Lernmotivation – Was ist das eigentlich? ELO

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Insbesondere wenn Lehrende die Aufgabe haben, Erwachsenen in Weiterbildungskursen etwas beizubringen, so stellt sich ihnen die Frage: Was bedeutet es genau, wenn Teilnehmende motiviert sind, etwas zu lernen? Was macht Lernmotivation aus und was beeinflusst sie?
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Lernmotivation – Was ist das eigentlich?

Lernmotivation ist die Absicht oder der Wunsch, bestimmte Inhalte und Fertigkeiten zu lernen. Sie bestimmt, ob und in welcher Form sich Lernende mit Aufgaben auseinandersetzen. 
 

Erwachsene lernen aus den unterschiedlichsten Gründen, Bild: Eigene Darstellung, CC BY-SA 3.0


Lernmotivation hat viele Gesichter    

In Kursgruppen der Erwachsenen- und Weiterbildung kommen nicht selten Lernende mit sehr unterschiedlichen Teilnahmemotiven zusammen. 

  • Häufig steht das Weiterbildungsinteresse in Verbindung mit der eigenen beruflichen Tätigkeit: sei es, um sich für die aktuelle Position oder den weiteren Werdegang relevantes Wissen anzueignen, sei es auf Wunsch des Arbeitgebers oder in der Hoffnung auf ein höheres Gehalt. Dabei ist zumeist das Ziel des Kurses wichtiger als die Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen.
  • Im Gegensatz dazu kann es vorkommen, dass sich Einzelne aus reiner Neugier oder „Wissensdurst“ in Bezug auf ein aktuelles Thema zu demselben Kurs anmelden. Hier steht häufig weniger das Ergebnis als die Kursinhalte und die Lernmethoden im Vordergrund.
  • Neben diesen eher kognitiven, also den mentalen und geistigen Motiven,   bewegen auch soziale Motive Einzelne zum Lernen. Diese Motive können sowohl in der Person selbst begründet sein oder aber auf äußere Anreize zurückzuführen sein. So kann der Bedarf nach Anerkennung oder Geltung die Teilnehmenden ebenso antreiben wie der Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit oder sozialem Austausch zwischen Gleichgesinnten.


Lernen im Erwachsenenalter ist selbstgesteuert und selbstorganisiert

Grundsätzlich entscheiden Erwachsene selbst, ob und warum sie lernen. Die Gründe für das Lernen sowie die Wünsche und Bedürfnisse rücken in den Vordergrund und stellen einen Filter für das Interesse und die Sinnhaftigkeit des Lernens dar. Auch bringen Erwachsene eine Lernhistorie mit, die sich in Gewohnheiten sowie Ängsten gegenüber (schulischem) Lernen äußert und das Lernverhalten (unbewusst) prägt.

Die Motivation erwachsener Lernender hängt somit von unterschiedlichen, einander zum Teil gegenseitig bedingenden Faktoren ab, die sich sowohl motivierend als auch demotivierend auswirken können. Die Beispiele aus einem Sprachkurs „Englisch für die alltägliche Kommunikation – B1“ in der folgenden Tabelle illustrieren dies. 


Die Faktoren von Lernmotivation im Überblick

Person

KategorieFaktorenWie sich die Faktoren motivierend auswirken könnenWie sich Faktoren demotivierend auswirken können

Person

 

Interesse, Fähigkeiten oder Talente einer Person, die bestimmen, welchen Inhalten sich Lernende in welcher Form widmen.

Frau Meyer möchte, um nicht einzurosten, ihre Englischkenntnisse auffrischen und freut sich schon sehr auf anregende Konversationsübungen im Kurs.

 

Frau Fritz, die im Verkauf und Service zunehmend mit englischsprachigen Kunden zu tun hat, hofft, dass in dem Kurs keine zu  komplizierten oder künstlichen Szenen durchgesprochen werden und es um praxistaugliche Themen geht.
Selbstvertrauen / Erwartungen, sich Inhalte aneignen zu können und Erfolg beim Lernen zu haben.Herr Kurz fiel das Fachsimpeln mit Kunden eigentlich immer leicht, sein Schulenglisch ist aber etwas eingerostet. Deswegen soll der Kurs ihn nun schnell fit machen, damit er gegenüber englischsprachigen Kunden überzeugend auftreten kann.Frau Meyer hat schon längere Zeit kein Englisch mehr gesprochen. Deswegen hat sie etwas Sorge, ob sie gut mitkommt und bei den Konversationen nicht abgehängt wird.
Lernhistorie:  Gemachte (schulische) Lernerfahrungen, die positiv oder negativ konnotiert sind.Frau Meyer hat schon in der Schule die Englischstunden immer sehr gemocht, bei denen der Austausch im Vordergrund stand und nicht immer Grammatik durchgekaut wurde. Sie freut sich daher schon sehr auf die netten Gespräche mit den anderen Teilnehmenden.Herr Kurz benötigt gute Englischkenntnisse, um sich mit seinen Kunden zu verständigen, weswegen sein Chef ihm diesen Kurs empfohlen hat. Allerdings hat er sich zu Schulzeiten immer vorgeführt gefühlt, wenn in Rollenspielen bestimmte Szenen durchgesprochen wurden.

Lerninhalt

KategorieFaktorenWie sich die Faktoren motivierend auswirken könnenWie sich Faktoren demotivierend auswirken können

Lerninhalt

 

Neuigkeit der Lerninhalte

Herr Kurz ist gespannt, neue Wörter und Redewendungen zu erlernen, mit denen er die Kunden für sich gewinnen kann.

