Aufgaben der Lehrenden – Was Lernbegleitende tun und lassen sollten ELO

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Lernbegleitenden sollte es immer darum gehen, dass Teilnehmende eigenständig lernen können. Im Folgenden erfahren Sie, wie man sich als Lehrperson bei der Lernbegleitung verhält und was für Aufgaben diese Rolle mit sich bringt.
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Aufgaben der Lehrenden – Was Lernbegleitende tun und lassen sollten

Die  Aufgaben der  Lehrenden  verändern sich

Der Begriff der Lernbegleitung suggeriert, dass Lehrende nicht „im Zentrum des Geschehens“ stehen. Nicht die Lehrenden sind diejenigen, die innerhalb des Kurses Wissen produzieren, sondern die Teilnehmenden sind die aktiven Akteure des Lerngeschehens. Dies bedeutet für die Lehrperson das Abgeben von Verantwortung und Macht über den Lernprozess. Nicht mehr die Lehrperson ist verantwortlich, was in welchem Umfang und auf welche Weise gelernt wird, sondern die Teilnehmenden selbst. Diese und ihre Probleme sind Mittelpunkt des Geschehens.

Das Bild zeigt ein Portrait der Lehrerin Sybilly Schwarz. Sie hat braune, schulterlange, glatte Haare, schaut freundlich in die Kamera und hält eine weiße und eine grüne Mappe im Arm.

Sybille Schwarz hat eine Fortbildung zum Thema Lernbegleitung gemacht. Nun steht sie vor einer neuen Kursgruppe und möchte möglichst viele ihrer neuen Ideen umsetzen. Sie unterrichtet in einer Abendschule, in der Erwachsene einen Bildungsabschluss nachholen können. Im Unterschied zu Schulkindern, haben Erwachsene ein viel heterogeneres Vorwissen und vielleicht auch schon ihre eigenen Lernmethoden gefunden, mit denen sie es vorziehen zu arbeiten. Die Verantwortung, den Lernprozess erfolgreich zu gestalten, liegt für Sybille Schwarz hier ganz klar bei den Erwachsenen selbst.

Dabei ist jedoch von zentraler Bedeutung, dass die Lehrenden sich nicht komplett aus der Verantwortung für den Lernprozess zurückziehen können. Vielmehr nimmt die Art der Verantwortung eine andere Gestalt an, als es in traditionellen Wissensvermittlungsprozessen der Fall ist.

 

Aufgaben in der Lernbegleitung

Lernbegleitende sind „Ermöglicher“. Sie sollen Lernprozesse für Teilnehmende vereinfachen oder bedarfsgerecht gestalten.

Checkliste zur Ermöglichungsdidaktik

Eine ermöglichungsdidaktische Vorgehensweise zeichnet sich dadurch aus, dass Lernbegleitende ...

  • den Lernprozess weniger linear als vielmehr aufgaben- und situationsbezogen planen und dabei verschiedene Varianten an Aufgabenschwierigkeiten und Lernszenarien mitdenken.
  • vielfältige Lernwege in Form unterschiedlicher Methoden und Sozialformen eröffnen.
  • darum bemüht sind, die nötigen Kompetenzen der Lernenden zur eigenständigen und kooperativen Auseinandersetzung mit Lerngegenständen zu stärken und den Erwerb von Methoden und Sozialkompetenz als paralleles Lernziel im Blick behalten.
  • die Teilnehmenden bei der Organisation und Umsetzung des Lernens nach deren Bedarf unterstützen und so ein stressfreies und konzentriertes Lernen ermöglichen.
  • als Ansprechperson stets verfügbar bleiben, selbst den Lernprozess der Teilnehmenden beobachten und Unterstützungsbedarfe erkennen oder diese aktiv erfragen.
Das Bild zeigt ein Portrait der Lehrerin Sybilly Schwarz. Sie hat braune, schulterlange, glatte Haare, schaut freundlich in die Kamera und hält eine weiße und eine grüne Mappe im Arm.

Abendschullehrerin Sybille Schwarz ist es wichtig, dass jedes Kursmitglied selbst entscheiden kann, an welcher Stelle, welches  Verfahren sinnvoll ist. Sie sieht ihre Aufgabe als Lehrperson daher eher in der Beratung der Lernenden: Welche Aufgaben gibt es? Welche davon bringen gerade den höchsten Gewinn? Macht es Sinn, die Aufgabe alleine oder in der Gruppe zu bearbeiten?
Sybille Schwarz überlegt, dass es besonders wichtig ist, den Teilnehmenden den Mehrwert dieser Freiheit klar zu machen, damit diese sich bewusst für ein Vorgehen entscheiden können. 

