Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der teilnehmerorientierten Lehre ELO

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Aufgabenaktivität: Problemlöseaufgabe, Analyseaufgabe

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Die verschiedenen Aspekte der Teilnehmerorientierung zeigen, dass neben dem Fachwissen und der didaktischen Planung einiges dazugehört, Weiterbildungen, Workshops, Seminare oder Trainings teilnehmerorientiert zu gestalten. Und auch von Seiten der Teilnehmenden ist die Fähigkeit und Bereitschaft zur Partizipation notwendig.
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Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der teilnehmerorientierten Lehre

Wird Teilnehmerorientierung ernst genommen, verlangt sie  Lehrenden eine ganze Menge ab. 

Sie können sich im Folgenden anschauen, welche Anforderungen Teilnehmerorientierung an Lehrende stellt, indem Sie den Regler  unter dem Bild verschieben. 

 

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Teilnehmerorientierung: Anforderungen an Lehrende, Bilder: Eigene Darstellung

 

Der Psychologe Diethelm Wahl benennt einige Möglichkeiten, wie dies umgesetzt werden kann:

  • Handlungsanforderungen aus der Praxis durch eine gedankliche Reflexion vorwegnehmen, zum Beispiel in der zielgruppenorientierten Planung oder dem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen
  • Das Ausprobieren und Üben unterschiedlicher didaktischer Situationsgestaltungen
  • Kollegiale Praxisberatung


Teilnehmerorientierung und die Frage der Partizipationsbereitschaft

Teilnehmerorientierung ist auf der anderen Seite auf eine hohe Partizipationsbereitschaft von Seiten der Teilnehmenden angewiesen. Wollen sich diese möglichst wenig einbringen, sich „berieseln“ lassen oder sind auf die Anweisungen Dritter in der Weiterbildung angewiesen, ist diese Bereitschaft eingeschränkt oder gar nicht vorhanden und die Bemühungen der Lehrenden verlaufen im Sande.

Die Frage danach, ob Teilnehmende überhaupt an einer Mitbestimmung über Lerninhalte und Methoden interessiert sind, variiert stark je nach der Zusammensetzung der Gruppe und den Erfahrungen aus vorherigen Bildungssituationen. Zudem können sie gerade zu Beginn einer Veranstaltung die Vielschichtigkeit von Themengebieten nicht immer überblicken und sind oft kaum in der Lage, didaktische Vorschläge zu machen. 

Es kann passieren, dass Lernende den Eindruck gewinnen, die Lehrperson wolle sich aus der Verantwortung nehmen, wenn Mitbestimmung gewünscht ist. Auch kann eine Überforderung entstehen, wenn sich die Lehrperson von Beginn der Veranstaltung an sehr zurückhält und die Teilnehmenden selbstbestimmt Inhalte und Methoden festlegen sollen, wenn sie also aktiv teilnehmen sollen. 

Teilnehmerorientierung kann deshalb nicht eindeutig vorher festgelegt werden. Sie ist abhängig von den Bildungsbiografien und Lernerfahrungen der Teilnehmenden. Jedoch kann in vielen Weiterbildungkontexten durch eine zielgruppenorientierte Planung hier schon einiges an Vorarbeit geleistet werden.


Referenzen

Luchte, K. (2001). Teilnehmerorientierung in der Praxis der Erwachsenenbildung. Weinheim/Basel: Deutscher Studienverlag.

Holm, U. (2012). Teilnehmerorientierung als didaktisches Prinzip der Erwachsenenbildung – aktuelle Bedeutungsfacetten. DIE texte.online. Verfügbar unter: https://www.die-bonn.de/doks/2012-teilnehmerorientierung-01.pdf (zuletzt abgerufen am 05.02.2020)

Wahl, D. (2006). Lernumgebungen erfolgreich gestalten. Vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln. Bade Heilbrunn: Klinkhardt.