 

 

Frau Fritz kennt sich mit den üblichen Floskeln der Begrüßung, Smalltallk. aus. Sie hofft, dass die Szenarien neuen Wortschatz für sie bereithalten.
Sinnhaftigkeit der Inhalte und des VorgehensFrau Fritz erwartet, dass im Mittelpunkt eines Konversationskurses der Austausch steht. Je realistischer dies umgesetzt wird, umso mehr Sinn ergeben die Übungen für sie.Frau Meyer hofft, dass die Konversationsübungen nicht nur Basisinhalte und Standardszenen zum Inhalt haben, die unbeweglich sind/ „abgespult werden“ und bei denen man nichts über sein Gegenüber erfährt.

Praxis-/ Alltagsrelevanz der Inhalte

Praxis- und Alltagstauglichkeit

Je näher die Themen des Kurses den Abläufen im Außendienst kommen, umso nachhaltiger wird der Kurs für Herrn Kurz sein. Damit meint er nicht die ihm bereits bekannten technischen Begriffe, sondern vielmehr Inhalte, mit denen er Gespräche eröffnen, am Laufen halten und abschließen kann.Frau Meyer hat Sorge, dass der Kurs zu stark auf ein Lehrbuch und vorgegebene Themen aufbauen könnte, die wenig Bedeutung für die alltägliche zwischenmenschliche Kommunikation haben. Sollte diese so sein, hätte der Kurs sicherlich keinen besonderen Mehrwert für sie.

Lernumgebung

KategorieFaktorenWie sich die Faktoren motivierend auswirken könnenWie sich Faktoren demotivierend auswirken können

Lernumgebung

 

Lernrahmen: Wertschätzendes Klima und ansprechende Lehr-LernsettingsHerr Kurz hofft, dass sie viel durch Best Practice Beispiele – z.B. über Videos -. lernen, die sie dann parallelen Kleingruppen im geschützten Kreis  nachahmend ausprobieren können. Solch ein Lernrahmen würde ihn ansprechen.Frau Meyer würde am liebsten mit vielen der anderen Teilnehmenden in Austausch kommen. Hauptsache sie wird nicht ausgerechnet mit den Sitznachbarn in eine Kleingruppe eingeteilt, zu denen sie womöglich keinen guten Draht hat.
Freiräume oder Wahlmöglichkeiten in Bezug auf die Inhalte und (selbstgesteuerte) UmsetzungFrau Meyer ist schon gespannt, darauf, inwiefern sie und die anderen Teilnehmenden ähnliche Interessen haben und welche Kursschwerpunkte sich daraus ergeben.Herr Kurz hat Sorge, dass die Hauptthemen des Kurses feststehen und vermutlich nicht ganz seinen Bedarf treffen.
Einstellung und Engagement der LehrendenFrau Fritz ist neugierig auf die Lehrperson. In solch einem interaktiven Kurs hängt schließlich alles von einem guten Miteinander ab, zu dem die Kursleitung mit ihrem Auftreten und Engagement einen wesentlichen Teil beiträgt.Frau Meyer hofft, dass die Lehrperson es schafft, sie alle mitzureißen und für die Sprache zu begeistern. Denn wenn sich keiner zu sprechen traut oder die Lehrperson zu sehr auf Aussprache und Grammatik achtet, könnte ihr das die Lust am Austausch schon nehmen.


Die genannten Faktoren und die damit verbundenen Ansichten, Wünsche und Ängste ergeben zusammen die aktuelle Lernmotivation von Teilnehmenden. Haben Lernende eine hohe Lernmotivation in einem bestimmten Bereich, setzen sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit sehr intensiv mit dem jeweiligen Thema und den Lerngegenständen auseinander, wodurch der Lernerfolg begünstigt wird.

Damit Lehrende Einfluss auf die Motivation ihrer Kursteilnehmenden nehmen können, ist es wichtig, dass sie unterschiedliche Faktoren kennen. Dies bildet den Grundstein, die Lernmotivation Teilnehmender anhand ihres Verhaltens im Lehr-Lernprozess beobachten zu können sowie darauf aufbauend Strategien zur gezielten Förderung der Lernmotivation einzusetzen. 


Referenzen

Heckhausen, J. & Heckhausen, H. (2006). Motivation und Handeln. Heidelberg: Springer. 

Krapp, A. (2005). Emotion und Lernen – Beiträge der Pädagogischen Psychologie. Zeitschrift für Pädagogik, 51(5), 603-609.

Schiefele, U. & Streblow, L. (2006). Motivation aktivieren. In H. Mandl & H. F. Friedrich (Hrsg.), Handbuch Lernstrategien (S. 232–247). Göttingen: Hogrefe.

Schneider, K. & Schmalt, H.-D. (2000). Motivation. Stuttgart: Kohlhammer.

Siebert, H. (2006). Lernmotivation und Bildungsbeteiligung. Studientexte für Erwachsenenbildung. Bielefeld: Bertelsmann.

Sprenger, R. (1999). Mythos Motivation. Frankfurt a. M.: Campus.

Zander, S. & Niegemann, H. M. (2014). Motivationsdesign. In K. Wilbers (Hrsg.), Handbuch E-Learning (53. Erg.-Lieferung, 19 S.). Köln: DWD-Verlag.

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