Nach dem Seminar – Einblicke in die Praxis ELO

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Gewappnet mit neuem Wissen und neu erworbenen Kompetenzen kehren die Teilnehmenden nach der Weiterbildungsmaßnahme motiviert an ihren Arbeitsplatz zurück, fest entschlossen, das neue Wissen anzuwenden. Ist der Transferprozess nun damit für die Lehrperson, den Bildungsanbieter, die Organisation und die Vorgesetzten abgeschlossen? Wie kann der Transfererfolg im Rückbezug auf das, was bei der Planung beurteilt wurde, gemessen werden?
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Nach dem Seminar – Einblicke in die Praxis

Bei der Erstellung ihres Konzepts für transferorientierte Weiterbildungsmaßnahmen ist die Bildungsakademie Rosenthal zu der Erkenntnis gelangt, dass der Transfererfolg in hohem Maße von der Planungs- und Vorbereitungsphase abhängt, dass die Nachbereitungsphase dabei jedoch ebenso wichtig ist. Daher hat sie ein Seminarkonzept erstellt, das von vorneherein nicht nur das Seminar an sich, sondern auch die sich anschließenden Anforderungen berücksichtigt.

 

Das Bild zeigt vier am Transferprozess beteiligte Personen: Trainer, Bildungsanbieter, Teilnehmende und Kunde.

Transfererfolg, Bild: Eigene Darstellung

 

Der Transfererfolg hat für alle am Transferprozess Beteiligten eine sehr unterschiedlich Bedeutung. Für Trainer Sebastian Seidel geht es in erster Linie darum, den Bedarfen seiner Seminarteilnehmenden gerecht zu werden und seine eigenen Kompetenzen als Lehrperson weiter auszubauen. Für die Bildungsakademie steht im Vordergrund, ein Angebot zu erstellen, das aktuelle Defizite in der Bildungslandschaft ausgleicht und sie von anderen Anbietern unterscheidet. Der Auftraggeber legt den Fokus auf die Effektivität und Effizienz von Arbeitsprozessen, während es den Lernenden darum geht, sich beruflich weiterzuentwickeln und Kompetenzen zu erwerben, die ihre Arbeit erleichtern.

Grundlegend für die Planung der Nachbereitungsphase sind neben der Evaluation die Aufgaben und Anforderungen, die sich nun an die verschiedenen Beteiligten stellen. Auch diese sollten vorab festgelegt werden. Es empfiehlt sich auch hier wieder mögliche Einflussfaktoren zu berücksichtigen und Methoden einzuplanen, die darauf abzielen, auch in der Praxis ein transferförderliches Arbeitsklima zu schaffen.

 

Das Bild zeigt Sebastian Seidel vor einem großen Computerbildschirm, auf dem ein Fragezeichen zu sehen ist.

Begleitung der Teilnehmenden, Bild: Eigene Darstellung

 

In den ersten Monaten der Nachbereitungsphase wird ein großer Teil von Herrn Seidels Aufgaben zum Beispiel darin bestehen, die Lernenden zu begleiten. Sie werden explizit dazu aufgefordert, sich bei den Beratern und Beraterinnen zu melden, wenn Sie vor Fragestellungen stehen, die sie nicht umsetzen können. Durch Aufschalten auf die Bildschirme der Seminarbesucherinnen und -besucher kann er diese telefonisch recht einfach klären und ihnen direkt vor Augen führen, welche Funktionen sie zu dem gewünschten Ergebnis bringen. 

 

Nachbereitungstermine, Bild: Eigene Darstellung

 

Zusätzlich wird Herr Seidel seinen Kundinnen und Kunden nahelegen, mindestens einmal in der Woche 2 Stunden zu blocken. In dieser Zeit sollten sie gemeinsam versuchen, aktuelle Fragestellungen mit den neuen Tools zu beantworten. Hier bietet es sich an, dass der Termin vom Vorgesetzten organisiert wird, da dieser die Priorität anderer Themen reduzieren kann. 

Zu dem Trainingskonzept von Amalia Schulte gehört ein individuelles Nachbereitungsgespräch mit den Kursmitgliedern. Sie hat aber auch Herrn Albrecht, dem Vorgesetzten, empfohlen, ein solches Gespräch direkt im Anschluss an das Seminar sowie vier Wochen danach durchzuführen. Er hat sehr positiv auf diesen Ratschlag reagiert und wird in Anlehnung an die schriftlich festgehaltene Zielvereinbarung aus der Vorbereitungsphase Einzelgespräche mit seinen Mitarbeitenden führen.

 

Das Bild zeigt Marita Stein im Nachbereitungsgespräch mit ihrem Chef.

Nachbereitungsgespräch, Bild: Eigene Darstellung

 

Wichtig für dieses Gespräch ist es neben den Seminareindrücken der Teilnehmenden auch zu erörtern, was sie von ihm als Vorgesetzten benötigen, um Ihre Ziele umzusetzen. In dem zweiten Gespräch wird er näher auf Umsetzungsschwierigkeiten und die Gründe dafür sowie Kritikpunkte eingehen. Ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den er in diesem Gespräch den Fokus legen möchte, sind Strategien für die kurzfristige und langfristige Gewährleistung des Transfererfolgs.

 

Das Bild zeigt Marita Stein, Herrn Albrecht und eine Mitarbeitende. Herr Albrecht plant eine Follow-up-Veranstaltung mit ein.

Follow-up-Veranstaltung als Teil der Nachbereitungsphase, Bild: Eigene Darstellung

 

Ebenso hat die Trainerin mit dem Unternehmen vereinbart, dass eine Follow-up-Veranstaltung stattfinden soll, das heißt eine Veranstaltung, in der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach einem gewissen zeitlichen Abstand noch mal mit der Trainerin zusammenkommen, um neu aufgetauchte Schwierigkeiten aus dem Berufsalltag zu reflektieren und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen.

Da sie nur zu gut weiß, dass das Gelernte durch Stress und Routine im Arbeitsalltag auch schnell wieder verloren gehen kann und sie die Selbstreflexion als besonders wichtig für die Sicherung des Transfers erachtet, gibt Amalia Schulte ihren Teilnehmenden auch einen Fragebogen für die Zeit nach dem Seminar mit auf den Weg. Dieser soll als Praxishilfe zur Selbstreflexion und Selbstevaluation dienen. Anhand dieses Bogens können sie Anwendungsmöglichkeiten und ihren Anwendungserfolg reflektieren und ihre Ziele eventuell neu anpassen.  


Referenzen

Besser, R. (2001). Transfer: Damit Seminare Früchte tragen. Strategien, Übungen und Methoden, die eine konkrete Umsetzung in die Praxis sichern. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

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