Konflikte gehören dazu ELO

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Wo Menschen sich begegnen, dort treffen naturgemäß viele verschiedene Sichtweisen, Interessen und Motivationen aufeinander. Dies kann dazu führen, dass sich eine spannende und positive Dynamik entwickelt - es können sich aber auch Anspannungen ergeben, die dann zu einem Konflikt auswachsen. 
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Konflikte gehören dazu

Konflikte in Trainings, Weiterbildungen und Workshops können sehr unterschiedlich aussehen. Sie können zwei Personen betreffen oder Teile einer Gruppe oder sogar die gesamte Gruppe. 

Zwei Lehrende berichten von ihren Erfahrungen. Eigene Darstellung

Eine Trainerin und ein Trainer haben in ihren Schulungen bereits Konflikte erlebt: 

„In einer meiner Basis-Schulung für die betriebsinterne Auswertungssoftware diskutierten plötzlich die Mitarbeitenden zweier Abteilungen darüber welche Daten am besten für die Übungen genutzt werden sollen und drohten damit, die Schulung zu verlassen, wenn ich mich nicht für Ihren Datensatz entscheiden sollte. Das hat mich in dem Moment ganz schön überrumpelt.“  (Giovanni S., IT-Trainer)

„Die Teilnehmenden in meinen Bewerbungstrainings sind immer sehr unterschiedlich. Da passiert es hin und wieder, dass kleinere Konflikte auftreten. In meinem letzten Training fiel eine Teilnehmerin dadurch auf, dass sie alles, was ich sagte, mitschrieb und immer wieder nachfragte, wenn sie etwas nicht ganz mitbekommen oder den Grund für etwas nicht verstanden hatte. Die anderen reagierten zunehmend ungehalten auf das viele Nachfragen und die Unterbrechungen. Aus Gelächter und Augenrollen wurden irgendwann genervte Kommentare.  Da war dann für mich der Punkt gekommen, an dem ich eingreifen musste.“  (Astrid P., Bewerbungs-Coach)

Klar ist: wer mit einem Konflikt beschäftigt ist, kann sich nicht mehr auf das Thema und das Lernen konzentrieren. Meist werden auch andere Gruppenmitglieder abgelenkt und können sich weniger gut konzentrieren. Für Trainerinnen und Trainer, die sich auf ihre Arbeit gut vorbereitet haben und möchten, dass das Lernziel erreicht wird, ist dies eine schwierige Situation. Auch ihr Fokus verändert sich: Ab wann sollen sie eingreifen? Was können sie tun? Was müssen sie sogar tun? Welche Rolle spielen sie im Konflikt? Sind sie vielleicht Teil des Konflikts? Hätten sie den Konflikt verhindern können? 

Nehmen  Sie es gelassen: Vermeiden ist keine Lösung!

Konflikte gründen in individuell unterschiedlichen Ansprüchen, Wertvorstellungen, Interessen, Zielen und Gefühlen und sind demzufolge eine unvermeidliche Dimension des  menschlichen Zusammenlebens. Das gilt auch für Workshops, Trainings und Weiterbildungen. Konflikte sind ein Stück weit normal und gehören dazu.

Weit verbreitet ist allerdings die Anschauung, dass Konflikte destruktiv, unnatürlich und Ausdruck dafür sind, dass etwas ʹnicht richtig funktioniertʹ.  Dies ist aber nicht hilfreich. Es hat zur Folge, dass Menschen in  Konfliktsituationen häufig mit Ablehnung, Angst oder Vermeidungsstrategien reagieren oder Konflikte als Kampfsituationen  wahrnehmen, die sie gewinnen müssen.

Häufig versuchen Menschen, Konflikte zu vermeiden oder durch Sanktionen - wie beispielsweise „Strafpredigten“ - zu regeln. Diese und ähnliche (Macht-)Strategien können zwar eine offene Konfliktaustragung verhindern oder mildern, sie leisten allerdings kaum einen Beitrag zur konstruktiven Bearbeitung der Konfliktursachen und damit zur Konfliktlösung. „Störungen haben Vorrang“ heißt es deshalb auch. Dies ist eine der Erkenntnisse (Axiome)  in der themenzentrierten Interaktion. Für Ihre  Weiterbildung bedeutet dies: Lösen Sie erst den Konflikt, bevor Sie mit dem Lehrgeschehen fortfahren.

Um mit Konflikten souverän umgehen zu können, brauchen Sie als Weiterbildnerinnen und Weiterbildner jedoch entsprechendes Rüstzeug. Sie müssen Konflikte erkennen können und in der Lage sein, rechtzeitig und angemessen zu reagieren. Sie müssen wissen, woran Sie einen Konflikt festmachen, welche Konfliktarten es gibt und in welchen Stufen diese ablaufen können. Lehrkräfte sollten eine gewisse persönliche Reife mitbringen  sowie über ein Bewusstsein über den eigenen Umgang mit Konflikten verfügen -  und nicht zuletzt braucht es auch methodisches Know-How, um Konflikte gelingend zu lösen.


Referenzen

Berkel, K. (2002). Konflikttraining. Konflikte verstehen, analysieren, bewältigen. (7. Aufl.). 
Heidelberg: Sauer‐Verlag. 

Glasl, F. (2002). Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und 
Berater. (7. Aufl. Bd. 2). Bern: Haupt.

Keller, M. (2004). Konfliktsituationen gestalten (Bd. 3). St. Gallen: Institut für Wirtschaftspädagogik an der Universität St. Gallen.

Löhmer, C.; Standhardt, R. (2006): TZI – Die Kunst, sich selbst und eine Gruppe zu leiten. Einführung in die Themenzentrierte Interaktion. Klett-Cotta, Stuttgart.

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Konflikte gehören dazu

Viele Trainerinnen und Trainer, Dozentinnen und Dozenten, Beraterinnen und Berater haben vor genau dieser Situation Angst: Konflikte in der Gruppe! Der Wirtschaftspädagoge Dr. Martin Keller (2004) fasst es jedoch wie folgt zusammen: 

Konflikte stellen „einen natürlichen, unausweichlichen Bestandteil der menschlichen Kommunikations‐ und Interaktionsprozesse dar (GLASL 2002). Wenn nicht unterdrückt, bilden sie fruchtbare Impulse, um die Kreativität, Flexibilität und Lebendigkeit zu fördern. Konkret fördern sie das Problembewusstsein, vertiefen zwischenmenschliche Beziehungen  und stärken die Willensabsicht zur Veränderung, indem sie den oft notwendigen Druck hierfür erzeugen (BERKEL 2002). Der konstruktive Zugang zu Konflikten ermöglicht es, mit  vorhandenen Unterschieden umzugehen, ein Problem aus mehreren Perspektiven zu beleuchten sowie die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen zu vertiefen und zu bereichern. In diesem Sinne sollen Konflikte zwar nicht vorsätzlich gesucht oder generiert,  jedoch aber bewusst thematisiert und geklärt werden" 

Keller, M. (2004). Konfliktsituationen gestalten (Bd. 3). St. Gallen: Institut für Wirtschaftspädagogik an der Universität St. Gallen.

Herr Keller betont vor allem die positiven Aspekte von Konflikten. Was sind Ihre Erfahrungen mit Konflikten – sowohl in privaten als auch in beruflichen Kontexten? 

Haben Sie schon einmal erlebt, wie ein konstruktiver Umgang dazu geführt hat,  
• „mit vorhandenen Unterschieden umzugehen,  
• ein Problem aus mehreren Perspektiven zu beleuchten sowie  
• die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen zu vertiefen und zu bereichern“?  

 

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Primäre KSF

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