Spagat zwischen Über- und Unterforderung

Innerhalb der Lernbegleitung sollen die Lernenden dazu befähigt werden, (möglichst reale) Probleme selbstständig und kompetent lösen zu können. Die Herausforderung besteht darin, dass die Teilnehmenden anfangs selbstverständlich dazu noch nicht in der Lage sind. Vielmehr werden die Lernenden in eine Situation gebracht, die sie selbst erst lernen sollen, worin eine Gefahr der Überforderung besteht.

Gleichzeitig sind ein Herauslocken aus der Komfortzone, eine emotionale Verunsicherung und ein Ausprobieren neuer Lernwege nötig, um das Lernen lernen und Kompetenzen entwickeln zu können. Die Lernbegleitung soll dabei unterstützen und motivieren, damit die Herausforderung für die Lernenden nicht zu groß wird und sie im Lernprozess hemmt. Ziel der Lernbegleitung ist es, sie auf dem Lernweg so zu begleiten, dass es einerseits ein selbstständiges Arbeiten ermöglicht, andererseits aber eine Überforderung beim Umgang mit dem Problem vermieden wird.

Das Bild zeigt ein Portrait der Lehrerin Sybilly Schwarz. Sie hat braune, schulterlange, glatte Haare, schaut freundlich in die Kamera und hält eine weiße und eine grüne Mappe im Arm.

Sybille Schwarz möchte die Teilnehmenden im Verlauf des Kurses auch mal herausfordern und aus ihrer Komfortzone holen. Sie überlegt, ob eine Projektarbeit dafür das Richtige sein könnte, weil die Kursgruppe dann an einem konkreten Problem arbeiten würde. Frau Schwarz stellt sich vor, dass die Teilnehmenden zunächst das Problem nicht lösen können, aber indem sie ihr Wissen weiterentwickeln und von ihr bei Bedarf unterstützt und angeleitet werden, die Herausforderung doch meistern. Damit wäre aber wieder ihr Fingerspitzengefühl gefragt: Zu früh eingreifen und Hilfe anbieten, würde den Lernprozess stören, auf keinen Fall sollen die Teilnehmenden aber im Lernprozess in eine Sackgasse geraten und dadurch frustriert werden.

Das richtige Maß finden

Hier die richtige Balance zu finden, ist die zentrale Herausforderung in der Lernbegleitung: Um eine lernförderliche Arbeitsatmosphäre zu schaffen, ist ein ausgeprägtes Beobachtungsvermögen sowie ein empathisches Verhalten der Lehrenden Grundvoraussetzung.

Dabei erfolgt Lernbegleitung immer nach dem Motto „Stärken und Fördern“. Lehrende können sich bei der Lernbegleitung kontinuierlich folgende Frage stellen: Wie kann ich den Lernenden helfen, mit diesem Problem, das sie ja noch nicht lösen können, so zurechtzukommen, dass sie es schließlich doch meistern?

Die Frage hilft zur Reflexion der eigenen Rolle und des eigenen Handelns sowie zu dessen Korrektur: weg vom Erzeugen, hin zum Ermöglichen von Lernen.


Referenzen

Arnold, R. (2012). Ermöglichungsdidaktik – die notwendige Rahmung einer nachhaltigen Kompetenzreifung. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 41 (2), 45-48.

Bauer, H.G. & Dufter-Weis, A. (2012). Lernbegleitung als strukturierter Prozess – Erfahrungen und Reflexionen. In P. Ulmer, R. Weiß & A. Zöller (Hrsg.), Berufliches Bildungspersonal – Forschungsfragen und Qualifizierungskonzepte (1. Aufl., S. 117-134). Bielefeld: Bertelsmann.

Brater, M., Dahlem, H. & Maurus, A. (2004). Lernen am eigenen Problem. Berufliche Weiterbildung durch Lernbegleitung. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 33 (5), 29-32.

Schüßler, I. & Kilian, L. (2017). Zum Wandel akademischer Lehr-Lernkulturen: Von erzeugungs- zu ermöglichungsdidaktischen Lehr-Lernarrangements. In H.R. Griesehop & E. Bauer (Hrsg.), Lehren und Lernen online (1. Aufl., S. 83-108). Wiesbaden: Springer.

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