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Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der teilnehmerorientierten Lehre

Die ehrenamtliche Beraterin Nicole Lange und der Trainer Sebastian Seidel wollen ihre Vorträge und Trainings teilnehmerorientiert gestalten. Welche Vorgehensweisen würden Sie den beiden empfehlen? Auf welche der verschiedenen Aspekte (Zielgruppenorientierte Kursplanung, Reading, Flexing, Lernbiografie, Individualisiertes Lernen, Lernstile) sollten sie sinnvollerweise eingehen? Wenn Sie sich zu den beiden Beispielen Gedanken gemacht haben, erhalten Sie einen Punkt. Sie haben die Möglichkeit, sich ergänzend oder zum Abgleich jeweils eine Beispiellösung anzuschauen.

Beispiel 1

Nicole Lange arbeitet ehrenamtlich in einer Freiwilligenagentur. In diesem Semester bietet sie in Kooperation mit der VHS Infoabende an, an denen sie für das Ehrenamt begeistern und wenn möglich gleich an den Abenden an passende Einrichtungen vermitteln möchte. Aus ihren vielen Beratungsgesprächen, die sie schon geführt hat, weiß sie, dass die Motive, aus denen sich Menschen heraus für ein Ehrenamt interessieren, sehr unterschiedlich sind. Frau Lange sucht nun nach einem passenden Konzept für die Abende, um möglichst vielen Teilnehmenden gerecht werden zu können.

Beispiellösung

Frau Lange hat sich überlegt, dass sie an den Abenden zunächst einen kurzen Vortrag zum Thema Ehrenamt und den Möglichkeiten und Rahmenbedingungen halten möchte. Anschließend möchte sie gerne in eine kurze Austauschrunde mit den Teilnehmenden gehen und Fragen beantworten. Dann bietet sie ein offenes Ende an: Wer nach konkreten Einrichtungen schauen mag, kann dies in einem Ordner tun, den sie vorbereitet hat und der jeweils einen kurzen Steckbrief zu den einzelnen Einrichtungen und Engagement- sowie Kontaktmöglichkeiten bereithält. Für die anderen gibt es die Möglichkeit, noch offene Fragen in kleinerer Runde zu besprechen und schließlich das Angebot, einen individuellen Beratungstermin auszumachen.

Beispiel 2

Sebastian Seidel ist als Trainer für Krankenhaus Business Intelligence Auswertungen in der innerbetrieblichen Weiterbildung tätig. Er schult die Kunden und Kundinnen im Umgang mit der Anwendung.

Er merkt, dass er bei manchen Teilnehmergruppen an seine Grenzen stößt.

Das Personal ist in Krankenhäusern sehr unterschiedlich aufgestellt. Es ist deshalb nie klar, welche Voraussetzungen und welches Vorwissen die Lernenden haben. Während einige sehr erfahren sind und genau wissen, was sie für ihre Arbeit brauchen, benötigen andere viel Anleitung und Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten des Tools.

Vor allem, wenn Herr Seidel eine sehr starke Gruppe hat, in der es aber einzelne Mitarbeitende gibt, die weniger technik- oder verwaltungsaffin sind, fällt ihm die Anpassung des Konzepts und der Umgang mit der Gruppe schwer.

Beispiellösung

Herr Seidel hat sich mit seinen Kollegen zusammengesetzt und das Schulungskonzept überarbeitet.

Es enthält nun zum einen die Basisinhalte, die die Teilnehmenden mit wenigen Vorerfahrungen nicht überfordern, aber trotzdem einen relativen Schulungserfolg garantieren. Dazu enthält es wiederholende Übungsaufgaben, die alleine oder in kleinen Teams gelöst werden können und zum anderen Teile mit weiter- und tiefergehenden Funktionen, wenn die gesamte Gruppe oder Teile davon weiteren Input aufnehmen können.

Um die Lernbereitschaft und die Auffassungsgabe der Teilnehmergruppe  und Einzelner zu Beginn einschätzen zu können, wollen sich Herr Seidel und seine Kollegen von entsprechenden Anhaltspunkten leiten lassen:

  • Sind die Nachfragen konstruktiv und lassen sie erkennen, dass die Teilnehmenden grundsätzlich das Thema verstanden haben (zum Beispiel Einbindung der gezeigten Funktionen in ihrer bestehenden Controlling-Tätigkeit)?
  • „Sieht“ man nur Fragezeichen auf den Gesichtern oder zeigen die Teilnehmenden durch kleine Gesten, dass sie das vermittelte Wissen verstanden haben?
  • Gibt es überhaupt Nachfragen?

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