Kompetenzen für den Austausch über Werte und Wertevorstellungen ELO

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Wenn Lehrende Werte vermitteln möchten und mit den Teilnehmenden darüber in den Austausch kommen möchten, sind von beiden Seiten Kompetenzen notwendig, um dies überhaupt erst möglich zu machen.
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Kompetenzen für den Austausch über Werte und Wertevorstellungen

In vielen Bereichen der Erwachsenenbildung geht es ganz praktisch darum, die Teilnehmenden dahin zu führen, für sich entscheiden zu können, was „richtiges Handeln“ bedeutet. Dies kann zum Beispiel in Diskussionsrunden zum Ausdruck kommen und bietet Anlass für teils kontroverse Auseinandersetzungen mit einem (Kurs-)Thema – auch wenn diese Auseinandersetzung gar nicht explizit Teil eines Kurses ist.

Lehrende benötigen jedoch bestimmte Kompetenzen, um sich auf solche Auseinandersetzungen mit den eigenen Werten einlassen zu können: Eine „vielschichtige Argumentations- und Moderationskompetenz“ (Hohmann 2010, S. 87) ist dafür notwendig. In einer von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) sowie der Universität Mainz durchgeführten Studie wurde deutlich, dass in fast „allen Veranstaltungen ethische Themen entdeckt, in vielen auch angesprochen, aber nur in wenigen systematisch bearbeitet wurden. Die Kursleitenden sahen dies durchaus als Mangel an (...).“ (Homann 2010, S. 88) Dies kann als Auftrag verstanden werden, sich verstärkt der Arbeit mit Werten zu widmen, die der Einordnung ethischer Themen zu Grunde liegen.

Leitfragen für Wertediskussionen

Mit den folgenden Leitfragen können Lehrende sich bereits während der Vorbereitung einer Veranstaltung damit auseinandersetzen, ob und wie sie sich in der Lage sehen, ein eventuell auch konfliktives Gespräch zu moderieren (vgl. Hohmann 2010, S. 91 ff):

  • Liegt ein Thema mit (implizitem) Wertebezug vor?
  • Lässt die Art der Veranstaltung ein spontanes Aufgreifen eines Themas mit Wertebezug zu?
  • Steht die Diskussion in Bezug zum Kursthema und kann ein Gespräch für den Kurs ein gewinnbringender Beitrag sein?
  • Lässt sich das Thema gut begleiten, auch ohne selbst Experte oder Expertin darin zu sein?
  • Besteht die Möglichkeit, praktische Beispiele mit Lebensbezug einzubringen?
  • Stehen verschiedene Methoden zur Auswahl, um Gesprächsangebote angemessen initiieren zu können?
  • Kann eine Diskussion so gestaltet werden, dass zu erwartende Widerstände oder Konflikte sich zum Erreichen eines Mehrwerts nutzen lassen?
  • Muss eventuell bewusst provoziert werden, um die für einen Lernprozess benötigte Debatte zu ermöglichen?
  • In welcher Weise kann der oder die Lehrende argumentativ in das Gespräch eingreifen?
  • Wie lässt sich die gewählte Methode gut abschließen und zum eigentlichen Kursthema zurückkehren?
  • Gibt es eine Notwendigkeit, das Ergebnis zu sichern und wenn ja, wie?

Neben den Fähigkeiten zum Moderieren von Gesprächen ist es für Lehrende hilfreich, zu berücksichtigen, dass Erwachsene meist über ein gefestigtes und damit eher unflexibles Wertesystem verfügen. Dies hat durchaus Auswirkungen darauf, wie mit erwachsenen Lernenden gearbeitet werden kann. Bildungsarbeit hat folglich auch den Auftrag, Werte bewusst zu machen und Wertesysteme aufzubrechen (vgl. Bergold 2007). Im Sinne eines lebenslangen Reifungsprozesses ist es wichtig, nicht davon auszugehen, dass mit dem Verlassen des Jugendalters ein vollständig ausgereiftes Wertesystem entwickelt wurde. Das bedeutet, dass eine bewusste Auseinandersetzung mit Werten auch im Erwachsenenalter wichtig ist und eine methodisch initiierte Wertevermittlung zur Schärfung eines selbstreflektierten Wesens beitragen kann.

Eine Auseinandersetzung mit dem eigenen und fremden Wertesystemen kann zu spannenden Diskussionen führen und gleichzeitig den eigenen Horizont erweitern. Die Arbeit mit Werten sollte daher einen festen Platz in der Erwachsenenbildung erhalten.


Referenzen

Bergold, R. (2007). Ethische Bildung in der Erwachsenenbildung. In Bergold, R., Gisbertz, H., Kruip, G. (Hrsg.), Treffpunkt Ethik. Internetbasierte Lernumgebungen für ethische Diskurse (S. 23-45). Bielefeld: wbv media.

Burth, H.  (2010). Das Problem der Objektivität und das Scheitern der Fact-Value-Dichotomy. kursiv - Journal für politische Bildung  (4), S.  20-27.

Hohmann, R. (2010). Wie kann ethisches Lernen gefördert werden? In Gisbertz, H., Kruip, G. et al.  (Hrsg.), Ethisches Lernen in der  allgemeinen Erwachsenenbildung (S.  85-112). Bielefeld: wbv media.

Schrader, J. (2016). Was tun? Wertkonflikte in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung. DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung, 23 (2), S. 45–48.

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Aufgabe zu Kompetenzen für den Austausch über Werte und Wertevorstellungen

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Primäre KSF

Einsatz von Arbeits- und Sozialformen

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Mittel
Niedrig

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Sekundäre KSF

Gestaltung der Lernatmosphäre

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