Offene Materialien – was ist das und wann brauche ich sie? ELO

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Wenn Sie die eigenen Seminarunterlagen, Handouts oder Online-Materialien nicht immer von Grund auf neu erstellen möchten, dann finden Sie im Internet eine Fülle von Inhalten. Sie können eigene Materialien mit Fotos und Zeichnungen bebildern oder thematisch passende Texte Dritter übernehmen. Jedoch muss man dabei das Urheberrecht beachten und das kann zuweilen kompliziert sein. Offen lizenzierte Materialien versprechen hier praktische Erleichterungen – und möglicherweise sogar neue Formen kollegialer Zusammenarbeit.
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Offene Materialien – Was ist das und wann brauche ich sie?

Warum braucht es Offene Bildungsmaterialien?

Es klingt paradox, aber: Offene Bildungsmaterialien existieren, weil es das Urheberrecht gibt. Bilder, Texte, Musik, Software – all diese Werke haben einen Urheber oder eine Urheberin und in den meisten Fällen sind sie dadurch urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet, dass alle, die ein Werk geschaffen haben, um Erlaubnis gebeten werden müssen, wenn ihr Werk genutzt werden soll. Außerdem muss genau geklärt werden, für welche Art von Nutzung die Erlaubnis gilt: Dürfen Sie das Werk nur analog oder auch digital vervielfältigen, dürfen Sie es ändern, dürfen Sie damit Geld verdienen?

Das Urheberrecht gilt auch im Internet. Wenn ein Werk wie ein Bild nicht auf eine ganz bestimmte Art zur freien Nutzung gekennzeichnet ist, dann verstoßen Lehrpersonen gegen dieses Urheberrecht, indem sie das Bild herunterladen und in ihrer Weiterbildung verwenden. Also anders formuliert: Urheberinnen und Urheber müssen die eigenen Werke nicht gesondert kennzeichnen, damit diese urheberrechtlich geschützt sind. Der Irrglaube ist weit verbreitet, dass nur diejenigen Werke nicht verwendet werden dürfen die mit dem Copyright-Zeichen © versehen sind. 

Es gibt im Urheberrecht zwar auch Ausnahmeregelungen zur Verwendung von geschütztem Material, zum Beispiel im Rahmen von Bildung und Unterricht (§60a UrhG). Diese Ausnahmen sind allerdings an viele juristische „Wenn und Aber“ geknüpft, so dass es nicht einfach ist, einen Überblick zu behalten und damit korrekt zu handeln. Hier können offene Bildungsmaterialien für Abhilfe sorgen. Allerdings ist auch dafür ein Mindestmaß an lizenzrechtlichem Wissen erforderlich. 

Ben Pick  hat für sein Seminar  „Tierfotografie" eine aufwändige Collage mit  Fotos  heimischer Tiere  aus unterschiedlichen Perspektiven erstellt.  Die Bilder dafür hat er im Internet gefunden. Die Collage  will er als Seminarvorbereitung verschicken, damit sich die  Teilnehmenden  ein Bild davon machen können, welche Techniken sie im Kurs erwarten. Auf die Quellenhinweise hat er diesmal verzichtet, weil er  nur Ausschnitte verwendet und sich gerade einmal sechs Personen angemeldet haben. Außerdem soll die Collage  für sich stehen  – getreu dem Motto "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte."  Als er die Einladung  stolz auf seinen Social-Media-Kanälen  präsentiert,  fällt er aus allen Wolken,  als  ihm einige Kollgen dringend davon abraten, die Collage in dieser Art  zu verwenden. 

Seit wann gibt es sie?

Die Idee der frei lizenzierten Materialien ist eng mit der Digitalisierung von Bildungsmaterialien verbunden. Denn zum einen können Urheberinnen und Urheber ihre Materialien im WWW besonders gut teilen und vielen Menschen zur Verfügung stellen. Zum anderen ist der Bedarf an Inhalten unter  offener Lizenz größer geworden, da im Internet Verstöße gegen das Urheberrecht bei Nutzung von geschützten Werken auch schneller sichtbar werden.

