfüllt werden müssen, kann man später sehr gut auf einer objektiven Ebene abgleichen, inwiefern die Anforderungen erfüllt wurden. Fiel es der oder dem Lernenden schwer, alle Kriterien zu erfüllen, können wir ihr oder ihm in der Gruppe Verbesserungstipps dazu geben und gemeinsam Vorschläge erarbeiten. Oft spinne ich die Figur oder die Geschichte in der Gruppe weiter, um den Teilnehmenden, andere Möglichkeiten aufzuzeigen.

Setze ich den Fokus bei der Feedbackvergabe auf den Lernprozess, so frage ich die Lernenden, wie sie bei der Bearbeitung der Aufgabe vorgegangen sind, wo sie gut vorankamen und wo sie ins Stocken gerieten. Dabei ermutige ich die Lerngruppe, gemeinsam über Lernstrategien nachzudenken, die dem jeweiligen Lerner oder Lernerin helfen können, z. B. in kleineren Schritten vorzugehen und vorab in einer Liste Ideen zu sammeln oder eine Skizze mit der Konstellation der Figuren zu erstellen.

Damit die Teilnehmenden auch lernen, sich selbst zu regulieren, lauten meine erste Frage bei Feedbackprozessen meistens: “Wie ist es Dir bei der Bearbeitung ergangen?”, “Bist Du mit dem Ergebnis zufrieden?” “Wo siehst Du selbst Verbesserungspotenzial?”

Wozu gebe ich Feedback? Verschiedene Feedback-Ebenen berücksichtigen

Feedback kann und sollte also auf verschiedenen Ebenen gegeben werden. In Metastudien hat der neuseeländische Pädagoge Hattie mit Kollegen gezeigt, dass die Art und Weise, wie Lernende auf Feedback reagieren, sehr stark davon abhängt, auf welcher Ebene ein Feedback gegeben wird.

Hattie unterscheidet drei Ebenen, an denen Feedback grundsätzlich ansetzen kann: Auf der Ebene der Aufgabe, des Lernprozesses und der Selbstregulation. Er schlussfolgert, dass Feedback ineffizient ist, wenn es auf der falschen Ebene gegeben wird.

Streng genommen ist noch die Ebene der Person (mit ihren unveränderlichen Eigenschaften und Eigenarten) denkbar. In einem ausgewogenen Feedbackprozess sollte es jedoch stets um lernrelevante Informationen gehen, die den Wissens- und Kompetenzerwerb voranbringen. Auf der Ebene der Person kann es hingegen nur personenbezogenes Lob oder personenbezogene Kritik geben. Häufig ist Feedback auf dieser Ebene deshalb wenig wirksam und kann sogar negative Effekte haben, weswegen sie in diesem Modell nicht berücksichtigt wird.

 

Hotspot

Vorbereitung und Durchführung von Feedback

Für die Vorbereitung und Durchführung von Feedback ist es wichtig, diesen vorab fest in die Kursgestaltung mit einzuplanen. Des Weiteren ist es wichtig, den Teilnehmenden zu Kursbeginn anzukündigen, dass Feedbackmethoden Teil des Kurses sind, damit sie sich darauf einstellen können. Für die konkrete Durchführung einer Feedbackmethode sollte zunächst der Ablauf erklärt werden und den Teilnehmenden die Möglichkeit zur Selbstreflexion gegeben werden. Danach folgt das Feedback der Lehrperson. Auch empfiehlt es sich, die Ergebnisse, auch als Ausblick für weitere nachfolgende Aufgaben, festzuhalten.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass erfolgreiches Feedback sowohl in klassischen als auch digital geprägten Lehr- und Lernsettings eine Frage der Qualität ist. Keine Feedback-Ebene ist besser oder schlechter als die anderen, vielmehr gilt es zu berücksichtigen, dass die verschiedenen Ebenen ineinandergreifen und zusammenwirken. Hilfreich ist es, sich vor dem Feedback zu überlegen, welche Fragen beantwortet werden sollen und welche Ebene(n) sich dafür am besten eignet/n. Außerdem hilft es, ein möglichst umfassendes und vollständiges Feedback zu geben.