Offene Bildungsressourcen – was bieten sie?

Das folgende Video veranschaulicht die Idee von offenen Bildungsmaterialien, auch OER (Open Educational Resources) genannt. Übrigens: Das Video zählt selbst zu den offenen Bildungsmaterialien. Am Ende des Films wird ein Lizenzhinweis eingeblendet, an dem Sie das erkennen können.

 

Die fünf V-Freiheiten von OER

Das Wort „offen“ in „offene Bildungsmaterialien“ kommt also von den im Film erwähnten Nutzungsrechten, die pauschal eingeräumt werden, womit einige Regeln des Urheberrechts außer Kraft gesetzt werden. Diese Nutzungsrechte werden auch als die fünf V-Freiheiten der offenen Bildungsmaterialien bezeichnet.

Klicken Sie in der folgenden Darstellung auf die Zeichen im Bild, um sich die Bedeutungen anzeigen zu lassen.

 

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Die fünf V-Freiheiten an einer Hand, eigene Darstellung.  Übersetzung, Anpassung und vorsichtige Erweiterung des Ausgangstextes von David Wiley,  CC BY 4.0. und dem Text „Die 5 V-Freiheiten“ von Jöran Muuß-Merholz für OERinfo,  CC BY 4.0.  Bild: „Sun Hand“ von andreacanton,  CC BY 2.0

Die Unesco definiert OER wie folgt:

OER sind…: „Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen in Form jeden Mediums, digital oder anderweitig, die gemeinfrei sind oder unter einer offenen Lizenz veröffentlicht wurden, welche den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen erlaubt.“  (UNESCO, 2013, S. 6)

Was zählt alles zu offenen Bildungsmaterialien?

Grundsätzlich sind OER – wie der Definition zu entnehmen ist - nicht an eine Erscheinungsform gekoppelt und können sowohl digital als auch analog sein. Doch aufgrund der Idee des Teilens, Verbreitens und Veränderns, die OER zugrunde liegt, sind digitale Medien und damit auch das Internet der bevorzugte „Lebensraum“ von OER.

Offene Bildungsmaterialien umfassen nicht nur Kursmaterialen wie Arbeitsblätter oder Bücher, sondern können beispielsweise auch Kurskonzepte, Lehrpläne, E-Learning-Einheiten und anderes sein - eben alle Arten von Ressourcen, die zu Bildungszwecken eigesetzt werden können. Auch Medien wie Bilder oder Videos, die nicht ursächlich als Lehr-Lernmaterial konzipiert wurden, aber in ein solches eingebettet werden, können zu OER werden. 

Woran erkenne ich offene Bildungsmaterialien?

Als OER können nur solche Materialien bezeichnet werden, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht wurden. Die Urheberinnen und Urheber stellen eine solche Lizenz für ihre Werke aus. Aus dieser können die Nutzenden dann ablesen, welche Form der Nutzung erlaubt ist. Als Standard hat sich das Modell von Creative Commons (CC) durchgesetzt. Um offene Materialien erkennen zu können, ist es daher wichtig, die verschiedenen CC-Lizenzmodule und ihre Bedeutung zu kennen. 

Die folgende Darstellung zeigt, wie freie Lizenzen aussehen können. Der Hinweis ist meistens am Ende oder unter Werken abgebildet.

 

  Die CC-Lizenzen unter der Lupe, eigene Darstellung

Referenzen

Deutsche UNESCO-Kommission (2013). Was sind Open Educational Resources? Und andere häufig gestellte Fragen zu OER. Bonn. Abrufbar unter:  https://www.unesco.de/sites/default/files/2018-04/Was_sind_OER__cc.pdf (zuletzt abgerufen am 18.12.2019)

Muuß-Merholz, J. (2015). Zur Definition  von „Open“ in „Open Educational Resources“ – die 5 R-Freiheiten nach David Wiley auf Deutsch als die 5 V-Freiheiten. Abrufbar unter: https://open-educational-resources.de/5rs-auf-deutsch/ (zuletzt abgerufen am 18.12.2019)

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Offene Materialien – Was ist das und was bringen sie mir?

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