Schriftliches Feedback in der digitalen Lehre

In bestimmten Kurssituationen ist es sinnvoll, den Kursmitgliedern Feedback in schriftlicher Form zu geben. Schriftliches Feedback kann in eigenem Tempo und mehrmals gelesen und nachvollzogen werden. Es kann helfen, etwas Abstand zum Geschehen zu schaffen.

Dem Ton kommt hierbei eine ganz besondere Bedeutung zu: Freundlichkeit und eine eher distanzierte Sprache machen das Feedback sachlich und professionell. Insgesamt muss schriftliches Feedback verständlich sein. Außerdem muss schriftliches Feedback zeitlich so gegeben werden, dass die Lernenden Zeit haben, sich damit zu beschäftigen und zu verbessern. Um die Lernenden nicht zu überfordern, ist es sinnvoll, Feedback nur zu ausgewählten Punkten zu geben. 

Schriftliches Feedback eignet sich nicht, 

  • um Entscheidungen in komplexen Situationen zu hinterfragen. 
  • Auch nicht um Rückmeldungen zu praktischen Übungen zu geben. 
  • Und auch beim Beurteilen von Gruppenarbeiten passt schriftliches Feedback nicht gut. 

Schriftliches Feedback sollte auf Verbesserung ausgelegt, berücksichtigt es auch die Fähigkeiten und die Lernentwicklung der Lernenden und nicht nur ihren Leistungsstand. 

Schriftliches Feedback erfüllt in digitalen Lernumgebungen dieselben Funktionen wie in klassischen Lernsettings. Die lernförderliche und motivierende Wirkung von Feedback hat für Online-Szenarien jedoch einen besonderen Wert, da es hier je nach Setting oft sehr wenige Möglichkeiten für einen direkten Kontakt mit der Lehrperson gibt. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass in Online-Kursen das Feedback immer in elektronischer Form an die Kursteilnehmenden gesendet wird, in einem Kursmanagementsystem bereitgestellt oder anhand eines Links individuell geteilt wird, wobei diese Kommunikationsmöglichkeiten auch in analogen Kursen eingesetzt werden können. Mittlerweile werden zusätzlich zum schriftlichen Feedback auch noch andere Formate verwendet, wie das Audio- oder Videofeedback. Entscheidet die Lehrperson sich für eine Tonaufnahme oder ein Video, sind hier auch ein angemessener Tonfall und auch die Mimik besonders zu beachten.


Referenzen

Hattie, J. (2008). Visible Learning. London and New York: Routledge.

Boud, D. & Molloy, E. (2013). Feedback in higher and professional education.  London and New York: Routledge.

David J. Nicol & Debra Macfarlane‐Dick (2006): Formative assessment and self‐regulated learning: a model and seven principles of good feedback practice, Studies in Higher Education

Bastian, J. (2014). Feedback im Unterricht. Pädagogik, 14 (4), 6-9.

Achtung: H5P-Inhalte können hier nicht korrekt dargestellt werden. Stattdessen erscheint ein grauer Balken. Um die Aufgabe mit H5P-Elementen zu sehen, klicken Sie auf den folgenden Link.
Teilnehmenden in Online-Weiterbildungen Rückmeldungen und Feedback geben

This H5P content cannot be shown right now.
Did you just move this element? Reload the page to attempt to fix the problem.

ID dieses ELOs: d5ce3426-25a1-4008-908d-f3bcac0a2304

Generierungsdatum Gültig? Generierungsfehler Validierungsfehler Link

Hinweis: Links auf das XML müssen mit Rechtsklick und "Link in neuem Tab öffnen" geöffnet werden.